Bürokratische Hürden sind überwunden – jetzt kann es mit Volldampf weitergehen im mexikanischen Santo Tomás. Wie Oroco Resource Corp (TSX-V: OCO; WKN: A0Q2HB; ISIN: CA6870331007) bekannt gab, ist die Übertragung der Kernkonzessionen, die bislang die Explorationsaktivitäten bremste, endlich in trockenen Tüchern.

Das Konstrukt ist, auf den ersten Blick, komplex: Xochipala Gold, SA, eine Tochtergesellschaft von Altamura Copper Corp, ist mit der Übertragung der wichtigen Konzessionen nunmehr eingetragener Rechteinhaber an sieben Santo-Tomás-Lizenzen. Die Aktien des im kanadischen British Columbia ansässigen Unternehmens Altamura unterliegen wiederum einer unwiderruflichen Kaufoption von Oroco Resource aus Vancouver.

Ein wenig  Prozentrechnung

Oroco hält die unwiderrufliche Option zum Erwerb eines Nettoanteils von 56,7 Prozent an den zusammengerechnet 1.172,9 Hektar der sieben Konzessionen. Dieses Geschäft läuft über die Altamura Copper Corp. Die dort bereits vorhandene Mehrheitsbeteiligung seitens Oroco kann auf einen Nettoanteil von 81,0 Prozent erhöht werden. Voraussetzung dafür sind Projektinvestitionen in Höhe von  bis zu 30 Millionen CAD; die Ausübung der Aktienoption muss durch die TSX-V genehmigt werden.

Oroco besitzt ferner eine Beteiligung von 77,5 Prozent an mehr als 7.807 Hektar der an die Kernkonzessionen angrenzenden Liegenschaften.

Projektphase zwei am Start

Oroco-Präsident Craig Dalziel ist erfreut über die neue Sachlage, denn mit der Registrierung ist endlich ein komplizierter privater und öffentlicher Erwerbsprozess abgeschlossen, der sich über zehn Jahre hingezogen hat. Diese Formalität war das letzte große Hindernis, das Oroco bei der Aufnahme weiterer Aktivitäten an dem vielversprechenden Kupfer-Porphyr-Projekts aufhielt.

Für die Oroco-Aktionäre bedeutet die Übertragung der Konzessionen einen erheblichen Mehrwert, denn das Unternehmen ist damit endlich in die Lage versetzt, in die zweite Phase der Unternehmensentwicklung einzuleiten und mit Hochdruck weitere  Untersuchungen in Santo Tomás durchzuführen. Da es sich um ein erstklassiges Explorationsziel handelt, sollten die erfreulichen Neuigkeiten aus Mexiko Investoren und potentielle Anleger aufhorchen lassen.

Ausgezeichnete Voraussetzungen vor Ort

Das Projekt Santo Tomás  im gleichnamigen mexikanischen Distrikt beherbergt eine bedeutende Kupfer-Porphyr-Lagerstätte. Die Bodenschätze wurden bereits während der Sechziger- bis Neunzigerjahre bestimmt und die Ressource mit mehr als hundert Diamant- und Reverse-Circulation-Bohrlöchern auf einer Gesamtstrecke von 30 Kilometern getestet. Auf diesen Daten basierend führte Mintec Inc. eine Ressourcenschätzung, Mountain States Research And Development Inc. metallurgische Testarbeiten durch. Aus dem Jahr 1994 liegt eine Vormachbarkeitsstudie vor, für die Bateman Engineering Inc. verantwortlich zeichnete.

Die Verkehrsanbindung von Santo Tomás ist ausgezeichnet: In nur 160 Kilometern Entfernung befindet sich der Tiefseehafen Topolobampo. Es bestehen Anschlüsse zu Autobahn und Schienenweg. Ferner sind Fernleitungsnetze und Erdgas verfügbar. Die Santo Tomás-Liegenschaft ist von der Stadt Choix aus über eine Zufahrtsstraße zu erreichen.

Kupfer im Aufwärtstrend, Bestände im Rückgang

Bei Kupfer handelt es sich derzeit um einen begehrten Bodenschatz: Die Preise für das Industriemetall sind im Dezember 2019 um 6,7 Prozent gestiegen. Der Durchschnittspreis lag bei 2,74 USD pro Pfund. Anlass für den angekurbelten Preis ist auch in  diesem Fall der Handelsstreit zwischen China und den USA.

Zugleich geht das Kupferangebot zurück. Eine der Ursachen ist die Förderung von Material mit zunehmend geringeren Kupfergehalten. Deutlich wird das unter anderem durch Produktionszahlen von großen Minen wie der Escondida-Mine in Chile (Betreiber: BHP (Australien/ Großbritannien)): Dort war der Output in den ersten drei Quartalen 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent zurückgegangen. Sogar das staatliche Kupferunternehmen Codelco hat mit Gewinnrückgängen zu kämpfen.

2020: Ein Jahr für Kupfer-Investments

Die niedrigen Kupferpreise der Vergangenheit führten außerdem dazu, dass Minenbetreiber Anlagen in neue Kapazitäten scheuten – eine Situation, die sich mit anhaltendem Aufwärtstrend ändern dürfte. Das Kupferforschungsinstitut Cochilco meldete für Chile bereits, dass im Jahr 2020 staatliche Bergbauinvestitionen von mehr als 10 Milliarden USD – 57 Prozent mehr als im Vorjahr – geplant seien, 85 Prozent davon allein für den Kupferbergbau.

Die Aussicht auf neue, hochgradiges Kupfer aus Mexiko ist aus diesem Grund hochspannend: Wenn Oroco durch die Reaktivierung der Santo Tomás-Mine hochwertiges Material dem Markt beisteuern kann, verspricht dies allen Beteiligten reizvolle Gewinnaussichten.

Doch die Mitbewerber sind ebenfalls auf dem Sprung: In Peru werden Milliardenbeträge investiert, um ab 2023 aus dem Yanacocha Sulphides-Projekt (Betreiber: Bonaventura) bis zu 544.000 Kupfer zu produzieren. Minera Antapaccay, eine Tochtergesellschaft von Glencore, investiert derweil 590 Millionen USD in das Kupferprojekt Coroccohuayco, ebenfalls in Peru, das einmal 105.000 Tonnen Kupfer pro Jahr liefern soll.