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Neue Atlantikanbindung stärkt Rohstoffexporte aus dem Kongo

Neue Atlantikanbindung stärkt Rohstoffexporte aus dem Kongo Lobito Atlantic Railway

Das Bahn- und Hafennetz zwischen Angola und dem kongolesischen Kupfergürtel erhält 753 Millionen US-Dollar für den Ausbau. Betreiber Lobito Atlantic Railway, getragen vom Baukonzern Mota-Engil und dem Rohstoffhändler Trafigura, stärkt damit eine Exportachse für Kupfer, Kobalt und Mangan.

Finanzierung steigert Transportkapazität drastisch

Für die Sanierung und den Betrieb der Bahn sowie des Mineralhafens stellt die US International Development Finance Corporation (DFC) 553 Millionen US-Dollar bereit. Von der Development Bank of Southern Africa (DBSA) kommen weitere 200 Millionen US-Dollar. Die Africa Finance Corporation, ein panafrikanischer Infrastrukturfinanzierer, und der auf afrikanische Infrastrukturprojekte spezialisierte Finanzberater Eaglestone strukturierten das Kreditpaket. Nach den Ende 2025 unterzeichneten Finanzierungsvereinbarungen meldete die AFC Anfang Juli den formalen Abschluss der Transaktion.

Die Mittel fließen in die Modernisierung und den Betrieb der rund 1.300 Kilometer langen angolanischen Strecke samt Hafenanlage in Lobito. Die jährliche Kapazität soll von 400.000 auf 4,6 Millionen Tonnen steigen. DFC rechnet mit bis zu 30 Prozent niedrigeren Frachtkosten und einer um durchschnittlich 29 Tage verkürzten Transportzeit zu den Weltmärkten. Lobito wird damit zu einer echten Alternative zu den Häfen im Süden und Osten Afrikas.

Atlantikweg beschleunigt Rohstoffexporte

Auf angolanischer Seite verläuft die Bahn über 1.289 Kilometer von Lobito bis Luau an der kongolesischen Grenze. Dort schließt ein 450 Kilometer langer Abschnitt über Dilolo an das Bergbauzentrum Kolwezi an. Beide Netze besitzen dieselbe Spurweite, sodass Waggons die Grenze ohne Umladung passieren können. Lobito Atlantic Railway öffnet die Strecke für sämtliche gewerblichen Kunden.

Mehr Kapazität, kürzere Laufzeiten und eine stabilere Anbindung sollen die Exportbedingungen im Kupfergürtel verbessern und die Abhängigkeit von einzelnen Häfen und langen Straßenwegen verringern. Wie störanfällig der Betrieb noch ist, zeigte allerdings das Frühjahr: Schwere Überschwemmungen unterbrachen den Abschnitt zwischen Lobito und Huambo für zwei Monate. Nach der Reparatur erreichte Mitte Juni 2026 wieder ein Kupferzug aus dem Kongo den Hafen. Dort war bereits im Mai die erste Kobaltlieferung eingetroffen.

Kisenge nutzt den Schienenweg bereits für Mangan

Über Lobito rollt längst mehr als Kupfer und Kobalt. Nach Angaben der angolanischen Regierung befördert die kongolesische Staatsbahn SNCC jährlich rund 120.000 Tonnen mineralischer Erzeugnisse aus dem Kongo über den Korridor. Zu den Frachten gehören Kupfer und Mangan aus den Minen von Kisenge in der rohstoffreichen Provinz Lualaba. Von dort gelangt das Material per Bahn bis zum Atlantikhafen.

Kisenge ist ein historischer Manganstandort mit direkter Schienenanbindung. Nach 2022 veröffentlichten Projektangaben lagerten dort rund 240.000 Tonnen bereits gewaschenes hochgradiges Manganerz sowie knapp 2,4 Millionen Tonnen noch nicht aufbereitetes Fördermaterial. Davon getrennt wurden historische Reserven und Ressourcen von insgesamt 27 Millionen Tonnen ausgewiesen. Zum Minenkomplex zählten außerdem eine rund 25 Quadratkilometer große Lizenzfläche sowie Energieversorgung, Verladeeinrichtungen und eine Pilotanlage.

