Diese Metallexplorer arbeiten an Europas Rohstoffsouveränität
Die Abhängigkeit von Rohstoffimporten ist aus verschiedenen Gründen kritisch. Insbesondere Importe aus dem Einflussbereich Chinas gelten mittlerweile als riskant, setzt Peking seine Marktdominanz doch gerne als geopolitisches Druckmittel ein.
Rohstoffexplorer mit Projekten in Europa dürften in Zukunft sehr begehrt sein: Auf die eine oder andere Art und Weise wird sich an den Märkten ein Zuschlag für sichere Lieferketten einstellen, von dem die Projekte dieser Unternehmen profitieren. Wir stellen einige aussichtsreiche Explorer vor.
Firefox Gold: Goldprojekt Mustajärvi in Finnland
Firefox Gold CA31816R8369 A419WJ exploriert im finnischen Lappland das Mustajärvi Goldprojekt. Das 12 km² große Projekt liegt 17 km östlich der Stadt Kittilä im zentralen Lappland-Grünsteingürtel.
Goldhaltige Bohrungen durchschnitten die Streichrichtung über 2,1 Kilometer, darunter mehrere Bohrungen mit Abschnitten von über 100 Gramm Gold pro Tonne, beispielsweise 13,05 Meter mit einem Durchschnittsgehalt von 15,04 Gramm, einschließlich 0,8 Meter mit 100,43 Gramm. Die Mineralisierung ist in Streichrichtung und in der Tiefe offen, und mehr als 50 % des Projektgebiets wurden bisher nur minimal exploriert, obwohl es wichtige Merkmale für orogene Goldlagerstätten aufweist.
Das Bohrprogramm 2025-26 mit über 10.000 Metern Bohrungen zielt darauf ab, die erste Mineralressourcenschätzung für das Projekt abzuschließen. Zuletzt wurden Ende Mai vielversprechende Bohrergebnisse vorgelegt. Eine Bohrung in der Nordostzone untersuchte die Ausdehnung einer hochgradigen Goldzone und durchteufte ab einer Tiefe von 301,5 Metern 11,0 Meter mit einem Goldgehalt von 4,9 Gramm Gold pro Tonne.
CEO Carl Löfberg ordnet die jüngsten Resultate ein: "Diese Bohrung aus der tieferen Nordostzone ist von großer Bedeutung, da sie diesen tiefer liegenden Mineralisierungslappen durch eine erfolgreiche Nachbohrung eines schmalen, hochgradigen Abschnitts aus dem Jahr 2021 erweitert. Die tektonischen Gegebenheiten sind hier sehr komplex, aber das Bohrmuster deutet darauf hin, dass schmale, hochgradige Goldadern häufig mit mächtigeren Mineralisierungskörpern verbunden sind."
Arctic Minerals: Kupfer-Silber-Projekt Hennes Bay in Schweden
Arctic Minerals SE0024172779 A411LJ exploriert das Kupfer-Silber-Projekt Hennes Bay in der Region Dalsland im Südwesten Schwedens. Es umfasst 14 Explorationsgenehmigungen mit einer Fläche von ca. 414 km².
Das Projekt befindet sich in einem weitgehend unerforschten Teil der Grenville-Orogenese – einem Gebirgsbildungssystem, aus dem erstklassige sedimentäre Kupferlagerstätten wie Kamoa-Kakula und Tenke-Fungurumi (DR Kongo) sowie White Pine (USA) hervorgegangen sind.
Im März 2025 wurde die erste JORC-konforme Schätzung der abgeleiteten Mineralressourcen vorgelegt: 55,39 Mio. t mit 1,0 % Kupferäquivalent (0,8 % Kupfer und 20,8 Gramm Silber pro Tonne), was einem Gesamtgehalt von 543.000 Tonnen Kupferäquivalent an Metallen entspricht (oberhalb des Grenzwerts von 0,8 % Kupferäquivalent). Der Gesamtmetallgehalt setzt sich aus 447 kt Kupfer und 36,99 Mio. Unzen Silber zusammen.
Die MRE basiert ausschließlich auf dem Dingelvik-Prospekt. Innerhalb des Konzessionsgebiets wurden bisher weniger als 5 % des flächenmäßig ausgedehnten sedimentären schichtförmigen Kupferzielhorizonts durch Bohrungen untersucht. Arctic Minerals sieht deshalb "immenses Ressourcenwachstums- und Explorationspotenzial."
Ende Mai berichtete das Unternehmen über die Ergebnisse kürzlich entdeckter historischer metallurgischer Testarbeiten und mineralogischer Untersuchungen aus den 1980er Jahren. Ziel der damaligen Arbeiten war es, die Flotationsfähigkeit zu beurteilen und einen Hinweis auf die erreichbare Kupfer-Silber-Konzentratqualität im Verhältnis zu typischen Hüttenspezifikationen zu geben. Unter den Versuchsbedingungen wurden Kupferausbeuten von ca. 90 % für die Dingelvik-Proben und über 90 % für die Henneviken-Proben erzielt. Die Silberausbeuten lagen bei ca. 75 % für Dingelvik und bei mindestens 85 % für Henneviken.
