Erstellt im Auftrag von International Graphite

Graphit ohne China: Dieser Batteriemetallentwickler baut seine eigene Lieferkette in Europa

Graphit ohne China: Dieser Batteriemetallentwickler baut seine eigene Lieferkette in Europa International Graphite

Investment-Highlights:

  • Zweitgrößte bekannte Graphitlagerstätte Australiens als strategisches Rückgrat
  • Zwei Verarbeitungsanlagen auf zwei Kontinenten kurz vor der Inbetriebnahme
  • Testergebnisse mit über 99,95 % Reinheit auf Batteriequalitäts-Niveau
  • Collie-Anlage 2027: der Umsatzkatalysator noch vor der eigenen Minenproduktion
  • Management mit jahrzehntelanger Graphit-, Bergbau- und Kapitalmarkterfahrung
  • Starke Industriepartner an Bord: Alkeemia, Marubeni und die westaustralische Regierung
  • Frisches Kapital gesichert; Bau und Genehmigungen kommen zügig voran

Wer auf kritische Rohstoffe setzt, landet meist bei Lithium, Kupfer oder Seltenen Erden. Graphit wird dabei oft übersehen, dabei steckt der Rohstoff in praktisch jeder Batterieanode moderner Elektrofahrzeuge und Energiespeicher. Genau hier setzt International Graphite (ASX: IG6, ISIN: AU0000210957, WKN: A3DJY5) an, ein Unternehmen aus Perth/Westaustralien, das die komplette Wertschöpfungskette vom Bergwerk bis zum fertigen Anodenmaterial abdecken will.

Das Besondere an der Strategie: Statt zunächst Jahre in die Erschließung einer eigenen Mine zu investieren, baut das Unternehmen zuerst die notwendigen Verarbeitungsanlagen. Zugekauftes Rohgraphit wird verarbeitet, bis die eigene Lagerstätte Springdale, Westaustralien in einigen Jahren die Rohstoffversorgung übernehmen kann. Dieser Weg erlaubt es, deutlich früher Umsätze zu erzielen, als es ein klassisches Minenprojekt zulassen würde.

Die Notwendigkeit für ein solches Vorhaben ergibt sich aus der aktuellen Marktlage: Rund drei Viertel der weltweiten natürlichen Graphitkonzentrate stammten 2025 aus China. Fast die gesamte Menge wird dort auch veredelt. Für westliche Industrie- und Batteriehersteller entsteht damit eine Abhängigkeit, die zunehmend als Risiko wahrgenommen wird. Die Nachfrage nach natürlichem Graphit hat sich in den vergangenen sechs Jahren nämlich mehr als verdoppelt und liegt aktuell bei rund 1,3 Millionen Tonnen jährlich. Bis 2040 soll sie auf etwa 3,2 Millionen Tonnen steigen, wobei der Anteil außerhalb Chinas produzierter Mengen deutlich zunehmen wird. Haupttreiber ist die Elektromobilität, denn Batterieanoden gelten als der am stärksten wachsende Anwendungsbereich für hochwertigen, mikronisierten Graphit.

Abb. 1: Erwartetes Nachfragewachstum nach Naturgraphit bis 2040 (Quelle: International Graphite)

Anlagen zur Graphitverarbeitung in Australien und Europa

International Graphite betreibt in Collie, rund 200 Kilometer südlich von Perth, bereits seit 2023 eine Pilotanlage und errichtet dort derzeit Australiens erste kommerzielle Mikronisierungsanlage für Graphit. Die erste Ausbaustufe soll 4.000 Tonnen jährlich produzieren, eine zweite Phase erhöht die Kapazität auf 7.500 Tonnen. Der Start ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. Ziel ist zunächst unbeschichteter, hochreiner sphärischer Graphit, der in einem weiteren Schritt zu fertigem Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien veredelt werden kann.

Abb. 2: Lage von Collie und Springdale im Südwesten Westaustraliens (Quelle: International Graphite)

Parallel dazu entsteht in Porto Marghera bei Venedig eine zweite Anlage, die im Rahmen eines Joint Ventures mit dem Chemiekonzern Alkeemia S.p.A. gebaut wird. Der Standort bietet Zugang zu industrieller Infrastruktur und zu Flusssäure, dem Standardreagenz für die Reinigung von Naturgraphit bis zur Batteriequalität. Die Anfangskapazität von rund 10.500 Tonnen pro Jahr soll bis 2030 auf 20.000 Tonnen wachsen. International Graphite bringt dafür rund 12 Millionen australische Dollar Kapital ein, während für das Unternehmen bereits bei anfänglicher Produktion ein jährliches EBITDA von etwa 12,2 Millionen AUD in Aussicht gestellt wird. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant, erste Produktion wird für Ende 2027 erwartet.

