Hüttenstillstand setzt den angespannten Kupfermarkt unter Druck
Der US-Bergbaukonzern Freeport-McMoRan US35671D8570 896476 muss nach dem Ausfall der Smelting-Hütte im ostjavanischen Regierungsbezirk Gresik Kupferlieferungen neu terminieren. Zugleich wird Konzentrat für den vorgezogenen Neustart einer zweiten Hütte bereitgestellt. Die Smelting-Anlage steht seit dem 8. August still. Gleichzeitig wartet der bereits angespannte Kupfermarkt auf zusätzliche Mengen.
Betroffen ist eine Hütte, die Kupferkonzentrat aus der riesigen Grasberg-Mine im indonesischen Papua verarbeitet. Die Anlage kann jährlich bis zu 342.000 Tonnen Kupferkathoden erzeugen. Nach Informationen von Bloomberg löste ein Kesselleck den Stillstand aus. Die von Freeport-McMoRan geführte indonesische Tochtergesellschaft Freeport Indonesia bestätigt Reparaturen am Ofen, hat die technische Ursache jedoch nicht näher benannt.
Manyar soll den Ausfall von Gresik teilweise auffangen
Der Hüttenbetreiber Smelting gehört zu 66 % Freeport Indonesia und zu 34 % dem japanischen Industriekonzern Mitsubishi Materials. Für Abnehmer führt die Unterbrechung vor allem zu verschobenen Lieferungen aus Indonesien.
Die Manyar-Hütte ist eine von Freeport Indonesia betriebene Anlage im JIIPE-Industriepark, ebenfalls im Regierungsbezirk Gresik. Ende 2025 erklärte Freeport Indonesia, die begrenzte Konzentratproduktion aus Grasberg reiche damals lediglich zur Versorgung von Smelting. Manyar blieb deshalb inaktiv. Die Anlage ist für 1,7 Mio. Tonnen Konzentrat jährlich ausgelegt, ihre Raffinerie für bis zu 480.000 Tonnen Kupfer.
Freeport-McMoRan rechnet nach einer ersten Einschätzung mit Reparaturen an der Smelting-Hütte bis Ende September. Parallel soll Manyar früher als geplant wieder anlaufen. Der Neustart ist nun für Ende August vorgesehen. Freeport Indonesia hat dafür bereits begonnen, Kupferkonzentrat aus Grasberg zur Manyar-Hütte zu liefern. Das Unternehmen will so einen Teil des Ausfalls auffangen und die Lieferketten schneller stabilisieren.
Grasberg bleibt deutlich unter der früheren Leistung
Die Produktion in Grasberg bleibt nach Unternehmensangaben vom Hüttenstillstand unberührt. Freeport Indonesia prüft dennoch mögliche Folgen für die bisher angekündigten Absatzprognosen. Im Juli bestätigte Freeport-McMoRan, dass der Wiederhochlauf planmäßig vorankommt. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet der Konzern rund 65 % der vollen Produktionsleistung.
Im September 2025 hatte ein plötzlicher Zufluss von rund 800.000 Tonnen nassem Material den Betrieb in der Grasberg-Block-Cave schwer getroffen. Seither wird die Produktion stufenweise hochgefahren. Bis Mitte 2027 sollen rund 80 % der Kapazität erreicht werden. Die Rückkehr auf annähernd volle Produktionsleistung ist nach der aktuellen Unternehmensplanung bis Ende 2027 vorgesehen.
Kupfermarkt reagiert empfindlich auf zusätzliche Ausfälle
Der Zeitpunkt des Stillstands erhöht seine Bedeutung für den Weltmarkt. An der London Metal Exchange lag der Referenzpreis fünf Handelstage in Folge über 14.000 USD je Tonne. Am frühen Mittwoch notierte Dreimonatskupfer dort bei 14.182 USD je Tonne. Zugleich signalisiert die Terminstruktur eine ungewöhnlich knappe kurzfristige Versorgung.
Der Aufschlag für rasch verfügbares Kupfer erreichte den höchsten Stand seit Oktober. Zugleich fließen große Metallmengen in die USA, während zuletzt auch die Lieferungen nach China zunahmen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge lagen die verfügbaren LME-Lagerbestände auf dem niedrigsten Niveau seit Januar. Eine längere Störung in Indonesien würde deshalb besonders physische Käufer treffen.
Die Branchenorganisation International Copper Study Group meldet für Januar bis Mai dennoch einen rechnerischen Raffinadeüberschuss von rund 221.000 Tonnen. Gleichzeitig sank die weltweite Minenförderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 %. Die globale Bilanz kann deshalb positiv ausfallen, obwohl regionale Lagerverlagerungen kurzfristig physische Engpässe verschärfen.
Indonesien bindet Grasberg stärker an heimische Hütten
Freeport-McMoRan vereinbarte im Februar mit Indonesien Eckpunkte für eine Verlängerung der Grasberg-Betriebsrechte. Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt einer geänderten IUPK-Sonderlizenz. Bestandteil der Vereinbarung ist eine stärkere Ausrichtung auf die inländische Weiterverarbeitung und den lokalen Absatz raffinierten Kupfers. Freeport Indonesia reichte den Antrag auf die entsprechende Verlängerung im Juni ein.
Der Ausfall von Smelting erhöht den operativen Druck auf den Neustart von Manyar. Mit der früheren Inbetriebnahme kann Freeport Indonesia verspätete Lieferungen teilweise auffangen. Die Auslastung der Hütte bleibt jedoch an die verfügbare Konzentratmenge aus Grasberg gebunden. Solange die Mine noch deutlich unter ihrer früheren Leistung arbeitet, setzt die Rohstoffversorgung der zusätzlichen Verarbeitungskapazität Grenzen.

