Mercuria beliefert Project Vault mit Kupfer aus dem Kongo
12.000 Tonnen Kupfer aus der Demokratischen Republik Kongo sind in der neuen US-Rohstoffreserve Project Vault eingetroffen. Geliefert hat das Metall der Rohstoffhändler Mercuria. Laut einem Bericht der Financial Times handelt es sich um die erste Kupferlieferung an das Programm. Mercurias Metallhandelschef Kostas Bintas bestätigte die Einlagerung in dieser Woche am Donnerstag auf einer Branchenkonferenz in London.
DR Kongo stärkt ihre Position im Kupferhandel
Bereits im Januar kündigte der kongolesische Staatskonzern Gécamines an, 2026 insgesamt 100.000 Tonnen Kupfer für den amerikanischen Markt bereitzustellen. Die Ware soll aus der Kupfermine Tenke Fungurume im Südosten des Landes stammen. Gécamines hält dort 20 % und nutzt entsprechende Kaufrechte an der Jahresproduktion.
Dabei kauft der Staatskonzern erstmals selbst eine Produktionsmenge, die ihm aufgrund seiner Minenbeteiligung zusteht. Für die Vermarktung arbeitet Gécamines seit Dezember 2025 mit Mercuria in einer gemeinsamen Struktur zusammen. Der Rohstoffhändler unterstützt den Absatz durch Finanzierung und Logistik. Nach Darstellung von Gécamines soll die Vereinbarung dem Staatskonzern mehr Einfluss auf Käufer, Absatzmärkte und Handelserlöse verschaffen.
Die nun eingelieferten 12.000 Tonnen gehören zu der umfassenderen kongolesischen Lieferzusage. Allerdings ist die geplante Gesamtmenge für den amerikanischen Markt bestimmt, nicht ausdrücklich für Project Vault. Wie viel Kupfer letztlich in die strategische Reserve fließt, ist daher noch offen.
Project Vault orientiert sich am Bedarf der Industrie
Präsident Donald Trump stellte Project Vault Anfang Februar vor. Mit den Rohstoffvorräten will Washington Hersteller bei Lieferstörungen absichern und ihre Abhängigkeit von stark durch China geprägten Lieferketten verringern. Das Programm ist als unabhängig verwaltete öffentlich-private Partnerschaft organisiert, an der Industrieunternehmen und private Kapitalgeber beteiligt sind. Darin unterscheidet es sich von einem klassischen staatlichen Notlager.
Welche Materialien eingelagert werden, richtet sich nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) nach langfristigen Abnahmezusagen der teilnehmenden Hersteller. Laut dem Center for Strategic and International Studies (CSIS), einem US-Forschungsinstitut für Außen- und Sicherheitspolitik, zahlen die Unternehmen dafür Gebühren, die unter anderem Lager- und Finanzierungskosten abdecken.
Für den Aufbau sind rund 2 Mrd. USD an privaten Mitteln und ein Kreditrahmen von bis zu 10 Mrd. USD vorgesehen. Den Kreditrahmen genehmigte die staatliche US-Export-Import-Bank im Februar.
Kupfer steht seit 2025 auf der amerikanischen Liste kritischer Mineralien. Das Metall wird unter anderem für Stromkabel und elektrische Anlagen benötigt. Die Internationale Energieagentur warnt allerdings vor längerfristigen Versorgungsrisiken. Nach ihren Annahmen könnten 2035 auf Grundlage der bisherigen Minenplanung rund 25 % des Bedarfs an neu gefördertem Kupfer ungedeckt bleiben. Zugleich entfiel 2025 etwa die Hälfte der weltweiten Kupferschmelzkapazität auf China.
Strategische Vorräte können kurzfristige Engpässe überbrücken. Zusätzliche Minen und Verarbeitungskapazitäten bleiben für eine dauerhaft gesicherte Versorgung jedoch erforderlich. Für Washington ist deshalb auch die Herkunft der eingelagerten Rohstoffe von strategischer Bedeutung.
Rohstoffhändler mit Doppelrolle im US-Programm
Im September kündigte Mercuria eine Zusage über 500 Mio. USD an und zählt damit zu den wichtigen privaten Beteiligten von Project Vault. Zugleich tritt das Unternehmen als Metalllieferant auf.
Nach Einschätzung von Bintas haben politische Rohstoffinitiativen inzwischen konkrete Auswirkungen auf den Metallhandel. Für die USA markiert die erste Kupferlieferung den Übergang von der Finanzierungszusage zu einem tatsächlich vorhandenen Kupferbestand.

