Fortescue besteht mit gereinigtem Kupfer den ersten Markttest

Fortescue besteht mit gereinigtem Kupfer den ersten Markttest Fortescue

Von bis zu sieben Prozent auf weniger als 0,25 Prozent: So stark sank der Arsengehalt des Kupferkonzentrats, das der australische Bergbaukonzern Fortescue AU000000FMG4 121862 nun erstmals verkauft hat. Die mehr als 40 Tonnen wurden in einer von Fortescue genutzten Demonstrationsanlage in Brisbane aufbereitet. Nun arbeitet der Konzern an der industriellen Umsetzung des Verfahrens und will dessen Investitions- und Betriebskosten weiter senken.

Hohe Arsengehalte verteuern den Kupferabbau

Schon vor dem Abbau kann Arsen die Wirtschaftlichkeit einer Kupferlagerstätte beeinträchtigen. Der giftige Stoff ist in bestimmten Erzmineralen von Natur aus enthalten und gelangt bei der Aufbereitung häufig in das Kupferkonzentrat, das Bergbauunternehmen an Hüttenwerke verkaufen. Je nach Arsengehalt verlangen die Abnehmer Preisabschläge oder lehnen Lieferungen ganz ab. Für Minenbetreiber bedeutet das zusätzliche Kosten und weniger Spielraum bei der Förderplanung.

Belastete Erzpartien müssen unter Umständen mit sauberem Material vermischt, gesondert behandelt oder zunächst im Boden belassen werden. Dadurch kann selbst eine große Lagerstätte weniger wirtschaftlich nutzbares Material liefern, als ihre geologischen Ressourcen vermuten lassen.

Für 2035 erwartet die Internationale Energieagentur (IEA) eine Lücke von rund 25 % zwischen geplanter Minenförderung und benötigter Primärversorgung. Grundlage dieser Prognose sind bestehende und angekündigte Kupferprojekte. Fortescue rechnet laut eigener Unternehmensmitteilung bis 2050 mit einem weltweiten Nachfrageanstieg von mehr als 50 % auf mindestens 50 Mio. Tonnen jährlich. Dahinter steht insbesondere der wachsende Kupferbedarf für den Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energien.

Mit der steigenden Nachfrage wird auch Kupfer aus stärker arsenbelasteten Teilen bekannter Lagerstätten wirtschaftlich interessanter. Voraussetzung ist allerdings, dass sich der Schadstoff so weit entfernen lässt, dass die Konzentrate zu attraktiven Bedingungen verkauft werden können.

Schonenderes Verfahren soll den Absatz sichern

Fortescue setzt dafür auf das Toowong-Verfahren, benannt nach einem Stadtteil von Brisbane. Entwickelt wurde es vom australischen Verfahrenstechnikspezialisten Core Resources. Die Technik entfernt Arsen in einem nasschemischen Prozess bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen und geringem Druck. Gegenüber dem herkömmlichen Rösten verspricht sich Fortescue einen geringeren Energieverbrauch und niedrigere Emissionen. Beim Rösten entstehen arsenhaltige Gase und Stäube, deren Freisetzung aufwendig verhindert werden muss.

Beim Toowong-Verfahren separiert eine alkalische Lösung den Schadstoff aus dem Konzentrat, während das Kupfer darin verbleibt. Nach Angaben von Core Resources lassen sich die eingesetzten Chemikalien weitgehend zurückgewinnen und erneut verwenden. Auch Antimon, ein weiterer unerwünschter Begleitstoff, kann auf diese Weise entfernt werden. Das abgeschiedene Arsen wird in einem stabilen Feststoff gebunden, der weiterhin sicher gelagert oder entsorgt werden muss.

Fortescue übernahm die Technologie 2022 und setzte ihre Entwicklung und Erprobung in Brisbane fort. In sieben Testkampagnen mit insgesamt mehr als 3.000 Betriebsstunden blieben nach Unternehmensangaben mehr als 99,9 % des Kupfers erhalten.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

Cañariaco in Peru als möglicher Einsatzort

Besonders interessant ist das Verfahren für Fortescues Kupferprojekt Cañariaco in Nordperu. Mit der im März 2026 abgeschlossenen Übernahme des kanadischen Kupferentwicklers Alta Copper erlangte das Unternehmen die vollständige Kontrolle über das Projekt. Nun untersucht der Konzern, ob sich durch die Aufbereitung dort zusätzliche Konzentratmengen für den Markt erschließen lassen.

Gelingt das, könnten mehr Ressourcen in die Abbauplanung einfließen. Auch eine flexiblere Förderung und geringere Entwicklungskosten wären nach Einschätzung des Unternehmens möglich. Allerdings steht Cañariaco weiterhin vor der eigentlichen Minenentwicklung. Umweltprüfungen, Genehmigungen und Gespräche mit den örtlichen Gemeinden gehören zu den noch anstehenden Aufgaben. Trotz verbesserter Kupferaufbereitung bleibt der Weg zu einer produzierenden Mine damit an weitere Voraussetzungen geknüpft.

Die strategische Bedeutung reicht über Cañariaco hinaus. Fortescue könnte die Technologie bei weiteren eigenen Kupfervorkommen einsetzen. Grundsätzlich kommt sie auch für andere Produzenten infrage, deren Konzentrate wegen hoher Arsenwerte schwer verkäuflich sind.

Industrielle Bewährungsprobe steht noch aus

Fortescue nennt weder den Käufer der Testcharge, noch den Erlös oder die vereinbarten Konditionen. Auch eine industrielle Kapazität oder ein Termin für den großtechnischen Einsatz sind bislang nicht benannt.

Fortescue hält Investitions- und Betriebskosten im Vergleich zum Rösten für konkurrenzfähig und will beide weiter senken. Diese Einschätzung ist für den kommerziellen Maßstab noch nicht durch Betriebsdaten belegt. Dafür müsste das Verfahren deutlich größere Konzentratmengen im industriellen Dauerbetrieb behandeln und seine Kosten sowie den Energieverbrauch je Tonne nachweisen.