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Eine wichtige Kennzahl sieht diese 7 Kupfer-Aktien unterbewertet

Eine wichtige Kennzahl sieht diese 7 Kupfer-Aktien unterbewertet Tifonimages / Bigstock

Die Welt braucht Kupfer – und Rohstoffunternehmen benötigen Kupferprojekte, um an dem lukrativen Zukunftsmarkt zu partizipieren. Es gibt zwei Möglichkeiten, an Kupferprojekte zu gelangen: die Entwicklung in Eigenregie und der Kauf eines bestehenden Projekts.

Studie: Was kosten Kupferprojekte?

FactSet hat berechnet, was Kupferprojekte kosten. Dazu wurde zunächst die Investitionsintensität für eine Pipeline mit 96 Projekten berechnet, für die in den letzten fünf Jahren Studien eingereicht wurden. Dazu werden die anfänglichen Investitionsausgaben durch die durchschnittliche Jahresproduktion über die gesamte Betriebsdauer (LOM) dividiert.

Für die 96 Projekte wurde eine mittlere Investitionsintensität von 18.048 USD/tpa sowie ein produktionsgewichteter Durchschnitt (wAvg) von 25.228 USD/tpa ermittelt. Dieser Wert wurde mit M&A-Deals verglichen. Dabei zeigte sich: Bei 88 seit dem Jahr 2000 abgeschlossenen M&A-Transaktionen mit einem Gesamtwert von 245 Mrd. USD, die den Erwerb einzelner Kupfervorkommen oder eines Portfolios kupferproduzierender Anlagen umfassten, lag der langfristige Median der Akquisitionskosten bei 17.629 USD/tpa, was nahezu dem Median der Investitionsintensität entspricht.

Anders gesagt: In der Vergangenheit mussten Käufer von Kupferunternehmen Kaufpreise zahlen, die mit denen der Entwicklung eines Kupferprojekts vergleichbar waren.

Diese sehr langfristige Betrachtung klammert allerdings aus, dass sich die Dynamik auf dem Kupfermarkt in den vergangenen Jahren entscheidend verändert hat. Dies stellt auch die Untersuchung von FactSet fest. Demnach waren Akquisitionen in den vergangenen Jahren (gleitender 3-Jahres-Median) mit 26.035 USD bereits deutlich teurer als im Durchschnitt des Zeitraums ab dem Jahr 2000.

Dieser Trend setzt sich absehbar fort: Börsennotierte Kupferunternehmen haben durch Kurssteigerungen der letzten Jahre an Wert gewonnen. Bei einem aktuellen Median von 34.783 US-Dollar/tpa notieren börsennotierte Kupferproduzenten der FactSet-Analyse zufolge mit einem Aufschlag von rund 38 % gegenüber dem M&A-Median von 25.182 US-Dollar/tpa für den Zeitraum 2020–2026, wenn die Bewertung börsennotierter Kupferproduzenten anhand der Kapitalintensität erfolgt.

An diesem Punkt wird es für Anleger interessant. FactSet konstatiert unter börsennotierten Unternehmen eine "große Bewertungsstreuung" bei der Kapitalintensität. Eine niedrige Kapitalintensität spricht deshalb tendenziell für eine insgesamt moderate Bewertung des jeweiligen Unternehmens, auch wenn zur Beurteilung weitere Kennzahlen herangezogen werden müssen.

Wir stellen sieben Kupferexplorer mit einer niedrigen Bewertung in USD/tpa vor. Die Auswertung basiert auf FactSet-Daten, wobei die Unternehmensbewertung zum 30.06.2026 mit der erwarteten Kupferproduktion von 2027 verglichen wird.

Aeris Resources: Mid-Tier-Produzent mit Explorationspotenzial

Aeris Resources AU000000AIS8 A2AC1N ist ein Mid-Tier-Produzent von Basis- und Edelmetallen. Das Portfolio mit Schwerpunkt auf Kupfer umfasst drei aktive Minen, eine stillgelegte Mine, ein langfristiges Entwicklungsprojekt und ein Explorationsportfolio.

Das Rückgrat der Kupferproduktion bildet die Tritton-Mine in der Nähe der Städte Nyngan und Cobar im Zentrum von New South Wales. Die Mine nahm 2005 die Produktion auf, ist zu 100 % im Besitz von Aeris Resources und wird von diesem Unternehmen betrieben.

Das Tritton-Konzessionsgebiet gilt als vielversprechend für die Exploration von Basismetallvorkommen und umfasst etwa 2.330 km² des Girilambone-Beckens. Zu den jüngsten Explorationsaktivitäten gehörte eine breit angelegte geophysikalische Untersuchung, die zur Entdeckung der Lagerstätte Constellation führte.

