International Graphite Ltd.

International Graphite entwickelt Graphitverarbeitungsanlagen in Europa und Australien, um hochspezialisierte Graphitprodukte für etablierte Märkte zu liefern. Mit Alkeemia besteht ein Joint Venture in Porto Marghera, Italien. In Westaustralien ist die Konstruktion der Collie Verarbeitungsanlage im Gange. Das Unternehmen besitzt darüber hinaus das Springdale Graphitprojekt in Westaustralien, das eine langfristige Option für die Rohstoffversorgung zur zukünftigen Skalierung von Prozessanlagen bietet. Das Listing des Unternehmens an der Australian Securities Exchange (ASX) fand im April 2022 statt. In Deutschland ist die Aktie ebenfalls seit Jahren in Frankfurt und Stuttgart notiert.

ASX: IG6 WKN: A3DJY5
ISIN: AU0000210957 Web: International Graphite Ltd.
International Graphite Ltd.

Kurz und Knapp auf einen Blick

Was ist das Kernprojekt von International Graphite?

International Graphite baut sein Geschäft um drei Bausteine auf. Kurzfristig stehen die Verarbeitungsanlagen in Collie in Westaustralien und Porto Marghera in Italien im Mittelpunkt, weil sie ab 2027 Umsätze bringen sollen. Langfristig ist Springdale das strategische Rohstofffundament. Dort liegt die eigene Graphitlagerstätte, die die Anlagen später mit Material versorgen soll.

Wie groß ist die Ressource in Springdale?

Das Springdale-Projekt zählt zu den größten Graphitlagerstätten Australiens. Die Ressource liegt bei 49,3 Mio. Tonnen mit einem durchschnittlichen Graphitgehalt von 6,5 %. Rund 27 % davon sind bereits in der Kategorie Indicated eingestuft, also geologisch besser abgesichert. Das macht Springdale zu einer wichtigen Basis für die spätere Eigenversorgung des Konzerns.

Warum ist das Geschäftsmodell für Investoren interessant?

Das Unternehmen setzt nicht zuerst auf den langwierigen Minenbau, sondern startet mit der Verarbeitung. Das verkürzt den Weg zu möglichen Erlösen. Geplant sind hochwertige Produkte wie mikronisierter Graphit, Blähgraphit und Material für Batterieanoden. So will International Graphite entlang der Wertschöpfung mehr Marge erzielen als ein reiner Rohstoffförderer.

Wie weit sind die wichtigsten Projekte entwickelt?

In Collie läuft bereits seit 2023 eine Pilotanlage, die kommerzielle Anlage ist im Bau und soll ab dem dritten Quartal 2027 anlaufen. In Italien wurde im Mai 2026 ein verbindliches Joint Venture mit Alkeemia geschlossen, der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Die erste Produktion in Porto Marghera ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen.

Wie sehen die wirtschaftlichen Eckdaten von Springdale und Collie aus?

Für Springdale und die Weiterverarbeitung in Collie liegt eine integrierte Scoping Study vor, also eine erste wirtschaftliche Projektbewertung. Genannt werden 76 Mio. AUD für Mine und Konzentrator, 124 Mio. AUD für die erste Verarbeitung und weitere 217 Mio. AUD für die Beschichtung. Der Vorsteuer-NPV, also der abgezinste Kapitalwert, liegt je nach Produktvariante bei 375 Mio. AUD bis 603 Mio. AUD.

Wie ist die Finanzierungslage derzeit?

Im Juni 2026 hat International Graphite eine Platzierung über zunächst 4 Mio. AUD abgeschlossen und später auf 4,4 Mio. AUD erhöht. Das Geld soll vor allem das Joint Venture in Italien beschleunigen und die Finanzierung der Collie-Anlage unterstützen. Hinzu kommen ungenutzte Fördermittel von rund 7,6 Mio. AUD aus Programmen der Regierung von Westaustralien.

Wer sind die wichtigsten Partner und warum sind sie relevant?

