Alcoa-Deal verschafft South32 Spielraum für Kupfer und Zink
Paukenschlag zum Einstand des neuen Konzernchefs bei South32 AU000000S320 A14QL0. Mit dem Amtsantritt von Matt Daley leitet das Unternehmen eine weitreichende Neuausrichtung ein. Alcoa US0138721065 A2ASZ7 übernimmt Bauxit-, Aluminiumoxid- und Aluminium-Assets von South32 für einen Gesamtwert von bis zu 5,6 Mrd. USD. Neben einer Zahlung von 3,1 Mrd. USD umfasst das Paket rund 17 Mio. neue Alcoa-Aktien sowie erfolgsabhängige Zahlungen. Künftig sollen die freiwerdenden Mittel vor allem in Kupfer und Zink fließen.
Matt Daley stellt starkes Wachstum bei Basismetallen in Aussicht
Mit der Konzentration auf strategisch besser positionierte Rohstoffe verbindet die neue Führung eine Produktionssteigerung von rund 55 %. Vor allem Zink, Blei, Silber und Kupfer bilden das Fundament der neuen Struktur. Daley, zuvor Manager bei Anglo American und früher in der kanadischen Kupfersparte von Glencore tätig, setzt dabei auch auf die chilenische Sierra-Gorda-Kupfermine.
Das globale Suchprogramm erstreckt sich von Südamerika über Südafrika bis nach Australien. Unterstützt wird die Neuausrichtung durch ein günstiges Marktumfeld: Zink notiert derzeit bei rund 3.600 USD je Tonne, Kupfer an der Comex bei 6,18 USD je Pfund. Um die nötige Liquidität für den Ausbau bereitzustellen, trennt sich South32 schrittweise von traditionellen Leichtmetall-Anlagen. Wood Mackenzie wertet den Schritt als zyklisch gut getakteten Ausstieg, verweist aber zugleich auf einen deutlichen Abschlag zum fundamentalen Wert.
Der Verkauf der Aluminiumsparte liefert frisches Kapital
Mit der vereinbarten Milliarden-Transaktion sichert sich South32 sofortige Mittel und behält über erfolgsabhängige Zahlungen zugleich eine Beteiligung an möglichen Preissteigerungen bei Aluminium und Aluminiumoxid. Alcoa übernimmt unter anderem die südafrikanische Hillside-Schmelze, die australischen Worsley- und Boddington-Assets sowie Beteiligungen in Brasilien. Damit baut der US-Konzern seine Schmelzkapazität deutlich aus.
Bei der Energieversorgung kooperiert Hillside eng mit dem staatlichen Stromversorger Eskom. Durch ihre vertragliche Abschaltbarkeit kann die Hütte als flexibler Großverbraucher zur Netzstabilität beitragen. Parallel prüfen die Partner den Einsatz erneuerbarer Energien und konventioneller Stromquellen.
Auch die lokale Weiterverarbeitung bleibt Teil der industriellen Logik. Hillside, der Automotive Industry Transformation Fund und das südafrikanische Handelsministerium stellen rund 200 Mio. ZAR an vergünstigter Finanzierung bereit, um Bingelela Alloys in Richards Bay zu unterstützen. Über Kunden wie Maxion Wheels und Borbet reicht diese Lieferkette bis zu Automobilherstellern wie BMW und Toyota.
Ausgeschlossen von der Transaktion bleibt die Mozal-Schmelze in Mosambik, die derzeit vorübergehend stillgelegt ist. Wood Mackenzie verweist bei Mozal auf ein strukturell schwieriges Kostenprofil und ungelöste Stromvertragsrisiken. Seit Mozal nicht mehr regulär läuft, geht nur noch ein Viertel des von South32 produzierten Worsley-Aluminiumoxids an eine Hütte, während der größere Teil am Markt verkauft wird.
Logistik und Unwetter bremsen das Mangansegment aus
Im Gegensatz zu Zink, Kupfer, Silber und Blei zählt Mangan für South32 nicht zu den Wachstumsfeldern. Wachstumskapital fließt nach Angaben des neuen Konzernchefs Matt Daley vor allem in Zink und Kupfer. Für das Mangansegment steht dagegen im Vordergrund, die bestehenden Betriebe sicher, stabil und nach Plan zu führen.
In Südafrika gelingt das bislang besser als in Australien. Die Minen Wessels und Mamatwan im Kalahari Basin entwickeln sich laut Daley im laufenden Jahr planmäßig. Belastend wirken jedoch höhere Dieselpreise beim Straßentransport von Material, auch wenn der Konzern zugleich auf ein gutes Jahr im Bahnverkehr verweist.
Deutlich schwieriger ist die Lage im australischen Northern Territory. Am GEMCO-Standort auf Groote Eylandt haben außergewöhnlich starke Regenfälle und Zyklone die Wasserstände erhöht und die Produktion belastet. South32 senkte deshalb bereits zum Ende des dritten Quartals die Marktprognose für Australia Manganese.
Trotz dieser Einschränkungen stieg die kombinierte Manganproduktion im Märzquartal auf 1,09 Mio. Tonnen. Gegenüber 476.000 Tonnen im Vorjahr ergibt sich ein kräftiger Zuwachs, der vor allem auf den niedrigen Vergleichswert nach Tropical Cyclone Megan zurückgeht. Der Sturm hatte 2024 die Infrastruktur bei GEMCO schwer getroffen und die australische Manganförderung monatelang aus dem Takt gebracht.