Im Juli meldete das Unternehmen einen Zuwachs der Mineralressourcen bei Tritton um 70 % auf 33 Mt und einen Anstieg der Erzreserven auf 10 MT mit 180 kt Kupfer. Zudem wurde eine Bergbaulizenz für das Constellation-Projekt erteilt.

Die Kapitalintensität von Aeris lag zum Quartalsende bei 6.754 USD/tpa und damit bei weniger als einem Fünftel des Medians.

Gunnison Copper: Rio Tinto-JV und eigenes Projekt für 11 % der US-Kupferproduktion

Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 besitzt die Johnson Camp-Mine (JCM). Dort produziert das Unternehmen zusammen mit Nuton LLC, einem Tochterunternehmen von Rio Tinto, seit dem vergangenen Jahr Kupferkathoden aus Rohgestein. Im weiteren Verlauf der Kooperation hat Nuton das Recht, im Johnson Camp ein Joint Venture zu beiderseitig vereinbarten Bedingungen zu gründen, wobei Nuton anfänglich 49 % und Gunnison anfänglich 51 % der Anteile halten wird.

Zum Portfolio gehört außerdem das Gunnison-Projekt etwa 105 Kilometer östlich von Tucson in Arizona. Eine PEA skizziert einen Tagebau mit Haufenlaugung und SX/EW-Anlage, der sich über 21 Jahre erstreckt und direkt vor Ort Kupferkathoden der Güteklasse LME A produziert. Die Studie sieht hier eine durchschnittliche jährliche Kupferkathodenproduktion von 174 Millionen Pfund in den ersten 15 Jahren. Dies reicht potenziell aus, um über 11 % der aktuellen inländischen Kupferproduktion der USA zu decken. Die Gesamtproduktion an Kupfer beläuft sich über eine Minenlaufzeit von 21 Jahren auf 3,2 Milliarden Pfund.

Die PEA attestiert einen Nettogegenwartswert (nach Steuern, 8 %) von rund 2 Mrd. USD und eine interne Rendite (IRR) von 22,5 % bei einem langfristigen Kupferpreis von 4,60 US-Dollar/lb. Die Cash-Kosten von 1,70 US-Dollar, die laufenden Cash-Kosten von 2,00 US-Dollar und die gesamten laufenden Cash-Kosten von 2,05 US-Dollar pro Pfund produziertem Kupfer liegen in der unteren Hälfte der Kostenkurve für Kupferminen weltweit.

Im Juni wurde bei Gunnison ein Bohrprogramm zur Unterstützung der Ressourcenerweiterung, metallurgischen Optimierung und Ressourcenumwandlung gestartet.

Mit einer Kapitalintensität von 15.634 USD/tpa liegt Gunnison Copper unterhalb der Hälfte des Medians.

29Metals: Minen mit Erweiterungspotenzial

29Metals AU0000157067 A3CS14 verfügt über zwei Hauptaktiva: Golden Grove in Westaustralien (Kupfer, Zink, Gold und Silber) und Capricorn Copper in Queensland (Kupfer und Silber). Es gibt eine Pipeline organischer Wachstumschancen, darunter identifizierte Produktivitäts- und Betriebsverbesserungen sowie Wachstumschancen innerhalb und in der Nähe der Minen Golden Grove und Capricorn Copper.

Das Unternehmen hält außerdem ein Portfolio an Explorationsbeteiligungen, darunter regionale Schürfrechte rund um Capricorn Copper und Golden Grove sowie ein strategisches Schürfrechtpaket und ein Explorationsprojekt in Redhill in Chile, dem weltweit größten Kupferproduzenten.

Im Juni wurden Ergebnisse aus dem Bohrprogramm bei Golden Grove vorgelegt, darunter 2,2 Meter mit 5,1 % Kupfer, 17,7 Gramm Gold und 126 Gramm Silber pro Tonne.

Die Kapitalintensität liegt mit 16.203 USD/tpa bei weniger als der Hälfte des Medians.

Central Asia Metals: Diversifizierter Basismetallproduzent

Central Asia Metals GB00B67KBV28 A1C6T4 ist ein im AIM-Markt der Londoner Börse notierter Basismetallproduzent mit dem Kupferbergwerk Kounrad (SX-EW) in Kasachstan sowie der Zink- und Bleimine Sasa in Nordmazedonien.

Das Unternehmen ist ein diversifizierter Basismetallproduzent mit einer jährlichen Produktionskapazität von 12.000–13.000 Tonnen Kupfer, 18.000–20.000 Tonnen Zink und 26.000–28.000 Tonnen Blei.

Das Unternehmen hat sich mit Cygnus Metals auf eine Übernahme durch Central Asia für 232 Mio. AUD geeinigt.