Besonders wichtig ist Alkeemia in Italien, einer der größten Chemiehersteller Europas. Diese Partnerschaft gibt Zugang zu Infrastruktur, qualifizierten Fachkräften und wichtigen Reagenzien für die Reinigung von Graphit. Dazu kommen Arctic Graphite und Graphite Investment Partners beim Blähgraphitprojekt in Deutschland sowie eine Absichtserklärung mit Marubeni aus Japan für künftige Lieferungen.

Investmenthighlights

  • International Graphite entwickelt zwei Prozessanlagen zur Graphitverarbeitung in Europa und Westaustralien, die beide 2027 in Betrieb gehen sollen
  • Die Dominanz von China auf dem Graphitmarkt führt zur Suche nach einer neuen und unabhängigen Versorgung für wachsende Industrie- und Batteriemärkte, die das Unternehmen bedienen kann
  • Die Graphitnachfrage soll jährlich um 12 % bis 2040 anwachsen; die Hauptverwendung von Graphit sind Batterieanoden, die in Batterien in der E-Mobilität und zur Energiespeicherung zum Einsatz kommen
  • Zusammenarbeit mit Marktführern entlang der Lieferkette, um die Rohstoffversorgung und Absätze zu sichern
  • Strategische JV-Partnerschaft mit Alkeemia in Europa, die Kosten, Risiko und Markteinführungszeit reduziert und hoch wettbewerbsfähige Preise ermöglicht
  • International Graphite verfügt darüber hinaus über das Springdale-Graphitprojekt mit der zweitgrößten Lagerstätte in Australien zur langfristigen Versorgung von Prozessanlagen; Machbarkeitsstudien und Minenplanung sind im Gange
  • Erfahrendes Management mit Fachwissen in den Bereichen Kapitalmärkte, Bergbau, Graphitindustrie oder Unternehmensentwicklung
  • Noch sehr moderat bewertetes Unternehmen mit immensem Entwicklungspotenzial

Das Unternehmen und seine Strategie

International Graphite mit Sitz im westaustralischen North Perth möchte bereits 2027 in zwei Verarbeitungsanlagen hochwertige Graphitprodukte herstellen. Um die Abhängigkeit von China zu reduzieren, muss die westliche Welt für kritische Mineralien eigene Verarbeitungs- und Verfeinerungskapazitäten installieren. Entsprechende Bestrebungen durch die Europäische Union oder die G7 zur Stärkung der Lieferketten für kritische Mineralien sind im Gange. Graphit gilt als hochgradig kritischer Rohstoff, der sowohl für die Energiewende als auch für den Verteidigungssektor essenziell ist. Die Projekte des Unternehmens werden daher von staatlichen Stellen stark unterstützt.

Das Unternehmen baut derzeit hochleistungsfähige Graphitverarbeitungsanlagen in zwei erstklassigen Jurisdiktionen auf. Eine Mikronisierungsanlage in Westaustralien und eine zur Graphitreinigung in Italien. Zudem besteht in Westaustralien ein eigenes Graphitprojekt mit der zweitgrößten Lagerstätte des Landes. Die Strategie des Unternehmens ist dabei zunächst mit den Anlagen auf die Verarbeitung des Rohstoffs ausgerichtet. Erst später soll die Produktion aus den eigenen Ressourcen starten. Damit lassen sich wesentlich frühzeitiger Umsätze erwirtschaften. Das Anlagenkonzept zur Produktion hochwertiger Graphitprodukte basiert auf bewährten Technologien sowie etablierten Industriepartnerschaften und ist von vergleichsweise geringer Kapitalintensität. Aktuelle Ziele sind zusammengefasst die Produktion einer Reihe von Graphitprodukten, darunter mikronisierter Graphit und Blähgraphit sowie fortschrittliches Anodenmaterial für Batterien.

International Graphite arbeitet somit am Aufbau eines globalen Netzwerks von Produktionsanlagen an risikoarmen, hochwertigen Standorten, die stufenweise expandierbar sind. Dem Unternehmen kann es letztendlich dadurch gelingen, von der Mine bis zum Markt den vollen Wert aus der Graphitwertschöpfungskette zu generieren.

