Metallstatistiken: Aluminium, Kupfer, Blei und Zinn im Defizit

Metallstatistiken: Aluminium, Kupfer, Blei und Zinn im Defizit bigstockphoto

Das World Bureau of Metal Statistics hat Daten zu den Metallmärkten in den ersten drei Quartalen des Jahres veröffentlicht. Für Aluminium, Kupfer, Blei und Zinn ergaben sich Angebotsdefizite. Für Zink und Nickel meldet das Institut dagegen Angebotsüberhänge.

Das World Bureau of Metal Statistics – mittlerweile der London Stock Exchange Group zugehörig – hat in der vergangenen Woche Daten zu den wichtigsten Metallen veröffentlicht. Berichtet wurde über Angebot und Nachfrage in den ersten neun Monaten des Jahres für Aluminium, Kupfer, Blei, Zink, Nickel und Zinn. Die Verfasser der Statistik weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Daten durch nationale Lockdowns verzerrt sein könnten.

Aluminium: 822 kt Defizit

Für Aluminium ergab sich den Statistiken zufolge in den ersten neun Monaten ein Defizit von 822 kt. Im Gesamtjahr 2021 hatte es ein Defizit von 1600 kt gegeben.

Die Nachfrage nach Primäraluminium in den ersten drei Quartalen belief sich demnach auf 51,84 Millionen t – 30 kt weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Produktion in Europa sank bedingt durch hohe Energiepreise. Dies wurde jedoch durch einen Anstieg der Produktion in China und anderen asiatischen Märkten ausgeglichen. Auf China entfallen 59 % der weltweiten Gesamtproduktion.

Die Aluminiumbestände sind ausgesprochen gering. Ende September befanden sich in den Lagern inklusive der LME Bestände  651 kt. Ende 2021 waren noch 1213,4 kt gemeldet worden.

Die jüngsten Trends: Im September wurden 5729,4 kt Primäraluminium produziert. Dieses Angebot stand einer Nachfrage von 5826 kt gegenüber.

Kupfer: 736 kt Defizit

Für den Kupfermarkt wurde in den ersten drei Quartalen ein Defizit von 736 kt gemeldet. Im gesamten Jahr 2021 belief sich das Defizit auf lediglich 285 kt.

Die weltweite Minenproduktion stieg demnach um 1,2 % auf 16 Millionen t. Die raffinierte Produktion erreichte 18,5 Millionen t – ebenfalls 1,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Deutliche Steigerungen gab es hier vor allem in China und Indien.

Die weltweite Nachfrage erreichte 19,25 Millionen t und damit 4,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. 10,71 Millionen t der Nachfrage entfielen auf China – ein Anstieg um 5,5 %.

Die durch die LME gemeldeten Bestände lagen Ende September um 48 kt höher als ein Jahr zuvor. Die Comex Lagerbestände gingen dagegen um 21,3 kt zurück.

Jüngste Trends auf dem Kupfermarkt: Im September belief sich die Produktion auf 2085 kt, die Nachfrage lag mit 2246,9 kt darüber.

Blei: 167 kt Defizit

Für Blei ergab sich im ersten Dreivierteljahr ein Defizit von 167 kt. Auch hier steigt das Defizit an: Im Gesamtjahr 2021 wurde ein Nachfrageüberhang von 90,1 kt berichtet. Die Lagerbestände lagen um 43,9 kt niedriger als Ende 2021.

Dem Bericht zufolge stieg die weltweite Produktion um 2,8 % auf 10.862,3 kt. Davon entfielen 5475,5 kt auf China – ein Anstieg um 161,2 kt zum Vorjahreszeitraum.

Jüngste Trends: Im September lag die Produktion bei 1266,6 kt und überstieg damit die Nachfrage von 1246,1 kt.

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Zinn: 8,5 kt Defizit

Für den Zinnmarkt wurde ein Defizit von 8,5 kt berichtet. Die weltweite raffinierte Produktion ging um 39 kt zurück, traf jedoch auch auf eine schwächere Nachfrage. Demnach wurden in den ersten drei Quartalen 260,2 kt und damit 11,2 % weniger als im Vorjahreszeitraum nachgefragt. Sowohl in China als auch in Japan und den USA sank die Nachfrage.

Jüngste Trends: Im September wurden 29 kt raffiniertes Zinn produziert und 30,7 kt verbraucht.

Zink: 291 kt Überschuss

Auf dem Zinkmarkt ergab sich dagegen ein Überschuss von 291 kt. Im Gesamtjahr 2021 war noch ein Defizit von 115,6 kt berichtet worden. Dennoch gingen auch hier die Lagerbestände um 161,5 kt zurück.

Die weltweite Zinkproduktion sank in den ersten neun Monaten um 1,3 %. Allerdings lag die Nachfrage um 5,4 % unter dem Vorjahresniveau. Rund die Hälfte der weltweiten Zinknachfrage entfiel mit 5003,9 kt auf China.

Die jüngsten Trends: Im September lag die Produktion bei 1167,2 kt und damit nur noch knapp über der Nachfrage von 1161,1 kt.

Nickel: 10,5 kt Überschuss

Für den Nickelmarkt meldet dass WBMS einen Überschuss von 10,5 kt. 2021 lag noch ein Defizit von 81,3 kt vor. Die Bestände der LME lagen Ende September um 46,6 kt niedriger als zum Jahreswechsel.

Die Minenproduktion stieg um 287 kt auf 2297,1 kt. In China stieg die Nachfrage um 98,1 kt auf 1121,3 kt. Gleichzeitig ging die chinesische Hütten- und Raffinerieproduktion um 62,2 kt zurück. Dies konnte nicht zuletzt Indonesien ausgleichen, wo die Produktion von Schmelzhütten und Raffinerien um 23 % auf 787,6 kt stieg.

Im September stand eine Produktion von 255,2 kt einer Nachfrage von 293,9 kt gegenüber.