Die Verbindung nach Lobito könnte Kisenge nicht nur den Export erleichtern, sondern den Standort auch für die geplante Batterieindustrie im südlichen Zentralafrika interessant machen. Die Demokratische Republik Kongo und Sambia prüfen den Aufbau einer gemeinsamen Anlage für Vorprodukte aus Nickel, Mangan und Kobalt. Das zunächst betrachtete Modell mit jährlich 100.000 Tonnen NMC-622 – einem Material mit sechs Teilen Nickel zu je zwei Teilen Mangan und Kobalt – würde rund 15.000 Tonnen zu Sulfat verarbeitetes Mangan benötigen. Eine konkrete Bezugsquelle ist bislang nicht festgelegt. Wegen seiner Vorkommen und der vorhandenen Logistik zählt Kisenge jedoch zu den naheliegenden Standorten im regionalen Einzugsgebiet.

Der Minenkomplex könnte sein Erz somit an internationale Abnehmer liefern oder einer künftigen regionalen Verarbeitung zuführen. Beide Absatzwege gewinnen durch den Ausbau des Korridors an Substanz.

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Westliches Mangan gewinnt global an Bedeutung

Bei der geplanten Wiederbelebung von Kisenge spielte der US-amerikanische Bergbauingenieur und international erfahrene Rohstoffmanager Brian Savage eine zentrale Rolle. Als damaliger Chef von Sage Management war er an der Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens beteiligt, das den historischen Minenbetrieb wieder aufnehmen und hochreines Mangansulfat-Monohydrat herstellen sollte – einen Ausgangsstoff für Batteriekathoden und stationäre Energiespeicher. Heute führt Savage Electric Metals USA US2848981039 A41ZEN. Zugleich ist er weiterhin Direktor der privaten Kisenge Metals Corporation.

Auch bei Electric Metals steht Mangan im Mittelpunkt, allerdings im US-Bundesstaat Minnesota. Den Kern des North-Star-Projekts bildet die Emily-Lagerstätte. Die angezeigte Ressource umfasst 6,23 Millionen Tonnen mit einem durchschnittlichen Mangangehalt von 19,27 Prozent; hinzu kommen 4,92 Millionen Tonnen abgeleitete Ressourcen mit 17,5 Prozent Mangan.

Eine digitale Sortierungsstudie untersuchte davon getrennt niedriger mineralisiertes Bohrkernmaterial mit durchschnittlich 8,2 Prozent Mangan. Durch das rechnerische Ausscheiden eines großen Teils des Begleitgesteins stieg der Gehalt des verbleibenden Materials auf 17,5 Prozent, während 92 Prozent des enthaltenen Mangans erhalten blieben. Praktische Versuche sollen nun bestätigen, ob sich dieser Effekt im technischen Maßstab erreichen lässt.

Electric Metals plant eine durchgängige US-Produktion von der Mine bis zu hochreinem Mangansulfat und Elektrolytmangan, einem Metall für Stahl, Batterien und industrielle Spezialanwendungen. Im Mai 2026 begann das Unternehmen mit der wirtschaftlichen Untersuchung der dafür vorgesehenen Verarbeitungsanlagen.

Washington macht heimisches Mangan zur Priorität

Das Vorhaben trifft auf einen Kurswechsel in Washington. Mangan steht auf der US-Liste kritischer Mineralien, während die Regierung Genehmigungen für heimische Rohstoffprojekte beschleunigen und zusätzliche Förderinstrumente mobilisieren will. Electric Metals sieht mögliche Abnehmer in der Batterie- und Speicherindustrie, im Verteidigungssektor sowie bei Herstellern von Speziallegierungen und technischen Produkten.

Die Versorgungslücke ist groß: In den Vereinigten Staaten wird seit Jahrzehnten kein marktfähiges Manganerz mehr gefördert, der Bedarf hängt vollständig an Importen. Afrika spielt dabei bereits eine Schlüsselrolle. Fast neun Zehntel der US-Einfuhren von Manganerz kamen zuletzt aus Gabun und Südafrika. Electric Metals will diese Abhängigkeit mit Förderung und Verarbeitung in Minnesota verringern; eine konkrete staatliche Finanzierung oder Einstufung von North Star als Vorrangprojekt hat das Unternehmen bislang nicht gemeldet.

Auf afrikanische Lieferungen wird der US-Markt dennoch auf absehbare Zeit angewiesen bleiben. Der Ausbau des Lobito-Korridors kann weitere Lagerstätten im südlichen Zentralafrika für westliche Abnehmer erschließen. North Star soll die US-Produktion zurückbringen, während Kisenge die afrikanische Manganversorgung über eine besser ausgebaute Exportachse ergänzen könnte.