Deutliche Nachfragesteigerung für Graphit erwartet

Die globale Nachfrage nach natürlichem Graphit hat sich in den sechs Jahren bis Ende 2025 mehr als verdoppelt und erreicht aktuell rund 1,3 Mio. Tonnen pro Jahr. Etwa 54 % werden in Batterie- und 46 % in industriellen Anwendungen eingesetzt. Hochwertige mikronisierte Sorten, die für Batterie- und Industrieanwendungen genutzt werden, machen rund 63 % der Gesamtnachfrage aus, während 37 % auf gröbere Produkte für industrielle Anwendungen entfallen. 73 % der natürlichen Graphitkonzentratversorgung 2025 wurden in China erzeugt, der Rest hauptsächlich in Ostafrika und Brasilien. Fast die gesamte Versorgung wird in China raffiniert und anschließend in China verwendet oder in ausländische Märkte exportiert.

Die Nachfrage nach natürlichem Graphit wird Schätzungen zufolge bis 2040 etwa 3,2 Mio. Tonnen pro Jahr erreichen. Immerhin soll dann gut die Hälfte der gesamten Graphitversorgung aus Ländern außerhalb Chinas stammen, wobei Afrika davon zwei Drittel ausmachen soll. Folgende Abbildung veranschaulicht die Nachfrageprognose, die vor allem eine deutliche Steigerung der Nutzung von Graphit für Batterieanwendungen (v. a. in der E-Mobilität und bei stationären Energiespeichern) aufzeigt:

Abb. 1: Erwartetes Nachfragewachstum nach Naturgraphit bis 2040 (Quelle: International Graphite)

Folglich sind die Rahmenbedingungen für die Vorhaben von International Graphite hervorragend. Das Unternehmen kann zukünftig zu einer unabhängigeren Graphitversorgung beitragen, sowohl im Rohstoffbereich als auch in der nachgelagerten Verarbeitung, insbesondere auch für europäische Märkte. Für das Unternehmen bieten sich insofern hervorragende Wachstumschancen.

Projekte von International Graphite

International Graphite verfolgt einen stufenweisen Entwicklungsplan, um das volle Potenzial der Graphitwertschöpfungskette zu nutzen. Ausgangspunkt ist die geplante Entwicklung einer Graphitmine in Springdale, Westaustralien. Hieraus soll eine langfristige Quelle von hochwertigem, natürlichem Flockengraphit für die eigene nachgelagerte Verarbeitung entstehen, die sich aktuell auf Verarbeitungsanlagen in Westaustralien und Italien konzentriert. Kunden wird dadurch eine vollständige Lieferkette vom Bergwerk bis zum Markt geboten.

Collie Graphitverarbeitungsanlage (Westaustralien)

(in Konstruktion)

International Graphite betreibt im westaustralischen Collie, 200 km von Perth gelegen, bereits seit 2023 eine Pilotanlage für die Graphitverarbeitung. Die Anlage ist die fortschrittlichste und größte bekannte Einrichtung dieser Art in Australien. Diese war in den letzten sechs Jahren das Zentrum des Forschungs- und Entwicklungsprogramms des Unternehmens. So konnte die Fähigkeit zur Produktion von qualitativ hochwertigem Material für die Industrie und als Batterieanodenmaterial nachgewiesen werden und potenziellen Kunden Testproben zur Verfügung gestellt werden. Außerdem konnte das Design und die Entwicklung einer Anlage für die kommerzielle Produktion von mikronisiertem Graphit unterstützt werden. Derzeit ist eine kommerzielle Anlage dafür im Bau. Abbildung 2 zeigt die Lagen von Collie und dem 450 km entfernten Graphitprojekt Springdale:

Abb. 2: Lagen von Collie und Springdale im Südwesten Westaustraliens (Quelle: International Graphite)

