Freeport-McMoRan setzt beim Kupferwachstum auf bestehende Ressourcen

Freeport-McMoRan setzt beim Kupferwachstum auf bestehende Ressourcen picture alliance / ZUMAPRESS.com / James D. DeCamp

Der US-Bergbaukonzern Freeport-McMoRan US35671D8570 896476 will mehr Kupfer aus bereits erschlossenen Vorkommen und bestehenden Anlagen gewinnen. Dafür setzt der Konzern auf neue Auslaugungsverfahren, den Ausbau der Mine Bagdad in Arizona und den Wiederhochlauf des Grasberg-Komplexes in Indonesien.

Den Anlass für diesen Kurs liefert die aktuelle Marktlage. Kathleen Quirk, Vorstandschefin von Freeport, verweist auf Elektrifizierung sowie den Ausbau von Strom- und Energieinfrastruktur als wichtige Nachfragefaktoren. Große Entdeckungen seien jedoch selten. Neue Minen an unerschlossenen Standorten benötigten häufig rund zwei Jahrzehnte bis zur Entwicklung. Hohe Entwicklungskosten und Inflation erschweren neue Projekte zusätzlich. Freeport will deshalb mehr Metall aus vorhandenen Betrieben gewinnen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet in ihrem Stated Policies Scenario (STEPS), das bereits beschlossene und angekündigte politische Maßnahmen berücksichtigt, bis 2040 mit rund sieben Millionen Tonnen zusätzlicher Kupfernachfrage. Für 2035 ergibt sich trotz angekündigter Projekte eine Lücke von etwa 25 % zwischen erwarteter Minenproduktion und primärem Versorgungsbedarf.

Alte Halden werden zur zusätzlichen Kupferquelle

Besonders viel Potenzial sieht Freeport in Erz, das bereits abgebaut wurde und heute oberirdisch auf Halden lagert. Ältere Verfahren gewannen nach Quirks Angaben teilweise nur rund 30 % des enthaltenen Kupfers. Nun werden die Reste interessant: Durch Auslaugung kann Kupfer mithilfe von Flüssigkeiten aus dem aufgeschütteten Erz gelöst werden.

Freeport kombiniert angepasste Betriebsverfahren mit chemischen Zusätzen und Wärme. Auf diese Weise gewinnt der Konzern derzeit rund 200 Mio. Pfund Kupfer im Jahr. Bis Ende 2026 soll eine Produktionsrate erreicht werden, die aufs Jahr gerechnet etwa 300 Mio. Pfund entspricht. Diese Größenordnung ist bereits in Freeports Planung für 2027 berücksichtigt.

Zusätze und Wärme sollen die Ausbeute erhöhen

Wie weit sich die Kupferausbeute noch steigern lässt, sollen nun Versuche unter realen Betriebsbedingungen zeigen. Zwei weitere Stoffe, die im Labor höhere Rückgewinnungswerte erzielten, werden derzeit hergestellt und sollen Ende 2026 sowie Anfang 2027 unter Betriebsbedingungen eingesetzt und erprobt werden. Weil Kupfer bei höheren Temperaturen besser auf die Auslaugung reagiert, testet Freeport zusätzlich erwärmte Lösungen.

In den oberirdischen Halden lagern laut Quirk etwa 40 Mrd. Pfund Kupfer. Bewähren sich Zusätze und Wärme unter Produktionsbedingungen, hält Freeport binnen drei bis vier Jahren eine Steigerung der Jahresproduktion aus Auslaugung auf rund 800 Mio. Pfund für möglich. Auch die Präsentation zum zweiten Quartal 2026 nennt rund 800 Mio. Pfund jährlich bis 2030 als Zielgröße.

Das Verfahren hat einen klaren Kostenvorteil: Das Erz ist bereits abgebaut. Die ersten 200 Millionen Pfund aus dem Auslaugungsprogramm verursachten deshalb zusätzliche Kosten von weniger als einem USD je Pfund. Im Durchschnitt produziert Freeport in den USA jedoch teurer als an seinen internationalen Standorten, darunter Grasberg in Indonesien. Ein wesentlicher Grund dafür sind laut Quirk niedrigere Erzgehalte und reifere Lagerstätten in den USA.

