South32 setzt stärker auf Basismetalle

South32 setzt stärker auf Basismetalle South32

South32 AU000000S320 A14QLH hat am 27. August die Zahlen für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht. Das bereinigte EBITDA stieg um 28 % auf 2,46 Mrd. USD, der bereinigte, den Aktionären zurechenbare Gewinn legte um 55 % auf 1,03 Mrd. USD zu. Dabei profitierten speziell die Basismetallaktivitäten von den gestiegenen Metallpreisen. Der positive Ergebniseffekt aus höheren Silberpreisen belief sich nach Angaben des Konzerns auf 331 Mio. USD, bei Kupfer waren es 314 Mio. USD.

Mehr Kapital für Basismetalle und Mangan

Aufschluss über die weitere Ausrichtung geben vor allem die geplanten Ausgaben für neue und bestehende Projekte. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet South32 Investitionen von rund 1,5 Mrd. USD in Basismetalle und Mangan. Davon soll rund 1 Mrd. USD in das Hermosa-Projekt in Arizona fließen. Kernstück ist dort das Zink-Blei-Silber-Projekt Taylor, das South32 derzeit zur Mine entwickelt.

Parallel dazu soll das Kupfergeschäft wachsen. Bei der chilenischen Sierra-Gorda-Mine, an der South32 45 % hält, wurde die Erzreserve jüngst um 61 % auf rund 1,1 Mrd. Tonnen erhöht. Eine bereits genehmigte

Bereits am 1. Juli hatte South32 den geplanten Verkauf seiner Aluminium-Wertschöpfungskette an Alcoa US0138721065 A2ASZ7 für einen Unternehmenswert von bis zu 5,6 Mrd. USD angekündigt. Nach Abschluss der Transaktion sollen unter anderem Worsley Alumina, Hillside Aluminium sowie Beteiligungen an brasilianischen Bauxit-, Aluminiumoxid- und Aluminiumaktivitäten zu Alcoa wechseln. Der Aluminiumverkauf schärft damit das Profil des Konzerns: Künftig soll South32 vor allem mit Kupfer, Zink und Silber wachsen.

Kupfer bleibt Wachstumsthema der großen Bergbaukonzerne

South32 steht mit dieser Ausrichtung nicht allein. BHP AU000000BHP4 850524 will mittelfristig im Durchschnitt rund 11 Mrd. USD pro Jahr investieren; mehr als die Hälfte davon ist für Kupfer-Wachstumsprojekte vorgesehen. Bis zum Geschäftsjahr 2035 könnte die Kupferproduktion nach Unternehmensangaben um rund 40 % steigen. Zum Portfolio gehören dabei unter anderem Vicuña an der Grenze zwischen Argentinien und Chile sowie Resolution Copper im US-Bundesstaat Arizona.

Auch Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV verfolgt eine ausdrücklich "kupfergetriebene Wachstumsstrategie". Der Konzern will seine annualisierte Kupferproduktion bis Ende 2028 auf mehr als 1 Mio. Tonnen und bis 2035 auf rund 1,6 Mio. Tonnen steigern.

Noch stärker über das Portfolio setzt Anglo American GB00BTK05J60 A41BF3 auf den Rohstoff. Im Zuge der laufenden Konzernverschlankung soll der geplante Zusammenschluss mit Teck Resources CA8787422044 858265 einen stärker auf Kupfer ausgerichteten Bergbaukonzern schaffen. Der Abschluss wird weiterhin zwischen September 2026 und März 2027 erwartet.

Die Beispiele zeigen den Branchentrend, ohne dass sich die Konzerne vollständig von traditionellen Rohstoffen wie Eisenerz, Aluminium oder Kohle verabschieden: Bei einem wachsenden Teil der langfristigen Investitionen spielt Kupfer inzwischen eine Schlüsselrolle.

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IEA erwartet 2035 weiter Angebotslücke

Dafür sprechen auch die langfristigen Aussichten für Angebot und Nachfrage. Kupfer wird nicht nur für Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien benötigt, sondern in großen Mengen für Stromnetze, Rechenzentren, Industrie und die zunehmende Elektrifizierung der Wirtschaft.

Die Internationale Energieagentur IEA erwartet in ihrem "Global Critical Minerals Outlook 2026", dass Kupfer unter den untersuchten kritischen Rohstoffen bis 2040 den größten absoluten Nachfragezuwachs verzeichnen wird. Gegenüber heute sollen rund 7 Mio. Tonnen zusätzliche Nachfrage hinzukommen.

Zwar hat sich die erwartete Versorgungslage durch neue Minenprojekte zuletzt verbessert. Auf Basis der derzeit angekündigten Projekte rechnet die IEA für 2035 aber weiterhin mit einer Lücke von rund 25 % zwischen dem erwarteten Kupferangebot und dem Bedarf.

South32 ist damit ein weiteres Beispiel für einen Wettbewerb, der sich in der Bergbauindustrie zunehmend abzeichnet: Wer in den 2030er-Jahren wachsen will, versucht bereits heute, zusätzliche Kupferproduktion und langfristige Ressourcen zu sichern.