Die Entwicklung der ersten kommerziellen Mikronisierungsanlage Australiens ist, wie erwähnt, nun im Gange. Die erste Phase wird eine nominale Kapazität von 4.000 Tonnen pro Jahr haben, während die zweite Phase die Produktion auf 7.500 Tonnen voraussichtlich fast verdoppeln wird. Die Anlage soll ab Q3 2027 in Betrieb gehen. Bis zur eigenen Graphitproduktion aus Springdale soll Flockengraphit von Drittanbietern verwendet werden. Die Collie-Anlage wird Graphitkonzentrate verwenden, um eine Reihe von Produkten sowohl mit 95 % als auch mit 99 % Reinheit in verschiedenen Größen herzustellen. Wichtiges Ziel aber ist die Produktion von zunächst unbeschichtetem, mikronisiertem, sphärischem Graphit mit einer Reinheit von +99,95 %, der in einem zweiten Verarbeitungsschritt dann beschichtet wird, um fertiges Batterieanodenmaterial herzustellen, das für Lithium-Ionen-Batterieanoden geeignet ist.

International Graphite hat im März 2023 für die geplante Collie-Anlage eine definitive Machbarkeitsstudie vorgelegt, die eine starke Wirtschaftlichkeit zeigte. Im Januar 2024 folgte eine integrierte Scoping-Studie von Collie und dem Graphitprojekt Springdale. Zu den vorläufigen wirtschaftlichen Eckdaten des aktuell nun kombinierten Projektvorhabens siehe unter "Springdale Graphitprojekt".

Porto Marghera Graphitverarbeitungsanlage (Italien)

(kurz vor Konstruktionsphase)

International Graphite ist im Mai 2026 ein verbindliches Joint Venture mit Alkeemia S.p.A., einem der größten Chemiehersteller Europas, eingegangen, um eine große europäische Verarbeitungsanlage für Verfahren zur Graphitreinigung in Italien zu bauen. Die fortschrittliche Anlage wird verarbeitete Graphitprodukte für die wachsenden Industrie- und Fertigungssektoren Europas produzieren und damit einen bedeutenden Fortschritt bei der Erreichung der EU-Ziele zur Sicherung der heimischen Versorgung darstellen.

Der Standort liegt in Alkeemias erstklassigem Chemie- und Industrieviertel in Porto Marghera auf der Festlandseite von Venedig. Dieser bietet dem JV einen Zugang zu gemeinsamer industrieller Infrastruktur, qualifizierten Arbeitskräften, Reinigungskapazitäten und insbesondere zu Flusssäure. Dies ist das dominierende und kommerziell bewährte Reinigungsreagenz, das zur Herstellung von hochreinem Graphit bis hin zur Batteriequalität aus natürlichem Graphit verwendet wird. Durch die Synergien erwartet man eine hoch kapitaleffiziente und kostengünstige Produktion. Das 49:51-JV zugunsten von Alkeemia sieht eine 50:50-Gewinnaufteilung vor.

Die anfängliche Produktionskapazität soll bei etwa 10.500 t/Jahr liegen, die bis 2030 auf 20.000 t/Jahr steigen soll. Der notwendige Kapitaleinsatz von International Graphite in das Projekt liegt bei 12 Mio. AUD. Die EBITDA-Prognose für das Unternehmen liegt auf Höhe der anfänglichen Produktion bei 12,2 Mio. AUD im Jahr. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Mit der ersten Produktion wird in Q4 2027 gerechnet.

Zusammen mit Collie will International Graphite also ab 2027 die ersten zwei Graphitverarbeitungsanlagen in Betrieb haben, die dem Unternehmen für den weiteren Wachstumsprozess Umsätze generieren sollen.

Folgende Abbildung zeigt die Verteilung der Infrastruktur der geplanten Anlage in Porto Marghera:

Abb. 3: Geplante Lage und Einrichtungen der Graphitverarbeitungsanlage in Porto Marghera (Quelle: International Graphite)

Blähgraphitprojekt (Deutschland)

(PEA-Level)

In einem 50:50-Joint-Venture mit Arctic Graphite AS gibt es Planungen von International Graphite für ein europäisches Blähgraphitprojekt. Mit im Boot zur Finanzierung des Vorhabens ist dabei auch Graphite Investment Partners. Arctic Graphite ist eine Tochtergesellschaft von Leonhard Nilsen & Sønner (LNS), einer der größten Bergbau- und Tiefbaugesellschaften Norwegens.

