Zinn – Vom Kult zur Konserve

Zinn ist als Bestandteil von Bronze in etwa zeitgleich mit der Verarbeitung von Kupfer in den Fokus der Menschheit getreten. Lange Zeit wurde Zinn – neben seiner Verwendung in Legierungen – vor allem für Ziergegenstände, kultische und sakrale Gegenstände genutzt. Später wurde es ein weit verbreitetes Material zur Herstellung von Geschirr, Kunst- und Gebrauchsobjekten. Heute wird Zinn vor allem in medizinischem Sektor, bei der Herstellung von Konservendosen und im technischen Bereich als Lötmittel verwendet.

Minenprofile zum Thema Zinn

Steckbrief Zinn

Name Zinn
Symbol Sn (lateinisch: stannum)
Ordnungszahl und Serie 50, Übergangsmetalle
Aggregatszustand fest
Farbe grau bis silbrig glänzend
Besondere Eigenschaften sehr weich, niedriger Schmelzpunkt

Seit wann ist Zinn bekannt?

Zinn ist als Bestandteil von Bronze-Legierungen schon seit langer Zeit in Gebrauch und dürfte bereits kurz nach der Nutzbarmachung von Kupfer metallurgisch verarbeitet worden sein. Archäologische Funde im heutigen Serbien weisen auf die Erzeugung von zinnhaltigem Material um das Jahr 4650 vor Christus hin, in der Türkei vermuten Experten den gezielten Beginn der Förderung von Zinnerz etwa um 3000 vor Christus. Die wirtschaftliche Bedeutung von Zinn wuchs in Europa im Mittelalter, als es als haltbare Alternative zu Gebrauchsgegenständen aus Keramik populär wurde. Ab dem 19. Jahrhundert wurde Zinn auch industriell bedeutsam: Bei der Herstellung von Weißblech.

Wie wird Zinn gewonnen?

Zinn wird zum einen aus primären Lagerstätten gefördert; das wirtschaftlich bedeutendste Zinnerz ist Kassiterit. Zinn kommt dabei oft zusammen mit anderen Metallen wie Silber, Zink, Kupfer und Lithium vor. Zum anderen werden große Mengen auch aus sogenannten Seifenlagerstätten gefördert. Das zerkleinerte Erz wird auf chemischem oder elektrolytischem Weg angereichert und dann wieder mit Kohlenstoff reduziert. Im Anschluss kann das Zinn durch Erhitzung bis kurz über seinem Schmelzpunkt von anderem Material abgeschieden werden. Bedeutende Mengen an Zinn können heute auch aus dem Recyclingkreislauf zurückgewonnen werden.

Wo wird Zinn gefördert?

Die größten Zinnvorkommen finden sich in Asien: Führende produzierende Nationen sind die Volksrepublik China, Myanmar und Indonesien. Weitere relevante Vorkommen befinden sich vor allem in südamerikanischen Ländern.

Investieren in Zinn?

Sie haben sich entschieden, Geld in Zinn anzulegen und müssen sich für die passende Investitionsform entscheiden? Im börslichen Handel sind Sie mit Zink Wertpapieren gut beraten. Ihnen stehen interessante Optionen zur Verfügung, zum Beispiel

  • Zinnpreis-Zertifikate
  • Aktien von Zinn fördernden oder produzierenden Unternehmen
  • Zinn ETF und Zinn ETC
  • Futures auf Zinn

Die Rohstoffbörsen bestimmen den Zinn-Preis, dessen Kurse mit Angebot und Nachfrage an dem Basismetall schwanken. Zu welchem Preis Zinn aktuell gehandelt wird und ob Sie Zinn-Werte verkaufen oder kaufen sollten, sehen Sie am aktuellen Zinn-Chart.

Wissenswertes zum Zinn-Kauf

Zinn beziehungsweise das Zinn-Erz Kassiterit gilt laut der US-amerikanischen Börsenaufsicht als Konfliktmaterial, da möglicherweise Gewinne aus der Zinnproduktion im Kongo zur Finanzierung politisch motivierter bewaffneter Auseinandersetzungen im Land dienen. Der Preis für Zinn wird an der Börse in USD pro Tonne angegeben. Der Handel mit Zinn konzentriert sich auf die London Metal Exchange.