Freeport will die US-Kosten von derzeit rund drei auf etwa 2,50 USD je Pfund senken. Kosten für Energie, Diesel, Schwefelsäure und andere Vorprodukte erschweren dieses Ziel. Bestätigen die Versuche unter Betriebsbedingungen die Laborergebnisse, kann eine breitere Nutzung der Auslaugung sowohl die Produktion erhöhen als auch die Kostenbasis verbessern.

Bagdad-Ausbau muss sich bei vier Dollar Kupfer rechnen

In Arizona prüft Freeport zugleich den Ausbau der Bagdad-Mine, die seit den 1940er-Jahren in Betrieb ist. Die Reserven sind inzwischen so groß, dass die bestehende Verarbeitungskapazität sie nicht vollständig ausschöpfen kann. Freeport erwägt deshalb eine Erweiterung des Standorts. Dabei soll die Leistung der Erzaufbereitung mehr als verdoppelt werden. Das könnte jährlich 200 bis 250 Mio. Pfund Kupfer und 10 bis 12 Mio. Pfund Molybdän zusätzlich bringen.

Nach Quirk müsse der Kupferpreis mindestens vier USD je Pfund betragen, damit die erwartete Rendite Freeports Kapitalkosten erreicht. Parallel untersucht der Konzern, wie sich Baukosteninflation, verfügbare Arbeitskräfte und unterschiedliche Bauweisen auf das Vorhaben auswirken. Einzelne Komponenten könnten außerhalb des Minengeländes vorgefertigt werden.

Eine aktualisierte Kostenschätzung lag im Juli rund 30 % über der 2023 genannten Größenordnung von etwa 3,5 Mrd. USD. Für den Bau veranschlagt Freeport drei bis vier Jahre.

Unabhängig von der Investitionsentscheidung hat Bagdad bereits einen technischen Modernisierungsschritt vollzogen. Die Flotte großer Muldenkipper fährt inzwischen autonom. Für Freeport ist es der erste US-Standort mit dieser Technik. Der Ausbauplan soll noch 2026 dem Verwaltungsrat vorgelegt werden. Freeport hofft, bis Jahresende eine positive endgültige Investitionsentscheidung treffen zu können.

Nach Angaben von Quirk würde Bagdad nach der Erweiterung zur zweitgrößten Kupfermine der Vereinigten Staaten aufsteigen. Der größere Betriebsmaßstab soll zusätzliche Effizienz ermöglichen. Bis dahin hängt die Entscheidung eng von Kupferpreis, Baukosten und Umsetzung ab.

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Grasberg nähert sich der Vollauslastung

Parallel muss Freeport in Indonesien Produktionsausfälle aufholen. Auslöser war ein außergewöhnlicher Schlammstrom in der Grasberg-Mine vor rund einem Jahr. Im September 2025 gelangten rund 800.000 Tonnen nasses Material aus dem früheren Tagebau in die Untertagemine. Sieben Beschäftigte kamen dabei ums Leben.

Freeport untersuchte den Vorfall, leitete Gegenmaßnahmen ein und nahm zunächst kleinere Bereiche wieder in Betrieb. Im Frühjahr 2026 folgte der Wiederanlauf des größeren Untertagebereichs Grasberg Block Cave. Für die zweite Jahreshälfte rechnet Freeport mit rund 65 % der normalen Kapazität. Bis Mitte 2027 sollen rund 80 % erreicht werden. Bis Ende 2027 soll der gesamte Komplex wieder annähernd volle Leistung erreichen.