LNS hat kürzlich die Skaland-Mine in Norwegen, Europas einzige produzierende Flockengraphitmine, erworben. LNS war bereits einmal früherer Eigentümer. Skaland ist eine der wichtigsten Graphitminen in der westlichen Welt und von entscheidender Bedeutung für die europäischen Lieferketten. Die Mine produziert feine und grobe Graphitprodukte, die für Mikronisierungs- und Blähgraphitmärkte geeignet sind. In Testarbeiten konnte Alkeemia darüber hinaus Reinheiten von +99,9 % erzielen.

Der Betrieb der europäischen Blähgraphit-Anlage soll in näherer Zukunft beginnen. Als Standort käme der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen knapp 40 km nördlich von Leipzig in Frage. Auch für Blähgraphit besteht eine hohe Nachfrage mit begrenztem heimischem Angebot. Blähgraphit wird in Brandschutzmitteln und zum Hitzeschutz oder zur Wärmedämmung für Gebäude, Elektrofahrzeuge und Elektronik oder auch zur Energiespeicherung verwendet. Das hochwertige Material (+99 %) dehnt sich bei Hitzeeinwirkung schnell aus.

Die Entwicklung wird auch die Graphitverarbeitungs- und Produktmarketing-Expertise der international renommierten technischen Partner ProGraphite GmbH aus Deutschland und Hensen Graphite & Carbon Corp. nutzen. Die anfängliche Produktion soll bei 3.000 Tonnen pro Jahr liegen und kann stufenweise erhöht werden. In einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung käme auf International Graphite ein Kapitalaufwand von 5,6 Mio. AUD im JV zu. Der zurechenbare vorsteuerliche NPV (10 %) läge auf Basis von 25 Jahren Projektdauer bei 29 Mio. AUD für das Unternehmen. Der Abschluss einer Machbarkeitsstudie steht für das Projekt noch aus.

Springdale-Graphitprojekt (Westaustralien)

(Scoping Study-Level)

Das Springdale-Graphitprojekt in Westaustralien hat sich zur zweitgrößten Graphitlagerstätte in Australien und einer der Top 15 weltweit entwickelt. Das Projekt umfasst derzeit etwa 180 km² an der Südküste Westaustraliens. Das Gebiet liegt etwa 25 km östlich von Hopetoun und 150 km vom wichtigsten Exporthafen Esperance entfernt und ist ein bedeutendes Bergbauzentrum mit etablierter Infrastruktur und Dienstleistungen. Es ist der Sitz von Großbetrieben wie der Ravensthorpe-Nickelmine von First Quantum Minerals und der Mt. Cattlin-Lithiummine von Galaxy Resources. Springdale befindet sich im Albany Frazer-Gürtel, einer ressourcenreichen geologischen Anomalie, die sich mehrere tausend Kilometer nordöstlich von Albany erstreckt. Diese ist eine der gefragtesten Explorationsregionen Australiens. Folgende Abbildung zeigt die geologische Region und die Lage von Springdale in Westaustralien:

Abb. 4: Lage von Springdale an der Südküste Westaustraliens (Quelle: International Graphite)

2023 konnte im Projekt eine deutliche Ressourcenerhöhung erzielt werden. In einer geschätzten Tonnage von 49,3 Mio. Tonnen liegt der Gesamtgraphitgehalt bei 6,5 %. Etwa 27 % der Ressource befinden sich in der Indicated-Kategorie. Folgende Tabellen zeigen das enthaltene Graphit mit 3,2 bzw. 2,4 Mio. Tonnen je nach angesetztem Cut-off-Grade von 2 % oder 5 %:

Tab. 1a und 1b: Springdale-Graphitressourcenschätzung von 2023 (Quelle: International Graphite)

Springdale eignet sich gut für einen oberflächennahen und langlebigen Tagebau. Das Projekt hat außerdem ein hervorragendes Wachstumspotenzial. Nur etwa 10 % des Projektgebiets und etwa 20 % der Explorationsziele wurden bisher erkundet.