Zudem gibt es ein Explorationsportfolio mit Bohrungen unter anderem in Kasachstan und Schottland.

Mit 18.825 USD/tpa liegt die Kapitalintensität knapp über der Hälfte des Medians.

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Amerigo Resources: Abraum-Kupferproduzent mit planbarem Cashflow

Amerigo Resources CA03074G1090 548236 gewinnt über seine hundertprozentige Tochtergesellschaft MVC in Chile Kupfer und Molybdän (als Nebenprodukt) aus dem Abraum der weltweit größten Untertage-Kupfermine, der Codelco-Mine El Teniente. Seit der Übernahme von MVC im Jahr 2003 wurden so mehr als 1 Mrd. lb Kupfer produziert.

"Amerigo bietet Anlegern volles Engagement im Kupferpreisgeschäft, nachhaltiges Wirtschaften und ein einfaches Geschäftsmodell mit planbaren Abläufen und Cashflows. Da der aktuelle Investitionsbedarf gering ist, verpflichtet sich Amerigo, Kapital durch vierteljährliche Dividenden, Aktienrückkäufe und leistungsabhängige Dividenden an die Aktionäre zurückzuführen", beschreibt das Unternehmen sich selbst.

Die Kapitalintensität liegt mit 22.425 USD bei knapp zwei Dritteln des Medians.

Atalaya Mining: Kupfer aus Spanien 

Atalaya Mining CY0106002112 A142QE hat in Spanien ein Portfolio an Kupferprojekten in mehreren Mineralienregionen aufgebaut, darunter dem Iberischen Pyritgürtel. Die Projekte können bestehende und moderne Infrastruktur nutzen.

Das Portfolio umfasst Anlagen in der Produktionsphase (Riotinto), der Entwicklungsphase (Touro, Masa Valverde) und der Explorationsphase (Ossa Morena).

Riotinto ist die größte Verarbeitungsanlage im iberischen Pyritgürtel und wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Im Jahr 2025 wurden 16,6 Mt Erz verarbeitet und mehr als 48.000 Tonnen zahlbares Kupfer gewonnen.

Die Kapitalintensität liegt mit 24.398 USD/tpa bei etwa 70 % des Medians.

AIC Mines: Bald 20.000 Tonnen Kupfer pro Jahr

AIC Mines AU0000049033 A2PL8P ist Eigentümer und Betreiber der Eloise-Kupfermine in Nord-Queensland – einer Untertagemine mit einer jährlichen Produktion von rund 13.000 Tonnen Kupfer und 6.000 Unzen Gold.

"Da die Entwicklung des nahegelegenen Jericho-Kupferprojekts bereits im Gange ist und die Erweiterung der Eloise-Aufbereitungsanlage von 725.000 Tonnen pro Jahr auf 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr planmäßig voranschreitet, sind wir auf Kurs, die Produktion ab dem Geschäftsjahr 2028 auf über 20.000 Tonnen Kupfer pro Jahr zu steigern", teilt das Unternehmen seinen Investoren mit.

Mit 2.300 km² Landbesitz in der Region Mount Isa–Cloncurry zählt AIC Mines zu den aktivsten Explorationsunternehmen vor Ort.

Die Kapitalintensität liegt mit 25.284 USD/tpa deutlich unter dem Median.

Entwicklung von Projekten geht oft mit Kostenüberschreitung einher

Aus Sicht von Käufern sind erhebliche Aufschläge beim Kauf bereits produzierender Projekte durchaus gerechtfertigt, weil die Entwicklung von Projekten stets mit dem Risiko der Kostenüberschreitung einhergeht.

Eine McKinsey-Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass bei 83 % der jüngsten großen Bergbauprojekte die Investitionskosten um mehr als 40 % überschritten wurden, während bei "Megaprojekten" mit einem Investitionsvolumen von über 1 Milliarde US-Dollar die Kostenüberschreitungen mindestens 79 % über dem ursprünglichen Budget lagen.

Fazit: Kupferunternehmen mit geringer Kapitalintensität sind einen Blick wert

Kupferunternehmen, deren Bewertung im Vergleich zur Produktion moderat ist und die deshalb eine geringe Kapitalintensität aufweisen, sind für aufkaufende Rohstoffunternehmen ebenso interessant wie für Anleger, die in Kupferaktien investieren möchten. Allerdings darf die Kapitalintensität nicht als alleiniges Bewertungskriterium herangezogen werden. Auch weitere Aspekte wie Jurisdiktionen und Fortschritte der Projekte im Portfolio, Technologiepartnerschaften sowie Daten aus Studien und Ressourcenschätzungen sind zwingend heranzuziehen.