Minenkonzerne wandeln hohe Metallpreise in Milliarden-Cashflows um

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Newmont setzt mit Rekord-Cashflow einen neuen Branchenmaßstab

Der weltgrößte Goldproduzent Newmont Corporation US6516391066 853823 hat im ersten Quartal 2026 rund 1,3 Millionen zurechenbare Goldunzen produziert und dabei einen freien Cashflow von 3,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, nach eigenen Angaben der höchste Wert in der Firmengeschichte. Der operative Cashflow lag bei 3,8 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn bei 3,3 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,90 US-Dollar, das bereinigte EBITDA 5,2 Milliarden US-Dollar.

Besonders aussagekräftig ist die Marge: Newmont erzielte im Quartal einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.900 US-Dollar je Unze, während die vollständigen Kosten (All-in Sustaining Costs, AISC) auf Nebenproduktkostenbasis bei 1.029 US-Dollar je Unze lagen. Daraus ergab sich eine Marge von rund 3.870 US-Dollar je Unze, ein Wert, der die strukturelle Hebelwirkung hoher Goldpreise auf diszipliniert geführte Produktionsbetriebe zeigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich der Nettogewinn damit nahezu verdoppelt, der realisierte Goldpreis stieg um 66 Prozent gegenüber 2.944 US-Dollar je Unze in Q1 2025.

CEO Natascha Viljoen erklärte, das Unternehmen habe im ersten Quartal eine starke operative und finanzielle Leistung erbracht und sei gut aufgestellt, die Jahresziele von 5,3 Millionen Goldunzen zu erreichen. Parallel kündigte Newmont ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 6 Milliarden US-Dollar an und zahlte eine Quartalsdividende von 0,26 US-Dollar je Aktie aus.

Als nächster Gradmesser für den Goldsektor gilt Barrick Mining, das seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 am 11. Mai vorlegen will.

Grasberg-Unfall zwingt Freeport zu drastischer Prognosekorrektur

Ein deutlich anderes Bild zeigt sich beim US-amerikanischen Kupferproduzenten Freeport-McMoRan US35671D8570 896476. Zwar übertraf das Unternehmen mit einem Umsatz von 6,23 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 5,73 Milliarden) und einem Nettogewinn von 881 Millionen US-Dollar die Markterwartungen. Doch ein Produktionsunfall in der indonesischen Grasberg-Mine belastet das Geschäftsjahr erheblich.

Am 8. September 2025 hatte ein Schlammeinbruch in der Grasberg-Block Cave-Mine sieben Todesopfer gefordert und die Produktion zum Stillstand gebracht. Der Wiederanlauf verzögert sich nun deutlicher als ursprünglich geplant: Der Anteil feuchter Entnahmepunkte, über die das Erz auf automatisierte Förderbänder gelangt, stieg von 30 Prozent im September 2025 auf aktuell 45 Prozent, was spezielle Umbaumaßnahmen an der Förderinfrastruktur erfordert. Für die zweite Jahreshälfte 2026 peilt Freeport wieder einen Betrieb mit etwa 65 Prozent der Nennkapazität an. Die volle Kapazität soll erst Ende 2027 wieder erreicht werden.

In der Folge sank die Kupferproduktion im ersten Quartal auf 662 Millionen Pfund, nach 868 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum, und die Goldproduktion fiel auf 97.000 Unzen gegenüber 287.000 Unzen. Für das Gesamtjahr 2026 korrigierte Freeport die Kupfer-Verkaufsprognose von zuvor 3,4 Milliarden Pfund auf 3,1 Milliarden Pfund und die Goldprognose von 800.000 Unzen auf 650.000 Unzen. Zusätzlich belastet ein starker Anstieg der Dieselpreise die Kostenstruktur: Nach einem Preissprung im März entspricht die aktuelle Belastung nach Unternehmensangaben hochgerechnet etwa 500 Millionen US-Dollar pro Jahr. Freeport rechnet nun mit Netto-Stückkosten von 1,95 US-Dollar je Pfund Kupfer für das Gesamtjahr.

Morgan Stanley reagierte mit einer Herabstufung von "Übergewichten" auf "Gleichgewichten" und senkte das Kursziel von 70 auf 66 US-Dollar. Die Analysten betonten, die Überzeugung zum strukturellen Kupferthema bleibe intakt; es handele sich um eine Neubewertung des Ausführungsrisikos in Indonesien, nicht um eine Absage an die langfristige Kupfernachfrage.