Die hochwertige, feinkörnige Graphitlagerstätte hat ausgezeichnete metallurgische Eigenschaften. Analysen, die in Deutschland durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass Konzentrat aus Springdale für die Herstellung von hochwertigem mikronisiertem und kugelförmigem Graphit geeignet ist. Dieser ist ein Vorläufer für Batterieanodenmaterialien. Flotations-Teststudien haben eine Graphitreinheit von 95 % gezeigt, mit dem Potenzial, die Reinheit auf +99,95 % zu steigern.

Springdale wird voraussichtlich Graphitkonzentrat liefern, um die Weiterverarbeitungsanlagen des Unternehmens in einem vertikal integrierten Mine-to-Market-Betrieb zu versorgen. So wurde hierfür im Januar 2024 eine integrierte Scoping Study in Verbindung mit der Collie-Prozessanlage des Unternehmens veröffentlicht. Die Studie beinhaltet eine erste vorläufige Bewertung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit der Entwicklung eines Graphitabbau- und Konzentratproduktionsbetriebs im Springdale-Projekt. Das Konzentrat von rund 95 % Graphit würde dann zur wertsteigernden Verarbeitung nach Collie transportiert werden.

In der Studie wurden weniger als 15 % der Springdale-Ressource modelliert. Die Produktionsplanung bietet noch vielfach Optimierungspotenzial zum Base Case mit einer 15-jährigen Betriebsannahme. Die CAPEX für die Mine mit Konzentrator liegt bei 76 Mio. AUD. In der Collie-Anlage liegt die CAPEX für die Produktion von unbeschichtetem, sphärischem, gereinigtem Graphit bei 124 Mio. AUD (20 ktpa) und die Weiterverarbeitung zur noch höherwertigeren beschichteten Variante (18 ktpa) bei zusätzlichen 217 Mio. AUD. Als Verkaufspreise für die unbeschichtete Variante für die Batterieherstellung wurden 4.500 USD/t und beschichtet 8.500 USD/t angenommen. Der NPV (10 %) der Produktion von unbeschichtetem Graphit wurde mit 375 Mio. AUD und mit Beschichtung mit 603 Mio. AUD ausgewiesen (jeweils vor Steuern). Die niedrige Marktbewertung von International Graphite spiegelt dieses Potenzial aktuell noch nicht wider.

Aufbauend auf die hervorragenden Ergebnisse der Scoping Study laufen derzeit bereits Feasibility-Studien und die Minenplanung. Das Unternehmen erwartet, dass der Minenbau 2028 beginnen könnte, sobald die Genehmigungen vorliegen.

Mit dem japanischen Handelskonzern Marubeni existiert bereits eine unverbindliche Absichtserklärung für die potenzielle Lieferung von bis zu 10.000 Tonnen jährlich von verarbeitetem kugelförmigem Graphit aus Springdale/Collie. Marubeni würde durch die strategische Partnerschaft kritische Mineralien für Japans boomende Elektrofahrzeug- und Batterieherstellungsindustrie sichern.

Ausblick

International Graphite konnte aktuell im Juni 2026 eine Privatplatzierung zu 0,04 AUD je Einheit über eine Bruttosumme von 4,0 Mio. AUD erfolgreich schließen. Zwischenzeitlich wurde die Summe innerhalb einer zweiten Tranche auf 4,4 Mio. AUD erhöht. Der Erlös aus der erhöhten Platzierung soll das Alkeemia Joint Venture beschleunigen, um eine endgültige Investitionsentscheidung treffen und mit den ersten Arbeiten beginnen zu können. Ferner soll die Eigenkapitalfinanzierung für den Bau und die Inbetriebnahme der Collie-Mikronisierungsanlage abgeschlossen werden. Außerdem unterstützen die Mittel die Bewertung weiterer strategischer Wachstumschancen.

Für das kombinierte Springdale/Collie-Projektvorhaben laufen parallel Arbeiten an einer Machbarkeitsstudie. Die Projektentwürfe von Collie wurden abgeschlossen und die Baugenehmigungen der Gemeinde sind vorangekommen. Ausrüstung für die Mikronisierung wurde bestellt. Im europäischen Blähgraphitprojekt schreiten die Studien zur Prozessentwicklung und Kostenschätzung voran und sollen in Kürze abgeschlossen werden.

