Zijin exportiert erste Lithium-Ladungen aus dem Kongo nach China
In der Demokratischen Republik Kongo hat Zijin CNE100000502 A0M4ZR sein Lithiumprojekt Manono schneller als geplant hochgefahren. Laut einer Unternehmensmitteilung vom 9. Juli nahm die Verarbeitungsanlage bereits im Mai die Produktion auf, einen Monat früher als geplant. Schmelzhütte und weitere nachgelagerte Anlagen sollen bis Dezember folgen. Zijin peilt für das laufende Jahr 30.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent aus Manono an, die Anlage ist auf eine jährliche Verarbeitung von 5 Mio. Tonnen Erz zu rund 1 Mio. Tonnen Spodumen-Konzentrat ausgelegt. Wie Reuters unter Berufung auf fünf mit der Sache vertraute Personen berichtet, verschiffte Zijin bereits im Juni erste Ladungen nach China.
Erste Lieferungen offenbar noch Testläufe
Nach Einschätzung eines Bergbaumanagers handelt es sich bei den ersten Exporten wahrscheinlich um Testlieferungen, nachdem technische Probleme die Inbetriebnahme der Anlage zunächst verzögert hatten. Ein Händler bezifferte die bislang verschifften Mengen auf lediglich einige Tausend Tonnen. Ein zweiter Händler widersprach und schätzte, das Projekt habe bereits zehntausende Tonnen Konzentrat produziert, wobei ein Großteil davon noch unterwegs sei und möglicherweise erst im Oktober in China ankomme. Die Konzentrate werden per Lastwagen vom Minengelände zur Hafenstadt Kalemie am Tanganjikasee transportiert und von dort über Tansania weiter nach China verschifft.
Ein jahrelanger Rechtsstreit geht dem Exportstart voraus
Die Lithium-Lagerstätte Manono gilt als eine der größten unerschlossenen Hartgestein-Vorkommen der Welt und war jahrelang Gegenstand eines Rechtsstreits. Ursprünglich hielt der australische Explorer AVZ Minerals AU000000AVZ6 A0MXC7 über die Tochtergesellschaft Dathcom Mining die 2022 per Ministerialdekret erteilte Lizenz. Das kongolesische Bergbauministerium entzog AVZ die Rechte 2023 wegen Verzögerungen bei der Projektentwicklung und übertrug einen Teil davon an die neu gegründete Manono Lithium, an der Zijin mit 54,9 % die Mehrheit hält, während der staatliche Bergbaukonzern Cominiere 35,1 % und die Regierung 10 % halten. AVZ zog vor ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer, das dem Unternehmen inzwischen eine Teilentschädigung von 39,1 Mio. EUR zusprach, weil Cominiere gerichtlichen Eilanordnungen nicht nachgekommen war.
Auch die USA wollen im Kongo mitmischen
Parallel zum chinesischen Vorstoß hat die kongolesische Regierung eine vorläufige Vereinbarung mit dem US-Unternehmen KoBold Metals getroffen, das mit rund 3 Mrd. USD bewertet wird und von Investoren wie Bill Gates, Jeff Bezos und Sam Altman finanziert wird. KoBold soll den südlichen Teil der Manono-Lagerstätte gemeinsam mit dem Kongo entwickeln, den Zijin nicht kontrolliert. AVZ Minerals wirft der Regierung vor, mit dieser Vereinbarung gegen die Anordnungen des Schiedsverfahrens zu verstoßen. KoBold selbst erklärte, vor einer endgültigen Regelung aller Rechtsstreitigkeiten nicht mit der Entwicklung beginnen zu wollen.
China baut seine Kontrolle über die Lithium-Lieferkette weiter aus
China kontrolliert nach Branchenschätzungen rund 81 % der weltweiten Umwandlungskapazität von Spodumen sowie zwischen 65 und 75 % der globalen Raffineriekapazität für Lithiumchemikalien. Mit CMOC CNE100000114 A0M4V5 und Huayou Cobalt (ISIN: CNE0000018X9) sind im Kongo bereits zwei weitere chinesische Konzerne im Kobaltgeschäft dominant, Zijin erweitert diese Präsenz nun um Lithium. Für den Gesamtkonzern rechnet Zijin im ersten Halbjahr mit einem Nettogewinn von rund 39,1 Mrd. CNY, ein Anstieg von etwa 68 % gegenüber dem Vorjahr. Getragen wird dieses Wachstum überwiegend vom Kerngeschäft mit Gold und Kupfer, das Lithiumgeschäft in Manono steht noch ganz am Anfang.

