Aus Mexiko treffen von Oroco Resource Corp. (TSX-V: OCO, WKN: A0Q2HB, ISIN: CA6870331007) die ersten Bohrresultate des Jahres 2022 ein. Der kanadische Kupfer-Developer meldete am Donnerstag die Auswertungen von fünf weiteren Bohrlöchern, die noch 2021 am Ziel „North Zone“ niedergebracht worden waren. Damit liegen nun die Untersuchungsergebnisse der ersten acht Bohrungen der aktuellen Kampagne vom Oroco-Flaggschiff „Santo Tomás“ vor. Das Highlight: durchschnittlich 0,45 Prozent Kupfergehalt, den eines der Löcher bei einer tatsächlichen Mächtigkeit von 328 Metern ergab. Nicht nur für die Investoren dürfte es spannend werden, das Voranschreiten der Explorationen in den kommenden Monaten weiter zu verfolgen. Die Arbeiten sollen nach der Saisonpause in Kürze wieder aufgenommen werden.

Das letztjährige Bohrprogramm auf dem Kupferprojekt „Santo Tomás“ hatte seinen Ausgangspunkt im zentralen Bereich der „North Zone”. Zwischenzeitlich erstreckt es sich dort über eine Streichenlänge von 600 Metern. Bis zur Saisonpause hatte Oroco 8.455 Diamantbohrmeter in 12 Bohrlöchern (elf in der „North-Zone“ und eines am Ziel „Brasiles“) vollendet, zum größten Teil im HQ-Kernformat (das entspricht 96 Millimetern Außen- und 63,5 Millimetern Innendurchmesser des Bohrkerns). Die Arbeiten in der „North Zone“ sollen in zwei Wochen wieder aufgenommen werden; in der Zone „Brasiles“ wird dann auch das bereits begonnene Bohrloch B002 weitergeführt.

Die Bohrungen im Detail

Neu eingetroffen sind die Auswertungen der Löcher N004 bis N008.

Mit dem Bohrloch N004 hat es eine besondere Bewandtnis: Es war zur Erprobung eines geophysikalischen Ziels niedergebracht worden, nicht zum Testen der Lagerstätte. Mit ihm sollte eine signifikante Anomalie der Aufladbarkeit untersucht werden, die westlich der Bohrung N008 und der bekannten Lagerstätte „North Zone“ besteht. Eine Zone mit Laramid-Intrusionen sowie verändertem und kupfermineralisiertem vulkanischem Gestein belegt die Prospektivität der Anomalie und verdoppelt die Breite der „North Zone“-Lagerstätte auf 200 Metern Höhe. Das neue Ziel liegt an der Westseite der „North Zone“ unterhalb einer Decke aus Kalksteinschichten.

Die Bohrlöcher N001 bis N003 sowie N005 bis N011 waren niedergebracht worden, um die „North Zone“-Lagerstätte senkrecht zur strukturellen Ausrichtung zu erproben. Ihre Kernabschnitte liegen innerhalb von etwa 10 Prozent der tatsächlichen Mächtigkeit.

Das Loch N005 musste jedoch aufgrund des instabilen Bodens in nur 38 Metern Tiefe vorzeitig beendet werden. Gleich nebenan wurde die Bohrung N006 angesetzt und erfolgreich abgeschlossen.

Das beste Ergebnis in Sachen Gehalte lieferte das die Bohrung N008: Sie ergab eine tatsächliche Mächtigkeit von 328,3 Metern und 0,45 Prozent Kupferäquivalent.

Die Bohrungen N009 bis N011 in der „North Zone“ und B001 am Ziel „Brasiles“ wurden ebenfalls abgeschlossen; ihre Auswertungen stehen derweil noch aus.

Die Interpretation der Ergebnisse

Zur Zufriedenheit des Unternehmens beweisen die Bohrergebnisse, dass jene Kupfergehalte, die sich aus N001 bis N003 und N006 bis N008 ergeben, mit den historischen Bohrungen vergleichbar sind, die für jeden der bislang gebohrten Querschnitte gemeldet worden waren. Ferner bestätigen die Resultate die geologischen Schlussfolgerungen und das Gradeshell-Modell mit Kupfergehalten über 0,3 Prozent, das bereits im Jahr 2009 berechnet worden war.

Das Kupfer wird entlang der zentralen Achse der „North Zone“ von erhöhten Molybdän-, Gold- und Silberwerten begleitet. Sie tragen (ohne Berücksichtigung der metallurgischen Gewinnung) etwa 15 Prozent zum Kupferäquivalentgehalt bei.

