South32 trennt sich vom Aluminiumgeschäft und richtet den Konzern neu aus

South32 trennt sich vom Aluminiumgeschäft und richtet den Konzern neu aus picture alliance / Hans Lucas / Jérôme Chabanne


South32 AU000000S320 A14QLH verkauft den Großteil seines Aluminiumgeschäfts an Alcoa US0138721065 A2ASZ7. Der Wert der Transaktion liegt nach Unternehmensangaben bei bis zu 5,6 Mrd. USD. Die Partner vereinbarten eine Barzahlung von 3,1 Mrd. USD, Alcoa-Aktien im Wert von 1,0 Mrd. USD sowie eine variable Barzahlung von bis zu 750 Mio. USD, die an künftige Aluminium- und Tonerdepreise bis 2030 gekoppelt ist. Die Schmelzhütte Mozal Aluminium in Mosambik ist von dem Verkauf ausgeschlossen. Beide Konzerne bestätigten die Vereinbarung am 30. Juni 2026.

Das Paket umfasst die South32-Anteile an Worsley Alumina in Australien, Hillside Aluminium in Südafrika sowie Beteiligungen an der Bauxitmine MRN, der Raffinerie Alumar und Brazil Aluminium. Damit trennt sich der Konzern fast vollständig von einer Wertschöpfungskette, die ihn über Jahre geprägt hat. Für Alcoa ist der Zukauf mehr als reine Größe. Der Konzern stärkt damit seine Präsenz entlang der gesamten Kette vom Bauxitabbau über die Tonerde-Raffination bis zum Primäraluminium.

South32 setzt konsequent auf Basismetalle

South32 begründet den Verkauf mit einer strategischen Konzentration auf Basismetalle. Das Unternehmen sieht nach dem Vollzug eine stärkere Ausrichtung auf Kupfer, Zink, Silber, Blei und Mangan vor. Der scheidende Vorstandschef Graham Kerr sagte, die Transaktion setze erheblichen Wert für die Aktionäre frei. Der neue CEO Matthew Daley bezifferte den künftigen Anteil von Basis- und Edelmetallen am operativen Ergebnis (EBITDA) auf Pro-forma-Basis auf rund 85 %.

Diese Restrukturierung markiert einen fundamentalen Kurswechsel. South32 will sich damit stärker auf margenstarke Basis- und Edelmetallgeschäfte sowie eigene Wachstumsprojekte konzentrieren. Dazu zählen das Taylor-Projekt in Arizona – ein Zink-Blei-Silber-Vorhaben – sowie die geplante Erweiterung der Kupfermine Sierra Gorda in Chile. Zudem erwartet South32 nach eigenen Angaben eine jährliche Senkung der Gemeinkosten um rund 125 Mio. USD.

Alcoa stärkt die eigene Upstream-Wertschöpfung

Für Alcoa fügt sich die Übernahme in die Strategie eines reinen Upstream-Anbieters ein, der die Kette von der Rohstoffgewinnung bis zur Schmelze abdeckt. Vorstandschef William Oplinger sprach von einer Gelegenheit, für deren Umsetzung Alcoa gebaut sei. Aus der Integration erwartet das Unternehmen Synergien mit einem Nettobarwert von rund 900 Mio. USD. Das Unternehmen hebt außerdem die breite geografische Diversifikation sowie die niedrige Kostenstruktur der erworbenen Anlagen hervor.

Strategisch von hoher Bedeutung ist insbesondere die Tonerde-Raffinerie Worsley in Westaustralien, welche die bestehende Infrastruktur von Alcoa ergänzt. In Brasilien ist der Konzern bereits über bestehende Joint Ventures an Teilen des erworbenen Portfolios beteiligt. Die Milliardeninvestition  soll nach Darstellung von Alcoa bekannte Anlagen tiefer in das eigene Produktionsnetzwerk einbinden, um Kosten, Einkauf und Vermarktung effizienter zu steuern.

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Transaktionsabschluss erfordert regulatorische Genehmigungen

Der endgültige Vollzug der Transaktion steht gegenwärtig noch aus. South32 spricht von einer rechtlich bindenden Vereinbarung, die jedoch unter aufschiebenden Bedingungen steht. Erforderlich sind unter anderem kartellrechtliche Genehmigungen, regulatorische Freigaben sowie die Zustimmung der South32-Aktionäre. Mehrere Berichte gehen davon aus, dass der Vollzug für Anfang 2027 zu erwarten ist. Bis zu diesem Zeitpunkt verbleiben regulatorische und wettbewerbsrechtliche Unsicherheiten.

Auffällig ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe. Der Verkauf fällt zeitlich mit dem Amtsantritt von Matthew Daley zusammen. South32 nutzt den Führungswechsel somit für eine fundamentale Neuausrichtung statt für eine Phase der Kontinuität. Für Alcoa ist es umgekehrt ein Beleg dafür, dass das Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld wieder expansiv agiert. Der langfristige Erfolg dieses Milliardengeschäfts bemisst sich letztlich an der Entwicklung der Aluminiumpreise sowie am Gelingen der operativen Integration.