KoBold wartet auf UN-Freigabe für Lithiumsuche in der DR Kongo

KoBold wartet auf UN-Freigabe für Lithiumsuche in der DR Kongo picture alliance/dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Der US-amerikanische Rohstoffexplorer KoBold Metals kann eine geplante Messkampagne in der Demokratischen Republik Kongo vorerst nicht beginnen. Für den Einsatz eines speziellen Sensors benötigt ein Auftragnehmer des Unternehmens eine Ausnahmegenehmigung im Rahmen der UN-Sanktionen. Das US-Außenministerium hat den Antrag nach Angaben der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times inzwischen eingereicht.

Insgesamt will KoBold rund 50 Mio. USD in die Lithiumerkundung in der DR Kongo investieren. Die Flugmessungen sind für die klimatisch günstigere Trockenzeit vorgesehen. Verpasst das Unternehmen dieses Zeitfenster, könnte sich die Kampagne nach seiner Einschätzung um ein Jahr verschieben.

Spezialflugzeug wird zum kritischen Engpass

Vorgesehen ist der Einsatz eines Flugzeugs mit einem Tensor-Gravitationsgradiometer. Dieses misst winzige räumliche Unterschiede des Erdschwerefelds und liefert so Anhaltspunkte für geologische Strukturen unter der Oberfläche. KoBold nutzt künstliche Intelligenz bei der Auswertung geologischer Informationen. Die zusätzlichen Flugdaten sollen seine Modelle des Untergrunds verfeinern und die Auswahl weiterer Untersuchungsgebiete erleichtern.

Die Sensortechnik lässt sich allerdings auch militärisch verwenden, etwa zur Navigation von U-Booten. Aufgrund dieser doppelten Einsatzmöglichkeit ist laut Financial Times eine Genehmigung erforderlich, bevor der Sensor in die DR Kongo gebracht werden darf.

Das UN-Waffenembargo betrifft die Lieferung von Waffen und entsprechendem Material an nichtstaatliche Akteure, nicht an die Regierung der DR Kongo. Der Sicherheitsrat hatte die Regelung im Juni 2026 bis Juli kommenden Jahres verlängert. KoBold verweist bei seinem Antrag auf die ausschließlich zivile Nutzung der Messtechnik.

Genehmigungsstreit mit geopolitischem Gewicht

Im September 2026 warnte KoBold das US-Außenministerium schriftlich vor einer möglichen Einflussnahme Chinas auf den Antrag. Der zuständige Sanktionsausschuss besteht aus sämtlichen 15 Mitgliedern des Sicherheitsrats und entscheidet im Konsens. Ein einzelner Einspruch könnte damit die Freigabe verhindern. China wies die Vorwürfe nach Angaben der Financial Times als unzutreffend zurück. Ob Peking tatsächlich Einspruch erhoben hat, ist bislang nicht belegt. Auch die Gründe für die Verzögerung bleiben ungeklärt.

Die US-Regierung wirbt für mehr amerikanische Privatinvestitionen im kongolesischen Bergbau. Ein Sprecher des Außenministeriums forderte das UN-Gremium zu konstruktiver Zusammenarbeit auf. Washington erhofft sich von präziseren Geodaten eine bessere Planung wirtschaftlicher Bergbauprojekte und zusätzliche Lieferquellen für kritische Mineralien.

Im kongolesischen Bergbausektor sind chinesische Unternehmen stark vertreten, insbesondere bei der Förderung der großen Kupfervorkommen. Auch der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV betreibt dort Bergwerke.

Die kongolesische Regierung bemüht sich zugleich, amerikanische Unternehmen stärker am Rohstoffsektor zu beteiligen. Im Juli 2025 unterzeichnete sie mit KoBold eine Grundsatzvereinbarung zur Rohstoffexploration. Nach Angaben der Financial Times sagte Kinshasa im selben Jahr US-Käufern eine Vorzugsbehandlung bei Mineralverkäufen staatlicher Bergbauunternehmen zu.

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Große Lizenzflächen und prominente Geldgeber

KoBold hält im Kongo 14 Explorationslizenzen für verschiedene Metalle, darunter Lithium. Nach Auswertung des kongolesischen Bergbaukatasters erstrecken sich die Lizenzflächen auf mehr als 3.000 Quadratkilometer in drei Provinzen im Südosten des Landes.

Zu KoBolds Geldgebern zählen Bill Gates und Jeff Bezos. 2026 nahm der Rohstoffexplorer laut Financial Times rund 291 Mio. USD neues Kapital auf, bei einer Bewertung von etwa vier Milliarden USD.

Vor einer kommerziellen Lithiumförderung muss KoBold wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten nachweisen. Die Mehrkosten einer möglichen Verschiebung der Messflüge hat das Unternehmen bislang nicht beziffert.