International Graphite verfügt zusätzlich zu den aktuellen Platzierungsmitteln über ungenutzte Fördermittel in Höhe von etwa 7,6 Mio. AUD aus drei Programmen der westaustralischen Regierung, die zur Unterstützung des Baus der Collie-Anlage und weiterer Midstream-Vorhaben zur Verfügung stehen.

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Das Management

International Graphite hat ein hochkarätiges Managementteam zusammengestellt, das auch einen Spezialisten aus Deutschland mit einschließt. Das Team verfügt über umfangreiche Erfahrung und Fachwissen in den Bereichen Kapitalmärkte, Bergbau, Graphitindustrie oder Unternehmensentwicklung.

Phil Hearse – Chairman und Gründer

Phil Hearse ist einer der führenden Metallurgen Australiens und hochkarätiger Experte in der Entwicklung von Graphitprojekten. Er gründete 2018 International Graphite und führt weiterhin das Wachstum und die Entwicklung des Unternehmens an. Als Ingenieur mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in diversen und herausfordernden Projekten auf der ganzen Welt hat ihn seine umfangreiche Karriere von operativen und technischen Rollen bei Broken Hill, Bougainville Copper, Queensland Nickel und Gove Alumina zu Führungspositionen in Ingenieurs- und Betreibergesellschaften geführt.

Phil ist Eigentümer und Geschäftsführer von Battery Limits, einem der führenden Unternehmen für Graphitmetallurgie und Verfahrenstechnik in Australien. Das Unternehmen hat vielen börsennotierten Gesellschaften dabei geholfen, bankfähige Machbarkeitsstudien für Graphitminen und Konzentratoren zu entwickeln, und hat bedeutendes geistiges Eigentum in der nachgelagerten Verarbeitung sowie Kenntnisse über den Endverbrauchermarkt generiert. Er ist Mitglied des Australasian Institute of Mining and Metallurgy.

Andrew Worland – CEO und Managing Director

Herr Worland spielte eine Schlüsselrolle bei der Gründung des Unternehmens und ist seit Anfang 2023 CEO und Managing Director. Er ist ein erfahrener Bergbauspezialist und ASX/TSX-Director. Seine Karriere umfasst fast 30 Jahre in leitenden Finanz-, Unternehmens-, Projektmanagement- und Marketingrollen im australischen Bergbausektor. Er war früher President, CEO und Corporate Secretary des kanadischen Unternehmens LeadFX Inc., das die Paroo-Station-Bleimine in Westaustralien und die Bongara-Zinkmine in Peru besitzt. Er war auch Chairman der an der ASX notierten Besra Gold Ltd. Seine Erfahrung im Rohstoffbereich umfasst Exploration, Entwicklung und den Betrieb in den Rohstoffsektoren Blei, Zink, Nickel, Kobalt, Gold, Eisenerz, Molybdän, Kupfer und Uran.

David Pass – Technical Director

Herr Pass hat seit der Gründung des Unternehmens eine Schlüsselrolle bei der technischen Entwicklung von International Graphite gespielt. Als Metallurg mit 30 Jahren Erfahrung in der Bergbauindustrie bringt er dem Unternehmen eine Mischung aus operativer Verarbeitung, Prozessdesign, Projektmanagement, Due-Diligence-Fähigkeiten und Managementerfahrung, incl. Erfahrung im Bergbaubetrieb bei Barrick Gold, mit. Er ist CEO von Battery Limits und ein anerkannter Experte für die Erst- und Weiterverarbeitung von Graphit. Er hat mehrere Studien in der Graphitprojektentwicklung bis hin zum Feasibility-Level geleitet. Zuvor arbeitete er in einer leitenden Position bei Moly Mines, wo er die Entwicklung der Molybdän-/Kupfer- und Eisenerzprojekte von Spinifex Ridge leitete. Er ist Mitglied des Australian Institute of Mining and Metallurgy.