Nach der Planung vom Juli soll die Kupferproduktion im Grasberg-Bezirk von 1,2 Mrd. Pfund 2027 auf 1,6 Mrd. Pfund 2029 steigen. Ob dieser Produktionspfad eingehalten wird, hängt vom weiteren Hochlauf, vom Wetter und von der operativen Leistung ab. Um den Betrieb unter unterschiedlichen Erz- und Wetterbedingungen stabiler zu machen, rüstet Freeport Materialtransport und Schieneninfrastruktur auf. Das zuletzt trockene Wetter erleichtert den Bergbau, ändert laut Quirk aber nichts am Zeitplan.

Grasberg liefert hochgradiges Kupfer und Gold und besitzt laut Quirk eine attraktive Kostenstruktur. Hohe Metallgehalte und günstige Produktionskosten machen den Standort für Freeport wirtschaftlich besonders wertvoll.

Auch die nachgelagerte Verarbeitung kommt wieder in Gang. Freeport hat die neuere seiner beiden Schmelzhütten in Indonesien wieder gestartet. Ein operatives Problem an einer der Anlagen sei behoben worden, sagte Quirk. Die neuere Hütte befindet sich noch in der Anlaufphase.

Zölle und Kapitalverwendung prägen die Ausbauplanung

In den USA beeinflusst auch die Handelspolitik die Planung. Bestimmte weiterverarbeitete Kupferprodukte unterliegen inzwischen hohen Zöllen. Seit April 2026 gilt für betroffene Waren, die vollständig oder nahezu vollständig aus Kupfer bestehen, grundsätzlich ein Zollsatz von 50 %. Bestimmte Kupferderivate werden mit 25 % belegt, ausgewählte Industrie- und Stromnetzausrüstung mit 15 %.

Kupferkathoden gehörten in der Proklamation von 2025 dagegen zu den zunächst ausgenommenen Ausgangsmaterialien. Das Handelsministerium empfahl dennoch 15 % auf raffiniertes Kupfer ab 2027 und 30 % ab 2028. Eine endgültige Entscheidung der Regierung über den empfohlenen Kathodenzoll war Mitte September 2026 laut Quirk noch nicht gefallen.

Für Freeports Ausbaupläne spielt zugleich die heimische Verarbeitung eine Rolle. Die US-Minen- und Schmelzkapazitäten des Konzerns sind laut Quirk derzeit aufeinander abgestimmt. Freeports US-Betriebe stehen nach Unternehmensangaben für rund 70 % der raffinierten Kupferproduktion in den Vereinigten Staaten. Geht Bagdad in den Ausbau, will das Unternehmen prüfen, ob zusätzliche Schmelzkapazität in den USA nötig ist.

Die Prüfung soll Bergbau, Verarbeitung und Schwefelsäureversorgung als zusammenhängendes System betrachten. Schwefelsäure ist zugleich ein wichtiger Einsatzstoff der Auslaugung. Zusätzliche Minenkapazität kann deshalb Investitionen in weitere Stufen der Wertschöpfungskette nach sich ziehen.

Kapitalverwendung zwischen Ausschüttung und Wachstum

Bei der Kapitalverwendung hält Freeport an einer klaren Aufteilung fest. Die Hälfte des frei verfügbaren Cashflows soll an Aktionäre zurückfließen, die andere Hälfte ist für profitables Wachstum vorgesehen. Der Konzern hat eine Basis- und Sonderdividende gezahlt, Aktienrückkäufe wieder aufgenommen und will zugleich künftige Projekte finanzieren.

Freeports Geschäft konzentriert sich vor allem auf Kupfer, Gold und Molybdän. Kupfer ist das Hauptprodukt, Gold fällt bei den Kupferaktivitäten auch als Nebenprodukt an. Molybdän dient vor allem als Legierungsmetall für Stahl und in weiteren Industrieanwendungen.

Freeports Wachstumsplan verbindet den Wiederhochlauf von Grasberg mit US-Erweiterungen und dem Versuch, aus bereits gefördertem Material mehr Kupfer zu gewinnen. So will der Konzern wachsen, ohne ausschließlich auf langwierige neue Minenprojekte angewiesen zu sein.