Platin – Rätselhaftes Edelmetall

Antike Völker nutzten – vermutlich ohne sich der chemischen Zusammenhänge bewusst zu sein – natürliche Platinbeimengungen in Gold zur Herstellung extrem haltbarer Legierungen. Die spanischen Eroberer hielten es für „unreifes“ Gold und entsorgten es kurzerhand. Erst in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts fanden europäische Chemiker industrielle Wege, reines Platin herzustellen. Als Edelmetall ist Platin heute bedeutend: Es wird zu Schmuck verarbeitet, findet aber, nicht zuletzt wegen seiner idealen Eigenschaften als elektrisches Leitmedium und seiner Temperaturbeständigkeit, auch in medizinischen und technischen Kontexten Verwendung. Etwa die Hälfte der Platinförderung wird in Katalysatoren für Fahrzeuge verbraucht.

Steckbrief Platin

Name Platin
Symbol Pt (spanisch „platina“, d.h. etwa „Silberchen“)
Ordnungszahl und Serie 78, Übergangsmetalle
Aggregatszustand fest
Farbe Gräulich-weiß
Besondere Eigenschaften Hohe Beständigkeit gegen Korrosion, hoher Schmelzpunkt sehr guter elektrischer Leiter

Seit wann ist Platin bekannt?

Platin wurde, wie archäologische Funde beweisen, schon im alten Ägypten und bei indigenen südamerikanischen Völkern verwendet, allerdings nicht in purer Form, sondern als mit damaligen chemischen Methoden nicht von Gold abtrennbarer Stoff. Die erste wissenschaftliche Beschreibung stammt aus dem Jahr 1748: Das auffälligste Merkmal des neu entdeckten Metalls war seine vermeintliche Unschmelzbarkeit: Der Schmelzpunkt liegt bei 1768°C.

Wie wird Platin gewonnen?

Platin kommt in seinem Elementarzustand in gediegener Form vor, beispielsweise als Nugget, oder in Verbindung mit anderen Mineralien. Aktuell sind rund 50 solcher Platinmineralien bekannt.

Der gezielte Abbau von metallischem Platin spielt eine geringere Rolle und ist sehr aufwändig: Um eine Unze Plazin zu gewinnen, müssen etwa zehn Tonnen Erz abgebaut werden; der Veredlungsprozess nimmt mehrere Monate in Anspruch. Wirtschaftlich gängiger ist die Gewinnung als Nebenprodukt aus der Buntmetallförderung, wo es zum Beispiel bei der Nickelraffination anfällt..

Wo wird Platin gefördert?

Die wirtschaftliche kommerzielle Förderung von Platin erfolgt erst seit 1924, als in Südafrika die bis dato größte bekannte Platinlagerstätte der Welt entdeckt wurde. Wichtigstes Förderland ist nach wie vor Südafrika, mit großem Abstand gefolgt von Russland und Kanada.

Investieren in Platin?

Sie möchten in Platin investieren und überlegen, welche Anlageform für Platin die beste ist? Wie bei allen Edelmetallen haben Sie die Wahl zwischen real existierenden Material oder Papierwerten.

  • Physikalisches Platin: Vereinzelt werden Platin-Münzen als Geldanlageobjekte ausgegeben; daneben wird Platin in Barrenform gehandelt. Wichtige Handelsplätze in Europa für physisches Platin sind London und Zürich. Platinbarren erhalten Sie über Banken und Prägeanstalten.
  • Wertpapiere: Als Trader können Sie auch ohne physisches Platin in den Handel einsteigen: Mit Aktien, Fonds und spekulatives Geschick können Sie virtuell Platin handeln. Beliebte Produkte sind Platinpreis Zertifikate, Aktien von Platinproduzenten und Platin ETF und Platin ETC

Der Wert pro Unze von Platin steigt und fällt mit aktuellen Börsen-Kursen. Wie viel der Preis von Platin beträgt, können Sie am offiziellen Platin Chart ablesen.

Wissenswertes zum Platinkauf

Der Platinpreis liegt, um die Relationen unter den Edelmetallen zu verdeutlichen, ungefähr 10 Prozent über dem Goldpreis. Platin ist zirka sechzig mal teurer als Silber und damit das teuerste der Edelmetalle. Seine Kostbarkeit rührt von seiner Seltenheit her: Es werden nur vergleichsweise geringe Mengen gefördert. Das Währungskürzel XPT bezeichnet an der Börse den US-Dollarwert einer Feinunze Platin. Der Kauf und Verkauf von Platinbarren ist in Deutschland umsatzsteuerpflichtig.