Aidan Nania – Executive Director

Herr Nania ist Investmentbanker mit globaler Erfahrung im Rohstoffsektor und hat erfolgreich Transaktionen in Europa, Nordamerika, Asien/Pazifik und Afrika abgeschlossen. Er ist Gründer und Director von Arctic Graphite AS, einem geplanten JV-Partner im Blähgraphit-Projekt von International Graphite in Deutschland. Von 2020 bis 2023 war er Director und bedeutender Aktionär von Skaland Graphite AS, Europas größtem Hersteller von natürlichem Graphit. Sein tiefes Verständnis der Graphitwertschöpfungskette, vom Bergbau bis zur nachgelagerten Verarbeitung, wird ergänzt durch seine Fähigkeit, hochrangige industrielle Partnerschaften aufzubauen und Kapitalmarktergebnisse voranzutreiben.

Liam Farley – Non-Executive Director

Liam Farley ist Gründer und CEO von Xcelsior Capital, das 2023 als Investitionspartner von Wogen gegründet wurde. Zuvor war er Geschäftsführer bei Proterra Investment Partners in den USA und verfügt über umfangreiche Finanzerfahrung in den Bereichen globale kritische Mineralien, Industriematerialien und Energie. Liam bringt umfangreiche Expertise in den Bereichen strategische Investitionen, internationale Projektentwicklung und Kapitalstrukturierung mit, und er hat nachweislich Unternehmen in der Upstream-Produktion, der Midstream-Verarbeitung und den Downstream-Lieferketten in Europa, im asiatisch-pazifischen Raum und in Nordamerika unterstützt. Xcelsior trat als Ankerinvestor in der kürzlichen Platzierung von International Graphite auf.

Christoph Frey – Technical Advisor

Herr Frey ist Gründer und Geschäftsführer von ProGraphite in Untergriesbach bei Passau, das Dienstleistungen für Unternehmen im Bereich natürlichem Graphit und anderer Kohlenstoffprodukte anbietet. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Naturgraphitsektor. Auf dieser Basis hat er sich ein breites Spektrum an Fachwissen angeeignet, einschließlich Abbau, Verarbeitung, Wertschöpfung und Verkauf. Er hatte Führungspositionen bei Bergbau- und Weiterverarbeitungsunternehmen für Naturgraphit in Deutschland (AMG/Kropfmühl), China (QKG, Qingdao) und Skandinavien (Skaland, Norwegen) inne. Er war bzw. ist Board Director von Graphitunternehmen in Afrika, Skandinavien, Brasilien, Sri Lanka, China und Australien.

Fazit

International Graphite ist auf dem Weg, bis 2027 zwei Graphit-Produktionsanlagen in Betrieb zu nehmen. Diese sollten in der Lage sein, über 15.000 Tonnen Endprodukte pro Jahr zu produzieren und die Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens zu einem führenden Anbieter von hochwertigen Graphitprodukten zu unterstreichen.

Mit der Strategie, vor der Realisierung eines langwierigen Rohstoffprojekts erst Verarbeitungsanlagen in Betrieb zu nehmen und damit bereits wesentlich kurzfristiger Umsätze zu erzielen, ist erfolgsversprechend. Die Zusammenarbeit mit erfolgreichen Partnern aus der Branche unterstützt dieses Vorhaben.

Mit einem Fokus auf kritische Mineralien, wie Graphit, hat man sich strategisch gut positioniert. Das Unternehmen sollte somit einen wichtigen Beitrag zu weniger Abhängigkeit und höherer eigener Versorgung der westlichen Welt, insbesondere auch Europas, leisten können. Die Entwicklungschancen von International Graphite sind dahingehend sehr positiv.

Aktiendaten und Cashbestand

WKN: A3DJY5

ISIN: AU0000210957

ASX: IG6

FRA: H99

Kurs (06.07.2026): 0,041 AUD

Listings: ASX, Frankfurt, Stuttgart

Anzahl Aktien (Juli 2026): 256,7 Mio.

Options/Performance Rights (Juli 2026): 37 Mio.

Market Cap (06.07.2026): 10,5 Mio. AUD

Cashbestand: Privatplatzierung über 4 Mio. AUD brutto im Juni 2026 erfolgreich abgeschlossen