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BHP und Rio Tinto liefern stabile Basis und neue Kupferprojekte

BHP Group AU000000BHP4 850524 veröffentlichte zuletzt einen operativen Bericht bis Ende März 2026 mit Rekordwerten beim geförderten Material und beim Durchsatz in der chilenischen Escondida-Mine, der größten Kupfermine der Welt, sowie eine Rekordproduktion beim australischen Eisenerzgeschäft WAIO. Der Konzern erwartet nun, seine Gesamtkupferproduktion für das Geschäftsjahr 2026 im oberen Bereich der Zielspanne von 1,9 bis 2,0 Millionen Tonnen zu landen. Parallel beantragte BHP die Umweltgenehmigung für einen neuen Konzentrator in Escondida mit einem Investitionsvolumen von 4,4 bis 5,9 Milliarden US-Dollar, der ab 2031 bis 2032 erste Produktion liefern soll.

Rio Tinto GB0007188757 852147 meldete für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Kupferproduktion um 9 Prozent auf 229.000 Tonnen, getragen vom laufenden Hochfahren der Oyu-Tolgoi-Untertage-Mine in der Mongolei. Die Eisenerzproduktion in der australischen Pilbara-Region erreichte mit 78,8 Millionen Tonnen das zweithöchste Ergebnis für ein erstes Quartal seit 2018, obwohl zwei tropische Zyklone die Verschiffung um rund 8 Millionen Tonnen beeinträchtigten. Einen wichtigen Meilenstein erzielte Rio Tinto beim Resolution-Copper-Projekt in Arizona: Im März 2026 wurde ein historischer Landtausch mit der US-Regierung abgeschlossen, seither laufen Bohrungen zur Erkundung einer der größten unerschlossenen Kupferlagerstätten weltweit.

Vale und Anglo American verfolgen eigene Umbauprogramme

Beim brasilianischen Bergbaukonzern Vale US91912E1055 A0RN7M lieferte das erste Quartal 2026 starke Produktionszahlen über alle Kernsparten. Die Eisenerzproduktion stieg um 3 Prozent auf 69,7 Millionen Tonnen, die Verkäufe legten um 4 Prozent auf 68,7 Millionen Tonnen zu, den höchsten Wert für ein erstes Quartal seit 2018. Die Kupferproduktion wuchs um 13 Prozent auf 102.300 Tonnen, getragen von Rekordwerten in den Minen Salobo und Sossego. Die Nickelproduktion stieg um 12 Prozent auf 49.300 Tonnen. Der realisierte Kupferpreis lag bei 13.143 US-Dollar je Tonne, gegenüber 8.891 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Konzernchef Gustavo Pimenta sprach von einem soliden Jahresauftakt mit Volumenwachstum über alle Segmente. Der Nettogewinn stieg um 36 Prozent auf 1,89 Milliarden US-Dollar, der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 9,26 Milliarden US-Dollar.

Anglo American GB00BTK05J60 A41BF3 meldete für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Kupferproduktion um 1 Prozent auf 170.400 Tonnen. Die Premium-Eisenerzproduktion ging leicht um 2 Prozent auf 15,2 Millionen Tonnen zurück, wobei beide Bereiche plangemäß verliefen und die Jahresprognose unverändert bestätigt wurde. Konzernchef Duncan Wanblad betonte, das Unternehmen habe einen starken Jahresauftakt erzielt. Anglo American befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Umbau: Die Steinkohle- und Nickelsparten sollen veräußert werden, die Trennung vom Diamantgeschäft De Beers läuft. Eine geplante Fusion mit dem kanadischen Bergbaukonzern Teck Resources, die ein auf Kupfer fokussiertes Unternehmen entstehen lassen soll, wird für den Zeitraum September 2026 bis März 2027 erwartet, mit der kartellrechtlichen Genehmigung Chinas als letzter ausstehender Hürde.

Die Berichtssaison macht den Unterschied zwischen Preisfantasien und operativer Substanz sichtbar: Goldproduzenten mit niedrigen Stückkosten wandeln das aktuelle Preisumfeld in historisch hohe Cashflows um. Bei Kupfer zeigt Grasberg exemplarisch, wie schnell ein Ausfall in einer der bedeutendsten Lagerstätten der Welt eine Jahreszielanpassung nach unten erzwingen kann, ungeachtet eines strukturell robusten Nachfrageausblicks.