Strategic Minerals: Wolfram-Projekt Redmoor
Strategic Minerals GB00B4W8PD74 A1JET3 exploriert in der Nähe von Callington im historischen Bergbaurevier Tamar Valley in Cornwall das 23,6 km² große Wolfram-Zinn-Kupfer-Projekt Redmoor. Innerhalb des Redmoor-Schichtgangsystems wurde eine bedeutende, hochgradige abgeleitete Ressource bestehend aus Wolfram, Zinn und Kupfer identifiziert. Es gibt eine JORC (2012) konforme MRE: 11,7 Mio. t mit 0,56 % Wolfram, 0,16 % Zinn und 0,50 % Kupfer. Das Projekt wird durch Fördermittel des britischen Shared Prosperity Fund unterstützt und besitzt das Potenzial zur Deckung von ca. 30 % des europäischen Wolframbedarfs. Das Unternehmen strebt an, 2026 einen investitionsreifen Business Case zu erstellen, um das Redmoor-Projekt in die Phase der Vorstudie (PFS) zu überführen.
Pan Global Resources: Kupferprojekt Escacena
Pan Global Resources CA69806A1084 A2JKW3 exploriert das Kupferprojekt Escacena im Süden Spaniens. Das 13.000 Hektar große Projekt grenzt unmittelbar an die von Grupo México entwickelten Projekte Aznalcóllar und Los Frailes und liegt 12 km westlich der Mine Cobre Las Cruces von Resource Capital Fund. Die in Betrieb befindliche Mine Riotinto von Atalaya befindet sich 23 km nordwestlich.
Das Bohrprogramm 2026 in Escacena zielt darauf ab, die Kupferressourcenbasis durch neue Entdeckungen zu erweitern. Das Escacena-Projekt beinhaltet Mineralressourcenschätzungen für die Kupfer-Zinn-Silber-Lagerstätte La Romana und die Kupfer-Gold-Lagerstätte Cañada Honda und umfasst 15 weitere Ziele, die weiter untersucht werden sollen.
Die Mineralressourcenschätzung für die Lagerstätte La Romana beläuft sich in der gemessenen und angezeigten Kategorie auf 32,4 Millionen Tonnen Erz bei einem durchschnittlichen Gehalt von 0,37 % Kupfer, 270 Gramm pro Tonne Zinn und 1,7 Gramm pro Tonne Silber, was einem Kupferäquivalent von 0,44 % entspricht. Dies entspricht einer enthaltenen Metallmenge von 119.500 Tonnen Kupfer, 8.800 Tonnen Zinn und 1,7 Millionen Unzen Silber. In der abgeleiteten Kategorie kommen für La Romana nochmals 4,0 Millionen Tonnen Erz bei 0,40 % Kupfer, 71 Gramm pro Tonne Zinn und 1,4 Gramm pro Tonne Silber hinzu (Kupferäquivalent von 0,42 %), was einen Metallgehalt von 15.800 Tonnen Kupfer, 300 Tonnen Zinn und 0,2 Millionen Unzen Silber ausmacht. Für die Lagerstätte Cañada Honda liegt zudem eine abgeleitete Ressource von 5,0 Millionen Tonnen Erz bei einem Gehalt von 0,65 Gramm pro Tonne Gold, 0,14 % Kupfer und 1,2 Gramm pro Tonne Silber vor. Das Goldäquivalent beläuft sich hier auf 0,74 Gramm pro Tonne, woraus sich eine enthaltene Gesamtmetallmenge von 104.000 Unzen Gold, 6.800 Tonnen Kupfer und 0,2 Millionen Unzen Silber ergibt.
Energy Transition Minerals: Zinn-Tantal-Niobium-Projekt Penouta
Energy Transition Minerals AU0000250250 A3D10V finalisiert derzeit die Übernahme des Zinn-Tantal-Niobium-Projekts Penouta in Nordspanien. Die Mine Penouta war zuletzt 2024 in Betrieb und wird im Rahmen des Insolvenzverfahrens des vorherigen Eigentümers der Mine, Strategic Minerals Spain, erworben.
"Die Anlagen von Penouta werden mit einem deutlichen Abschlag auf das bisher investierte Kapital erworben und bieten ein hohes Potenzial für eine rasche Wiederaufnahme der Produktion", teilt das Unternehmen gegenüber Investoren mit. Und: "Als einzige fortgeschrittene Zinn-Tantal-Niob-Lagerstätte innerhalb der Europäischen Union bietet Penouta einen bedeutenden geopolitischen Vorteil."
Im Mai 2026 wurde eine MRE veröffentlicht. Diese sieht über alle Kategorien hinweg eine Tonnage von 108 Mio. Tonnen mit 437 ppm Zinn, 80 ppm Tantal und 91 ppm Niobium, was 47,2 Kilotonnen Zinn und 8,6 Kilotonnen Tantal entspricht.
Strickland Metals: Gold- und Basismetallprojekt Rogozna in Serbien
Strickland Metals AU0000100901 A2QBUB exploriert das Gold- und Basismetallprojekt Rogozna im Bezirk Raška in Südserbien. Rogozna umfasst vier Lizenzen auf 184 km² und liegt innerhalb des global bedeutenden metallogenetischen Tethys-Gürtels, der zahlreiche, riesige Porphyr-Lagerstätten beherbergt. Fortgeschrittene Explorationsziele und bedeutende Abschnitte außerhalb der aktuellen Ressourcen bieten ein erhebliches Wachstumspotenzial und könnten Rogozna nach Ansicht des Unternehmens zu einer der größten unerschlossenen Goldlagerstätten der Welt machen. Für 2026 sind insgesamt 70.000 Meter Bohrungen sowie Ressourcenerweiterungen geplant. Erste Ergebnisse liegen bereits vor: Ende Mai konnte die abgeleitete Mineralressource durch eine Erhöhung im Zielgebiet Gradina von zuvor 8,6 auf nunmehr 9,2 Mio. Unzen Gold aufgestockt werden.