Abb. 3: Geplante Lage und Einrichtungen der Graphitverarbeitungsanlage in Porto Marghera (Quelle: International Graphite)

Ergänzt wird das Portfolio durch ein geplantes Blähgraphitprojekt in Deutschland, an dem sich International Graphite über ein 50:50-Joint-Venture mit Arctic Graphite AS beteiligt, einer Tochter der norwegischen Bergbaugesellschaft Leonhard Nilsen & Sønner. Als möglicher Standort gilt der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Blähgraphit wird unter anderem in Brandschutzmitteln und zur Wärmedämmung eingesetzt, auch hier ist die Nachfrage hoch und das europäische Angebot begrenzt.

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Zweitgrößte Graphitlagerstätte Australiens

Damit die Anlagen langfristig nicht auf Zukäufe angewiesen bleiben, entwickelt International Graphite parallel das Springdale-Projekt an der Südküste Westaustraliens, das sich mittlerweile zur zweitgrößten bekannten Graphitlagerstätte Australiens entwickelt hat. Die Region ist als Bergbaustandort etabliert, in der Nähe liegen etwa die Ravensthorpe-Nickelmine von First Quantum Minerals CA3359341052 904604 sowie die Mount-Cattlin-Lithiummine, die inzwischen zum Rio-Tinto-Konzern GB0007188757 852147 gehört.

Abb. 4: Lage von Springdale an der Südküste Westaustraliens (Quelle: International Graphite)

Eine Ressourcenschätzung aus dem Jahr 2023 weist rund 49,3 Millionen Tonnen mit einem Graphitgehalt von 6,5 Prozent aus, wobei bislang erst ein kleiner Teil des Projektgebiets exploriert wurde. Eine Scoping-Studie aus dem Januar 2024 bezifferte die Investitionskosten für Mine und Konzentrator auf 76 Millionen AUD und für die Weiterverarbeitung auf weitere 124 Millionen AUD. Der ausgewiesene Kapitalwert reicht von 375 Millionen AUD für unbeschichteten Graphit bis zu 603 Millionen AUD, sollte die höherwertige beschichtete Variante hergestellt werden. Diese Zahlen wirken angesichts der aktuellen Marktbewertung des Unternehmens von nur rund 10,5 Millionen AUD auf den ersten Blick fast schon disproportional, wobei allerdings auch noch wichtige Entwicklungsschritte bis zur Umsetzung ausstehen.

Abb. 5: Springdale Graphitressourcenschätzung von 2023 (Quelle: International Graphite)

Im Vergleich zu etablierteren Graphitwerten wie Syrah Resources AU000000SYR9 A0MXQX, das mit seinem Balama-Projekt in Mosambik seit Jahren mit operativen Anlaufschwierigkeiten kämpft, oder dem kanadischen Anodenmaterial-Entwickler Nouveau Monde Graphite CA66979W8429 A3CMLY, der noch keine Produktion erreicht hat, punktet International Graphite mit einem Ansatz, der über die Verarbeitungsanlagen bereits vor der eigenen Minenproduktion Cashflows generieren könnte. Mit dem japanischen Handelshaus Marubeni besteht zudem eine Absichtserklärung über die Lieferung von bis zu 10.000 Tonnen verarbeitetem Graphit jährlich, was zeigt, dass auch asiatische Abnehmer an einer Diversifizierung ihrer Lieferketten interessiert sind.

Riesige Wachstumschancen bei niedriger Bewertung

Im Juni 2026 schloss International Graphite eine Kapitalerhöhung über 4,4 Millionen AUD ab. Die Mittel sollen das Alkeemia-Joint-Venture in Italien beschleunigen und die Finanzierung der Verarbeitungsanlage in Westaustralien abrunden. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über bislang ungenutzte Fördermittel von rund 7,6 Millionen AUD aus drei Programmen der westaustralischen Regierung, was zeigt, dass die Projekte auch politisch als strategisch relevant eingestuft werden. Für das Springdale-Vorhaben laufen derzeit weiterführende Machbarkeitsstudien, während in Deutschland die Prozessentwicklung für das Blähgraphitprojekt vorangetrieben wird.

Sollte es International Graphite gelingen, beide Verarbeitungsanlagen wie geplant 2027 in Betrieb zu nehmen, würde man zu einem der ersten Anbieter außerhalb Chinas zählen, der verarbeitete Graphitprodukte in relevantem Umfang liefert. Die strukturelle Verknappung unabhängiger Graphitversorgung dürfte diesem Vorhaben in den kommenden Jahren Rückenwind verleihen, zumal westliche Regierungen und Automobilhersteller zunehmend auf diversifizierte Lieferketten drängen.

Die IG6-Aktie bietet Zugang zu einem strukturellen Wachstumsthema, das abseits der bekannten Rohstoffe Lithium und Seltene Erden bei Investoren bislang noch wenig Beachtung findet. Durch die Verbindung zweier fast baureifer Verarbeitungsanlagen, einer eigenen Rohstoffbasis mit riesigem Wachstumspotenzial und einer noch niedrigen Marktbewertung gehört International Graphite angesichts der bevorstehenden Meilensteine damit auf die Watchlist ambitionierter Minenanleger. Die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind, ob Bau, Finanzierung und Hochlauf der Anlagen tatsächlich im geplanten Zeitrahmen gelingen.