Projektknappheit in Mexikos Bergbau: Neue Genehmigungen wecken Hoffnung
Der Kupferexplorer Algo Grane Copper CA015607104 A41UK1 beschleunigte Ende Juli die laufenden Phase-II-Bohrungen auf dem Adelita-Projekt im mexikanischen Sonora. Dazu wurde eine zweite mobile Bohranlage mobilisiert. Das damit anvisierte dritte Bohrloch dient der Bestätigung und Untersuchung mehrerer Skarnhorizonte, die im Rahmen des Phase-1-Bohrprogramms entdeckt worden waren.
Algo Grande Copper beschleunigt Bohrprogramm
Ein erfolgreiches Ergebnis aus Bohrloch 3 würde die Interpretation der Geologen stützen, dass es sich bei Cerro Grande um ein lateral und vertikal ausgedehntes Skarnsystem mit weiterem Expansionspotenzial handelt.
Die Stimmung in Mexikos Bergbau hellt sich indes weiter auf. Dies liegt zum einen am wachsenden Interesse an fortgeschrittenen Projekten, zum anderen an der überraschend bergbaufreundlichen Realpolitik der Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum.
Der Vorgang weckte Hoffnungen in der gesamten Branche: Das Wirtschaftsministerium erteilte Tochtergesellschaften von Fresnillo sieben Bergbaukonzessionen. Es handelt sich um die erste Vergabe neuer Konzessionen, seit diese Art von Genehmigungen zu Beginn der Amtszeit von Sheinbaums Amtsvorgänger Andrés Manuel López Obrador praktisch eingestellt wurde.
Die sieben Konzessionen wurden im ersten Quartal erteilt und mit einer Laufzeit von 50 Jahren ausgestattet und profitieren damit noch von einem bestehenden Status vor der aktuellen Rechtslage. Genehmigt wurden die Projekte Reyna IV, Ceja Colorada R1, Inde, Lucía, Titanic R4 F2, Tina U R1 und Rosarito 1 R1.
Neue Lizenzen für Fresnillo machen Hoffnung
Gleichzeitig können die Behörden einen Fortschritt von 83,8 % bei der Erledigung anhängiger Umweltverfahren im Bergbau vermelden. Daten der Koordinierungsstelle für Rohstoffgewinnung (UCAE) zufolge hatte die Regierung bis zum 30. Juni 155 der 185 Umweltgenehmigungen, die vom ressortübergreifenden Ausschuss des Wirtschaftsministeriums und des Ministeriums für Umwelt und natürliche Ressourcen (Semarnat) überwacht wurden, erlassen.
Zuletzt gab es eine Reihe prominenter Fortschritte. Im März genehmigte Semarnat die Umweltverträglichkeitsprüfung für Orla Mining zur Fortsetzung der Entwicklung von Camino Rojo in Zacatecas. Im Juni erhielt GoGold Resources die Umweltgenehmigung für den Bau der Untertagemine Los Ricos Sur in Jalisco, während Southern Copper kürzlich die Genehmigungen für die Entwicklung von El Pilar in Sonora erhielt.
Der Sektor hofft nun auf die Veröffentlichungen der Durchführungsbestimmungen zum Bergbaugesetz 2023. Diese Bestimmungen könnten einige regulatorische Lücken schließen. Dazu zählen z.B. die Kontinuität bei der Annahme von Konzessionsanträgen, mehr Rechtssicherheit hinsichtlich Verlängerungen, die Vergabe von Wasserkonzessionen im Zusammenhang mit Bergbauprojekten sowie die im Rahmen der Reform von 2023 vorgesehenen Regeln für öffentliche Explorationsausschreibungen.
Noch lieber sähe die Branche eine Reform des Bergbaugesetzes. "Idealerweise müsste das Gesetz reformiert werden, als Gegenreform zu den Maßnahmen der letzten sechsjährigen Legislaturperiode, um mehr Rechtssicherheit zu schaffen und die seit acht Jahren ruhenden Rohstoffaktivitäten des Landes wieder anzukurbeln", sagt Mariano Calderón von der Kanzlei Santamarina y Steta, die viele internationale Unternehmen vertritt.
Die Genehmigungen für Fresnillo machen Hoffnung in einem Markt, der zunehmend durch die Knappheit von Projekten geprägt ist. Hier wirkt die Politik von Sheinbaums Amtsvorgänger und dessen Bergbaugesetz 2023 noch nach. Die Explorationsausgaben sind von über 500 Mio. USD im Jahr 2023 auf voraussichtlich 400 Mio. USD im Jahr 2025 gesunken.
M&A Aktivität in Mexikos Bergbau steigt deutlich an
Da Genehmigungen lange schwierig zu erhalten waren, wächst die Bedeutung von Akquisitionen in der Gestaltung von Portfolios. Mexikos M&A-Markt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Anstieg des Gesamttransaktionsvolumens um 21 % auf 10,91 Mrd. USD. Mexiko gehörte zu den wichtigsten Zielländern in Lateinamerika, das rund 75 % des Gesamtvolumens von fast 30 Mrd. USD in den ersten drei Quartalen 2025 ausmachte.
Die Reform des Bundesbergbaugesetzes von 2023 beendete die Vergabe von Konzessionen ohne freien Zugang, führte öffentliche Ausschreibungen ein, verkürzte die Laufzeit von 50 auf 30 Jahre und verschärfte die Umwelt- und Sozialauflagen. Lange Zeit galt die Erschließung neuer Projekte als langwierig und unsicher. Vor allem die Laufzeitverkürzung führte auch zu Bewertungsproblemen.
Die Ereignisse der letzten Monate lassen hoffen, dass dauerhaft wieder mehr Projekte genehmigt werden und die Exploration an Fahrt gewinnt. Eine solche Entwicklung würde das Umfeld für Explorer wie Algo Grande Copper zusätzlich aufhellen. Die ersten Erkenntnisse aus dem Bohrprogramm sind vielversprechend. Bohrloch 2 durchteufte eine 28,37 Meter mächtige Kupfermineralisierung in zwei Abschnitten: 19,80 Meter von 146,70 bis 166,50 Metern und einen zweiten Abschnitt von 8,57 Metern von 168,36 bis 176,93 Metern, bestehend aus Chalkosin, Chalkopyrit, Bornit und Chrysokoll.
Aussichtsreiche Kupfermineralisierung
Diese sind kupferhaltige Mineralien und laut den ersten Ergebnissen in granatdominanten Skarn eingewachsen: Ein Kontaktgestein, das typischerweise entsteht, wenn heiße magmatische Lösungen in carbonatreiche Gesteine wie Kalkstein eindringen. Der hohe Gehalt an Granat ist ein klassischer Indikator für hohe Temperaturen.
Erstmals traten die Kupfermineralien auch in einem andesitischen Porphyr auf: Ein magmatisches Gestein vulkanischen Ursprungs mit größeren Kristallkörnern in einer feinkörnigen Grundmasse. Das Auftreten von Kupfer in diesem Porphyr wurde im laufenden Bohrprogramm zum ersten Mal beobachtet, was auf eine neue oder erweiterte mineralisierte Gesteinseinheit hindeutet.
Die Bohrkernanalysen stehen noch aus. Sollten die laufenden Bohrungen ähnlich gute Gehalte liefern wie jene des Phase-I-Programms (1,4 % Kupfer über knapp 15 Meter), könnte auch der zuletzt deutlich korrigierte Aktienkurs davon profitieren. Eine zunehmende Normalisierung der mexikanischen Bergbaupolitik vergrößert das Potenzial von Adelita zusätzlich.