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Mangan wird zur Chefsache in Washington

Mangan wird zur Chefsache in Washington South32

Der australische Bergbaukonzern South32 AU000000S320 A14QLH steht mit Hermosa, einem Zink-Mangan-Vorhaben in Arizona, vor einem wichtigen behördlichen Genehmigungsschritt. Beide Rohstoffe gelten in den USA als kritisch – bei Mangan hat seit den 1970er-Jahren kein heimischer Abbau mehr stattgefunden. Für die Branche zeigt der Fall, wie eng Genehmigungspolitik und Rohstoffstrategie inzwischen zusammenlaufen.

Kritische Rohstoffe erhalten Vorfahrt

Nach der Einstufung für ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren wird die Entscheidung des US Forest Service über Hermosa erwartet. Die geplante Mine in den Patagonia Mountains, rund 80 Kilometer südöstlich von Tucson, ist auf ein Investitionsvolumen von etwa 2 Mrd. USD ausgelegt.

Im Zentrum des Vorhabens steht die Taylor-Lagerstätte, eines der weltweit größten unerschlossenen Zinkvorkommen. Auf demselben Landpaket liegt jedoch mit Clark eine zweite, eigenständige Lagerstätte mit rund 55 Mio. Tonnen Mangan bei einem Gehalt von etwa 9 %. Sie soll perspektivisch batterietaugliches Mangan für die nordamerikanische Elektrofahrzeug-Lieferkette liefern – ein Rohstoff, der seit den 1970er-Jahren nicht mehr in den USA abgebaut wurde und heute zu über 95 % aus China stammt. Entsprechend zählt der US Forest Service Mangan ausdrücklich zu den primären Zielrohstoffen des Vorhabens, und Hermosa fügt sich damit in eine US-Strategie ein, die kritische Mineralien stärker im eigenen Land sichern will.

Für South32 fällt das Verfahren in eine Phase strategischer Neuordnung. Kurz vor dem Amtsantritt des neuen CEOs Matt Daley vereinbarte der Konzern den Verkauf seiner Aluminium-Wertschöpfungskette an Alcoa US0138721065 A2ASZ7, wobei Mozal Aluminium in Mosambik ausgenommen bleibt. Die Transaktion mit einem impliziten Unternehmenswert von bis zu 5,6 Mrd. USD verschafft South32 mehr finanziellen Spielraum für jene Metalle, denen das Management höhere Wachstumsperspektiven zuschreibt.

Hermosa passt in diese Logik. Wachstumskapital soll vor allem in Zink und Kupfer fließen. Mangan stärkt in Arizona aber die strategische Bedeutung des Vorhabens für die US-Behörden.

Mangan bleibt Teil der neuen South32-Strategie

Bei den bestehenden Manganaktivitäten verfolgt South32 eine andere Linie als bei Hermosa. Dort steht nicht Expansion im Vordergrund, sondern ein stabiler Betrieb. In Südafrika laufen die Minen Wessels und Mamatwan im Kalahari-Becken nach Managementangaben planmäßig. In Australien belasteten dagegen außergewöhnlich starke Regenfälle und Zyklone den Manganstandort GEMCO (Groote Eylandt Mining Company) auf Groote Eylandt.

Die Abgrenzung ist für die Einordnung wichtig. South32 baut Mangan konzernweit nicht zur zentralen Wachstumsplattform aus. In Arizona trägt das Metall aber dazu bei, dass Hermosa in die US-Strategie für kritische Rohstoffe passt.

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Electric Metals arbeitet an Mangan aus Minnesota

Mit der politischen Aufwertung von Mangan rücken auch spezialisierte Akteure ins Blickfeld. Dazu zählt Electric Metals US2848981039 A41ZEN, ein Rohstoffentwickler, der in Minnesota das North-Star-Manganvorhaben rund um die Emily-Lagerstätte vorantreibt.

Das Unternehmen zielt auf hochreine Manganprodukte für amerikanische Abnehmer. Geplant sind eine Mine in Minnesota und nachgelagerte Verarbeitung zu hochreinem Mangansulfat HPMSM für Batterien sowie zu elektrolytischem Manganmetall EMM für Industrie-, Technologie- und Verteidigungsanwendungen.

Electric Metals positioniert North Star als Ausgangspunkt für veredelte Manganprodukte. Die angezeigte Ressource liegt bei 7,6 Mio. Tonnen mit 19,07 % Mangan. Hinzu kommen 3,7 Mio. Tonnen mit 17,04 % Mangan in der abgeleiteten Ressourcenkategorie. Damit liegt der Mangangehalt bei North Star etwa doppelt so hoch wie bei South32s Clark-Lagerstätte in Arizona, die rund 9 % Mangan aufweist. Electric Metals befindet sich noch auf dem Weg zur Produktion, hat mit der jüngsten PEA aber einen wichtigen Entwicklungsschritt erreicht. Die Studie liefert positive Unternehmenskennzahlen für eine integrierte US-Lieferkette, einschließlich HPMSM- und EMM-Verarbeitung. Als nächste Schritte stehen Finanzierung, Genehmigungen, technische Umsetzung und der Aufbau belastbarer Abnahmebeziehungen im Vordergrund.

Die USA brauchen mehr als einzelne Großprojekte

Für den Manganmarkt ist die Entwicklung relevant, weil der Rohstoff weniger Aufmerksamkeit erhält als Lithium oder Kupfer, industriell aber schwer ersetzbar bleibt. Stahl, Batteriezellen und Spezialanwendungen sichern die Nachfragebasis.

Mit der beschleunigten Genehmigungspolitik wächst zugleich der Druck, kritische Rohstoffe im eigenen Wirtschaftsraum weiterzuverarbeiten – Förderung allein reicht nicht mehr. Dort entscheidet sich, ob aus einzelnen Minen eine belastbare Lieferkette entsteht.

Neben großen, polymetallischen Vorhaben wie Hermosa gewinnen deshalb spezialisierte Ansätze wie Electric Metals an Gewicht – zumal North Star mit seinem hochgradigen Erz gegenüber etablierten Projekten wie Clark einen strukturellen Vorteil mitbringt. Gelingt die geplante Finanzierung, könnte das Unternehmen zu einem der wenigen Anbieter werden, die hochreine, in den USA gefertigte Manganprodukte für Batterie-, Industrie- und Verteidigungsabnehmer liefern – in einem Markt, der bislang fast vollständig von China abhängt.