Neue Strategien für die aktuelle Exploration

Historische Vormachbarkeitsstudien, die jüngst erfolgte 3D-Modellierung historischer Bohrungen und diverse geophysikalische Vermessungsprogramme haben auf „Santo Tomás“ Bohrziele sowohl zur Bestätigung der historischen Mineralressourcenschätzungen als auch zur Exploration zusätzlicher Ressourcen definiert. Die zwischen 1968 und 1994 getätigten historischen Bohrungen waren allerdings vorwiegend vertikal orientiert und eigneten sich kaum dazu, die Gesamtbreite und Tiefe der Lagerstätte zu definieren.

Das aktuelle Bohrprogramm basiert nun auf abgewinkelten Bohrlöchern, die gradlinig zum neu definierten Streichen und Gefälle der Lagerstätte ausgerichtet sind. Es handelt sich um das erste Programm mit Bohrungen, die vom Hangenden der Lagerstätte bis ins Liegende reichen. („Hangendes“ bezeichnet fachsprachlich Gestein, das eine Bezugsschicht überlagert, „Liegendes“ ist das die Bezugsschicht unterlagernde Gestein). Darüber hinaus erfasst das Programm Untersuchungsinformationen zu Kupfer sowie Molybdän, Gold und Silber.

„Santo Tomás” und die Geologie

Die Kupfer-Molybdän-Gold-Porphyr-Lagerstätte „Santo Tomás“ ist ein typisches Beispiel für die Erdentwicklungsgeschichte der Kupfer-Porphyr-Lagerstätten des Laramid-Zeitalters in den südwestlichen USA und nordwestlichen Mexiko.

Brüche, Laramid-Intrusions-Gesteinsgänge, Mylonitzonen, Adern und Sulfidmineralisierungen werden durch Verwerfungen kontrolliert, die gleichzeitig mit der Bildung der „North Zone“-Lagerstätte entstanden sein dürften. Diese wurde durch die Bohrungen bestätigt und weist einen Streichen von N20°O und eine Neigung von 50 bis 55°W auf.

Aus den geologischen Aufzeichnungen geht hervor, dass auf „Santo Tomás“ Kupfer in Form von Aderfüllungen, Chalkopyrit- und Bornit-Ausbreitungen vorliegt. Pyrit ist in den wichtigen Bohrabschnitten jedoch nur in geringem Ausmaß vorhanden. In den Hauptabschnitten von „North Zone“ befindet sich die Sulfid-Mineralisierung in Vulkan- und Intrusivgestein, das stark zerklüftet, kalihaltig und alteriert ist, mit einer Überprägung von phyllischer (das heißt, durch die Zirkulation hydrothermaler Flüssigkeiten beeinflusster) Alteration.

Der geringe Pyrit-Gehalt im Kern der Zone ist eine Erklärung für die IP-Reaktion im mittleren Bereich der Aufladbarkeit, die auf der Liegenschaft ermittelt wurden. (Bei einer IP (induzierte Polarisation)-Untersuchung wird die Fähigkeit des Bodens gemessen, eine elektrische Ladung eine Zeit lang zu halten). Im Gegensatz dazu wurde bei den Bohrungen im Liegenden der „North Zone“ durchweg propylitisch (durch chemische Reaktionen) veränderter Andesit durchteuft. Das Liegende enthält reichlich eingesprengten Pyrit und Aderpyrit. Das erklärt das auffällige Hoch der Aufladbarkeit sowie ein entsprechendes Tief in der 3D-IP-Modellierung.

Über das Projekt „Santo Tomás“

„Santo Tomás“ liegt in Nordwest-Mexiko in einem gleichnamigen Bezirk, der sich von der Stadt Santo Tomás bis zum etwa 14 Kilometer nordöstlich gelegenen Porphyr-Kupfer-Projekts „Bahuerachi“ (Jinchuan Group) im Bundesstaat Chihuahua erstreckt.

„Santo Tomás“ beherbergt eine bedeutende Kupfer-Porphyr-Lagerstätte, die bereits durch historische Explorationen zwischen den späten Sechziger- und Mitte der Neunzigerjahre definiert wurde. Die Erprobung des Geländes beinhaltete mehr als 100 Umkehr- und Diamantbohrungen mit insgesamt etwa 30.000 Bohrmetern. Auf Basis der daraus ermittelten Resultate war 1994 eine historische Vormachbarkeitsstudie erstellt worden.

Der Tiefseehafen Topolobampo ist (auf pazifischer Seite) nur 160 Kilometer von „Santo Tomás“ entfernt. Das Projekt ist via Autobahn und Schienenweg erschlossen, der direkte Zugang erfolgt über eine 32 Kilometer lange Zufahrtsstraße. Oroco ist zu 73,2 Prozent an den 1.172,9 Hektar Kernkonzessionen von „Santo Tomás“ beteiligt und hält zudem eine 77,5-prozentige Beteiligung an 7.807,9 Hektar angrenzender Mineralkonzessionen.