KCM startet Nchanga-Hütte nach 40-Millionen-USD-Sanierung wieder
KCM hat die Nchanga-Kupferhütte nach 106 Tagen Stillstand wieder angefahren. Rund 40 Mio. USD flossen in die erste große Sanierung der Anlage seit acht Jahren. Der Neustart beseitigt einen Engpass im Verarbeitungssystem. Für das Produktionsziel von 300.000 Tonnen bis 2030 muss KCM jedoch vor allem die Minenleistung deutlich steigern.
Die Sanierung fällt in die Wiederaufbauphase nach dem Ende der seit 2019 laufenden vorläufigen Liquidation im Jahr 2024. Im Sommer 2024 erhielt Vedanta Resources, ein in London ansässiger Rohstoffkonzern und Mehrheitsgesellschafter von KCM, die operative Kontrolle zurück. Der Nchanga-Komplex in Chingola umfasst neben der Hütte Untertage- und Tagebaue, Konzentratoren sowie eine Laugungsanlage für Rückstände. Seitdem laufen Reparaturen, Minenausbau und Produktionshochlauf parallel. KCM beziffert das aktuelle Investitionsprogramm auf eine Milliarde USD. Mehr als 700 Mio. USD sollen in den Untertageausbau der Konkola-Mine fließen.
Zusatzarbeiten verlängern den Stillstand
Ursprünglich sollte die Nchanga-Hütte nur 60 Tage stillstehen. Detaillierte Inspektionen legten jedoch zusätzlichen kritischen Reparaturbedarf offen und verlängerten die Arbeiten um weitere 46 Tage. Diese Verzögerung zeigt, wie tief der Eingriff in die Anlage reichte. KCM hatte die Wartung ausdrücklich auf höhere Zuverlässigkeit und langfristig stabilere Produktion ausgerichtet.
Die Nchanga-Hütte ist für rund 311.000 Tonnen Kupfer pro Jahr ausgelegt. Ihre Nennkapazität liegt damit bereits fast auf dem Produktionsziel von KCM. Für eine hohe Auslastung müssen die eigenen Minen mehr Erz liefern. Zugleich benötigt die Hütte zugekaufte Konzentrate, um die erforderliche Einsatzmischung zu erreichen.
Die Anlage erfüllt zudem eine zweite wichtige Funktion. Ihr integriertes Säurewerk ist für rund 1.850 Tonnen Schwefelsäure pro Tag ausgelegt. Diese Säure wird in der am selben Nchanga-Standort gelegenen Laugungsanlage eingesetzt, die damit Kupfer aus mineralischen Rückständen gewinnt. Während des Stillstands hielt KCM diese Anlage mit zugekaufter Säure und einer separaten 500-Tonnen-pro-Tag-Säureanlage am Standort in Betrieb.
Minenleistung bleibt zentral für 300.000 Tonnen
KCM erzeugte 2025 nach Angaben des sambischen Bergbauministeriums 80.215 Tonnen Kupfer. Der Abstand zum Ziel bleibt groß, obwohl die Produktion nach dem Kontrollwechsel wieder hochgefahren wird. Ein technischer Bericht nennt für das Geschäftsjahr 2013 einen früheren Spitzenwert der integrierten Metallproduktion von rund 160.000 Tonnen. Für das Geschäftsjahr 2024 nennt die aktuelle Dokumentation einen Tiefstand von rund 54.000 Tonnen KCM-Kupferproduktion.
Besonders wichtig ist die Konkola-Mine bei Chililabombwe im sambischen Copperbelt. Dort soll das Konkola Deep Mining Project tiefere Bereiche des Erzkörpers erschließen. Schacht Nummer 4 ist für sechs Millionen Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt. Das Projekt verlangt jedoch weit mehr als zusätzliche Fördertechnik.
Täglich müssen im Konkola-Untertagebetrieb rund 350.000 Kubikmeter Grundwasser abgeführt werden. Eine verlässliche Wasserhaltung ist deshalb Voraussetzung für sicheren Zugang zu den tieferen Erzbereichen. Der aktuelle technische Bericht beschreibt Konkola als einen der besonders wasserreichen Untertagebetriebe weltweit. Die Leistungsfähigkeit der Wasserhaltung beeinflusst damit unmittelbar, wie viel eigenes Erz KCM aus tieferen Bereichen für den Produktionshochlauf fördern kann.
Sambias Kupferziel reicht weit über KCM hinaus
Die Ausbaupläne von KCM treffen auf eine erheblich größere nationale Ambition. Sambia produzierte 2025 rund 890.000 Tonnen Kupfer und will bis 2031 jährlich drei Millionen Tonnen erreichen. Gegenüber 2025 fehlen dafür gut 2,1 Mio. Tonnen zusätzliche Jahresproduktion.
Die Regierung setzt deshalb auf mehrere Wege zu höherer Produktion. Ihre nationale Strategie nennt Erweiterungen laufender Betriebe, neue Projekte sowie die Aufbereitung mineralisierter Rückstände und Schlacken. Auch bessere geologische Daten sollen zusätzliche Investitionen attraktiv machen. KCM ist dabei einer von mehreren wichtigen Bausteinen.
Die wirtschaftliche Bedeutung reicht weit über die Minen selbst hinaus. 2024 entfielen nach Angaben der Rohstoffbehörde US Geological Survey rund 66 % der sambischen Warenexporte auf Kupfer. Eine höhere und stabilere Produktion stärkt deshalb unmittelbar die wichtigste Devisenquelle des Landes.
Für KCM beseitigt der Neustart der Nchanga-Hütte einen wesentlichen Verarbeitungsengpass. Da die 40-Millionen-USD-Sanierung allein die Produktionslücke jedoch nicht schließt, müssen Minenentwicklung, Wasserhaltung und Erzförderung vorankommen, während KCM zugleich ausreichend zugekauftes Konzentrat sichern muss. Die Hütte verfügt über genügend Kapazität für den geplanten Hochlauf. Ihre Auslastung hängt jedoch sowohl vom Minenausbau als auch von der Verfügbarkeit externer Konzentrate ab. Bleiben einer dieser beiden Zulieferstränge zurück, kann ein Teil der Kapazität ungenutzt bleiben.

