Eisen – Metall vom Himmel und aus der Erde

Eisen ist das zweithäufigste Metall (nach Aluminium) und das vierthäufigste Element in der Erdkruste; der Erdkern besteht vermutlich gänzlich aus Eisen und Nickel. Eisen ist daher weltweit in großer Menge verfügbar. Je geringer der Kohlenstoffgehalt des Eisens, desto schmiedbarer ist es: Modernes Eisen mit weniger als 2% bezeichnet man als Stahl. Eisen ist zudem ein recyclingfähiges Material, das sich aus Schrott wiedergewinnen lässt. Heute wird Eisen in verschiedensten Lebensbereichen eingesetzt: Baukonstruktionen aus Stahl, Fahrzeug- und Schiffsbau, Verpackungen, Leitungen, Gebrauchsgegenstände wie Werkzeuge und Klingen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Minenprofile zum Thema Eisenerz

Steckbrief Eisen

Name Eisen
Symbol Fe (lateinisch „ferrum“)
Ordnungszahl und Serie 26, Übergangsmetalle
Aggregatszustand fest
Farbe Gräulich-metallisch
Besondere Eigenschaften Magnetisch; abhängig vom Kohlestoffgehalt verschiedene Qualitäten: Gusseisen, Schmiedeeisen, Stahl

Seit wann ist Eisen bekannt?

Archäologisch relevante Eisenfunde, die eine Datierung des Aufkommens als Werkstoff erlauben, sind selten. Da Eisen bei Kontakt mit Sauerstoff korrodiert, sind über die Jahrtausende Artefakte nicht erhalten geblieben, ganz im Gegensatz zu Objekten aus Kupfer oder Bronze. Ein ägyptischer Grabfund, der auf etwa 3300 vor Christus datiert wurde, umfasst Perlen aus Meteoreisen, also Material, das nicht durch Bergbau, sondern aus extraplanetaren Körpern gewonnen wurde. Entsprechend kostbar war das seltene „Himmelseisen“. Der erste schriftliche Hinweis auf die Nutzung von irdischem Eisen stammt aus hethitischen Aufzeichnungen von etwa 1300 vor Christus, etwa um 1000 vor Christus lässt sich Eisenverhüttung archäologisch in Ägypten verorten – nicht durch Funde von Artefakten, sondern von Schmelzöfen. Als Triebfeder für das Aufkommen von Gusseisenprodukten erwies sich ab dem 13. Jahrhundert die Produktion von Kanonenkugeln, im Zuge der industriellen Revolution und der Entwicklung der Schwerindustrie wurden die Methoden der Eisenverarbeitung immer weiter perfektioniert. Eisen beziehungsweise Stahl ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken und zählt zu den wichtigsten Werkstoffen.

Wie wird Eisen gewonnen?

Eisen ist in der Natur nur selten in gediegener Form vorhanden. Eisenerze hingegen, insbesondere Magnetit, Pyrit und Hämatit sind die wichtigsten Ausgangsstoffe für die Gewinnung von Roheisen und häufig zu finden. Eisenerz wird sowohl im Tagebau als auch Untertagebau gefördert und in der Regel in Hochöfen aus dem zuvor dafür durch Zerkleinerung vorbereiteten Erz geschmolzen. Der Schmelzpunkt von Eisen beträgt 1450 °C. Das Roheisen, das zu diesem Zeitpunkt noch etwa 5% Kohlenstoff enthält, muss anschließend im Stahlwerk weitere Arbeitsschritte durchlaufen, damit daraus formbares Material werden kann. Neben dem Hochofen gibt es noch einige alternative Methoden zur Lösung des Eisens aus dem Erz, die weniger Materialeinsatz in Form von Brennstoff benötigen.

Wo wird Eisenerz gefördert?

Die wichtigsten Produzenten von Roheisen sind die Volksrepublik China mit großem Vorsprung vor Brasilien und Indien; die größte Tagebau-Erzlagerstätte befindet sich in Brasilien.

Investieren in Eisenerz?

Sie möchten ein Investment in Eisenerz tätigen? Als Optionen für Anlagen in Eisen stehen verschiedene Papierwerte bereit. Am Eisenerz-Handel können Sie mit ETFs und ETCs, Aktien, Fonds und Optionshandel teilnehmen. Sie haben die Wahl zwischen

  • Zertifikate auf den Eisenerzpreis
  • Aktien von Eisenerz-Minen und Stahlwerken
  • Eisen ETF und Eisen ETC
  • Futures auf Eisen

Der Wert von Eisen pro Tonne ist von den tagesaktuellen Entwicklungen an den Rohstoffbörsen sowie konjunkturellen Faktoren abhängig. Ob es sich lohnt, Eisenerz zu kaufen oder Werte wieder abzustoßen, können Sie am aktuellen Kupfer Chart ablesen.

Wissenswertes zum Eisenerz-Kauf

Der Wert von Eisenerz wird in USD pro trockener metrischer Tonne angegeben. Diese Maßeinheit wird speziell im Bergbau verwendet und bezeichnet eine metrische Tonne Erz ohne Wasser-, aber einem Metallgehalt von einem Prozent, was zehn Kilogramm Metallgewicht entspricht.