DR Kongo versiegelt Glencore-Büros im Steuerstreit

DR Kongo versiegelt Glencore-Büros im Steuerstreit picture alliance/AP Photo / Urs Flueeler

Die kongolesische Steuerbehörde DGI hat die Büros von Kamoto Copper Company (KCC) in Kolwezi versiegelt. KCC gehört mehrheitlich Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV und zählt zu den größten Kupfer- und Kobaltproduzenten des Landes. Die Förderung und Verarbeitung an den nahegelegenen Minen war von der Aktion nicht betroffen. Die DR Kongo ist weltweit der zweitgrößte Kupfer- und der größte Kobaltproduzent.

Vorausgegangen war ein gescheiterter Vergleich

Die DGI wirft der Glencore-Tochter vor, dem Staat mehrere Milliarden US-Dollar zu schulden. Die genannten Summen schwanken je nach Quelle zwischen rund 3 und 6 Mrd. USD. Die Behörde griff durch, nachdem Vergleichsgespräche mit dem Unternehmen gescheitert waren, wie Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet. Ein Glencore-Sprecher erklärte, der Konzern weise die Forderungen der DGI zurück und stehe weiter im Austausch mit den Behörden.

Glencore hält 70 % an Kamoto, das im vergangenen Jahr rund 190.000 Tonnen Kupfer produzierte und mittelfristig auf eine Jahreskapazität von 300.000 Tonnen kommen soll. Die restlichen 30 % liegen beim kongolesischen Staat und einem staatlichen Unternehmen.

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Ein heikler Zeitpunkt für den geplanten Teilverkauf

Der Steuerstreit trifft Glencore in einer sensiblen Phase: Die Investmentgesellschaft Orion CMC, unterstützt von der staatlichen US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC, hatte im Februar eine vorläufige Vereinbarung angekündigt, 40 % von Glencores Anteil an Kamoto sowie an einer zweiten kongolesischen Kupfer-Kobalt-Mine zu übernehmen. Die Transaktion ist bislang nicht abgeschlossen, und die ungeklärte Steuerforderung dürfte die Verhandlungen zusätzlich belasten.