Erstellt im Auftrag von International Graphite

Überkapazitäten in China: Batterieevolution treibt Nachfrage nach natürlichem Graphit

Überkapazitäten in China: Batterieevolution treibt Nachfrage nach natürlichem Graphit bigstockphoto

International Graphite treibt seine Pläne zur Graphitproduktion in Australien zügig voran. Ende Mai begannen die Erdarbeiten für die geplante Graphit-Mikronisierungsanlage in Collie in Westaustralien. Ende Juni wurde der Vertrag mit dem Bauunternehmen unterzeichnet. Die Fertigstellung inklusive Stufe 2 ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Dann soll eine Nennkapazität von 7.500 Tonnen pro Jahr zur Verfügung stehen. Die Baukosten: 8 Mio. AUD.

Collie ist Teil eines größeren Plans. Die Verarbeitungsanlage soll mit Material aus dem Springdale-Graphitprojekt beliefert werden, das ebenfalls in Westaustralien liegt. Springdale ist mit geschätzten 49,3 Millionen Tonnen Graphit und einem Gesamtgraphitgehalt (TGC) von 6,5 % das zweitgrößte Graphitvorkommen Australiens und eines der 15 größten weltweit – bei erheblichem verbliebenen Explorationspotenzial.

International Graphite schließt Collie-Offtake-Deal mit Wogen

Abnehmer für die Produktion gibt es bereits: Wenige Tage vor der Unterzeichnung des Bauvertrags schloss International Graphite einen Deal mit einer in Hongkong ansässigen Tochter des britischen Unternehmens Wogen. Wogen wird ab dem Start der Produktion mindestens 3.000 Tonnen mikronisiertes Graphit pro Jahr kaufen.

Wogen CEO John Craig erläuterte beim Abschluss des Vertrags, wo die Produktion aus Collie benötigt wird und warum ein frühzeitiger Zugriff auf die Kapazitäten gewünscht war. Man wolle "dem asiatisch-pazifischen Markt eine neue Quelle für hochwertige Industriegraphitprodukte erschließen, insbesondere für Kunden in Japan und Südkorea", da diese zwei der am schnellsten wachsenden Märkte der Region für fortschrittliche Fertigungsmaterialien darstellten.

Wogen handelt mit Spezialmetallen- und Mineralien und beliefert unter anderem Regierungen, Stahlwerke, Industrie-, Technologie- und Luft- und Raumfahrtunternehmen, Gießereien, die Legierungsindustrie, Bergbauunternehmen und Hüttenwerke. Wenn eine Adresse wie Wogen sich frühzeitig Produktionskapazitäten sichert, spricht dies für einen Markt, der sich trotz steigender Nachfrage in den vergangenen Jahren nur durchschnittlich entwickeln konnte: Es geht um natürliches Graphit.

Nicht nur Wogen geht davon aus, dass die Nachfrage nach natürlichem Graphit durch Batteriehersteller in den kommenden Jahren steigen wird. Grundsätzlich liegen die Preise für natürliches Graphit deutlich unter denen der synthetischen Variante, deren Herstellung aus Petrokoks viermal mehr Strom benötigt. Überkapazitäten bei synthetischem Graphit in China haben die Preisunterschiede jedoch weitgehend neutralisiert.

Synthetisches Graphit wegen Überkapazitäten in China zu billig

Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Jon Jacobs, Chief Commercial Officer des US-amerikanischen Mineralressourcenentwicklers Westwater Resources, sagte kürzlich gegenüber dem Branchendienst Fastmarkets: "Diese chinesischen Unternehmen können Graphit nicht weiterhin zu ihren derzeitigen Preisen verkaufen, sonst gehen sie pleite. Wenn diese chinesischen Unternehmen also vom Markt verschwinden – und das werden sie –, kehrt der Preisunterschied zwischen den Materialien zurück."

Jacobs geht davon aus, dass die Bedeutung von natürlichem Graphit auch aufgrund der Evolution der Batterietechnik wachsen wird. So werden Batterien üblicherweise aus einer Mischung beider Materialien hergestellt. "Durch die Mischung von Naturgraphit mit künstlichem Graphit lassen sich einige Vorteile beider Welten nutzen", erklärte er.

So bestimme der Kathodentyp in der Batterie das Verhältnis von Naturgraphit zu synthetischem Graphit. Eine Nickel-Kobalt-Mangan-Kathode (NCM), die in Premium-Elektrofahrzeugen mit größerer Reichweite eingesetzt wird, bestehe in der Regel aus einer Mischung von 50 % Naturgraphit und 50 % synthetischem Graphit.

Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Kathoden, die im Vergleich zu NCM-Kathoden eine geringere Energiedichte, aber eine längere Lebensdauer aufweisen, verwenden dem COO zufolge typischerweise eine Mischung aus 70 % synthetischem und 30 % natürlichem Graphit. Allerdings haben jüngste Fortschritte in der Naturgraphitproduktion ein gleichmäßigeres und poröseres Graphit hervorgebracht, wodurch Naturgraphit ähnlich wie synthetisches Material funktionieren könne. Deshalb tendieren immer mehr Batteriehersteller dazu, einen höheren Anteil an natürlichem Material zu verwenden.

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Künftig mehr natürliches Graphit in Batterien?

"Ich glaube nicht, dass LFP-Batterien jemals vollständig auf künstliches Graphit verzichten werden, aber ich gehe davon aus, dass sich das Mischungsverhältnis in die gleiche Richtung wie bei der NCM-Kathode entwickeln wird", sagte Jacobs gegenüber Fastmarkets.

Westwater plant, im Jahr 2029 die Produktion in einer Mine in Coosa County im Alabama aufzunehmen. Bereits vorher soll eine Aufbereitungsanlage den Betrieb aufnehmen. "Die Angst, dass Zölle heute da sind, morgen weg und heute wieder da – als ob es immer irgendeine Angst gäbe", verweist auf die Vorteile westlicher Lieferketten in einem Markt, der von China dominiert wird.

An solchen westlichen Lieferketten arbeitet auch International Graphite mit Mine und Verarbeitungsanlage in Westaustralien und einem JV mit Alkeemia in Europa. Der Deal mit Wogen gilt als wegweisend. International Graphite CEO Andrew Worland ordnete die Vereinbarung ein: "Wogen verfügt über umfassende Erfahrung in der globalen Graphit-Lieferkette und ist auf allen wichtigen Märkten stark vertreten. Unser Standort in Collie wird direkt Wogens Kompetenzen in den Bereichen Beschaffung, Handel, Logistik und Marketing profitieren. Dies ist ein wichtiger Schritt im Rahmen unserer Strategie, Partnerschaften mit Marktführern einzugehen."

Die absehbar steigende Nachfrage nach Graphit und die wachsende Bedeutung des natürlichen Graphits in der Batterieherstellung machen das künftige Produkt des Unternehmens zu einem weltweit gefragten Gut. In Verbindung mit den raschen Fortschritten bei Collie und der strategisch und operativ wertvollen Kooperation mit Wogen sollte dies auch dem Aktienkurs perspektivisch Auftrieb verleihen. Aktuell notiert die Aktie am unteren Rand eines seit fast zwei Jahren laufenden Seitwärtstrends und hat aufgrund der aufgezeigten Perspektiven enormes Aufwärtspotenzial.