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Australiens Minenriesen schalten auf Kupfer

Australiens Minenriesen schalten auf Kupfer QMines Ltd.

Australiens Rohstoffsektor erlebt derzeit eine Verschiebung seiner Kräfteverhältnisse. Über Jahrzehnte war Eisenerz der zentrale Gewinnbringer der großen Bergbaukonzerne. Doch Stromnetze, Elektrifizierung und der Ausbau von Rechenzentren treiben die Kupfernachfrage an. Das verändert zunehmend die Prioritäten im Bergbausektor.

Besonders deutlich lässt sich die Entwicklung an BHP AU000000BHP4 850524 ablesen. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte das Kupfergeschäft ein EBITDA von rund 18 Mrd. USD und steuerte erstmals mehr als die Hälfte zum bereinigten EBITDA des Konzerns bei. Mitbewerber Fortescue AU000000FMG4 121862 blieb dagegen stark auf Eisenerz ausgerichtet. Australiens Minenwerte waren über die vergangenen zwölf Monate das stärkste Segment des australischen Leitindex S&P/ASX 200. Nun erhält der Sektor mit Kupfer einen zusätzlichen möglichen Wachstumstreiber.

Kupfer verändert die Prioritäten

Hinter der stärkeren Ausrichtung auf Kupfer stehen längerfristige Veränderungen auf der Nachfrageseite. Der Ausbau von Stromnetzen, erneuerbaren Energien und Rechenzentren erhöht den Bedarf an leitfähigen Metallen. Gleichzeitig belastet die anhaltende Schwäche des chinesischen Immobilienmarktes die Perspektiven für Eisenerz, das lange Zeit die australischen Rohstoffexporte dominierte.

BHP steht mit dieser Neuausrichtung nicht allein. Auch Rio Tinto GB0007188757 852147 baut seine Kupferaktivitäten aus. Ein Teil der Aufmerksamkeit im australischen Bergbausektor verlagert sich damit von einem Markt mit bereits enormen Produktionskapazitäten auf ein Metall, bei dem neue Vorkommen und zusätzliche Minenprojekte künftig eine größere Rolle spielen könnten.

Hinzu kommt ein struktureller Unterschied am australischen Aktienmarkt: Wer dort gezielt nach großen Kupferproduzenten sucht, findet an der ASX bislang nur eine begrenzte Auswahl. Neben den bestehenden Minenkonzernen stellt sich deshalb die Frage, welche australischen Entwicklungsprojekte in den kommenden Jahren zusätzliches Angebot liefern könnten.

Von Produzenten zur Projektpipeline

Neue Kupferminen entstehen allerdings nicht allein deshalb, weil die Nachfrage wächst. Zwischen einer bekannten Lagerstätte und einer produzierenden Mine stehen Ressourcendefinition, technische Studien, Genehmigungen, Finanzierung und letztlich eine Investitionsentscheidung.

Zu dieser australischen Projektpipeline gehört das Kupfer-Gold-Projekt Mt Chalmers nahe Rockhampton in Queensland. Dort arbeitet QMines AU0000141533 A2QSAM an der weiteren Entwicklung des historischen Bergbaustandorts.

Mt Chalmers befindet sich inzwischen in der Phase der endgültigen Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study, DFS). Für das Projekt weist QMines eine nach dem australasiatischen JORC-Code 2012 ausgewiesene Erzreserve von insgesamt 9,6 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 0,65 % Kupfer und 0,48 Gramm Gold je Tonne aus. Die Mineralressource beläuft sich auf 11,3 Mio. Tonnen mit 0,75 % Kupfer und 0,42 Gramm Gold je Tonne.

QMines hat Mt Chalmers inzwischen von der Ressourcendefinition in die konkrete Projektentwicklung geführt. Mit ausgewiesener Erzreserve und laufender, finanzierter Machbarkeitsstudie arbeitet das Unternehmen nun daran, die technischen, wirtschaftlichen und genehmigungsbezogenen Voraussetzungen für die nächste Entwicklungsstufe zu schaffen.

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Queenslands Rohstofffonds steigt bei QMines ein

Im April 2026 sicherte sich QMines ein Finanzierungspaket über insgesamt 15 Mio. AUD vom Queensland Critical Minerals and Battery Technology Fund. Der Fonds wird von der staatseigenen Queensland Investment Corporation (QIC), einem institutionellen Investmentmanager des Bundesstaates Queensland, verwaltet und unterstützt dort Unternehmen entlang der Lieferkette für kritische Rohstoffe. Von den 15 Mio. AUD entfallen 5 Mio. AUD auf eine Eigenkapitalinvestition und weitere 10 Mio. AUD auf eine zweiprozentige Erlösbeteiligung auf Basis des Net Smelter Return (NSR).

Das Paket soll zusammen mit den vorhandenen liquiden Mitteln die Finanzierung bis zum Abschluss der endgültigen Machbarkeitsstudie sowie für Arbeiten an der technischen Vorplanung und die Vorbereitung einer endgültigen Investitionsentscheidung abdecken. Für die laufende Machbarkeitsstudie ist die Finanzierung damit bis zu ihrem Abschluss gesichert.

Die Machbarkeitsstudie umfasst dabei deutlich mehr als eine Aktualisierung bestehender Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Parallel laufen unter anderem Arbeiten an Minenplanung, Geotechnik, Metallurgie, Prozessanlage, Infrastruktur und Umweltgenehmigungen. QMines hatte im Juni erklärt, den Abschluss der Studie bis Ende 2026 anzustreben.

Bohrprogramm begleitet die Machbarkeitsstudie

Parallel entwickelt QMines die geologische Grundlage von Mt Chalmers weiter. Im Juli startete das Unternehmen eine mehr als 10.000 Meter umfassende Kampagne mit mehreren Bohrgeräten. Ein Teil der Bohrungen liefert Daten für die laufende Machbarkeitsstudie, weitere Arbeiten zielen auf mögliche Erweiterungen der bekannten Mineralisierung.

Die jüngsten Ergebnisse vom 23. September liefern dazu weitere Daten. Eine Bohrung auf der Ostseite des historischen Tagebaus traf unter anderem auf 44 Meter mit durchschnittlich 1,03 % Kupfer ab 103 Metern Tiefe. Darin enthalten waren zehn Meter mit 2,20 % Kupfer. Die Analysen von weiteren 19 Bohrungen über zusammen 2.314 Meter standen zu diesem Zeitpunkt noch aus.

Der australische Kupferschwenk spielt sich also auf zwei Ebenen ab. Die großen Konzerne bauen ihre bestehenden Kupferportfolios aus, während Entwickler neue Projekte bis zur Entscheidungsreife führen wollen. Mit dem angestrebten Abschluss der endgültigen Machbarkeitsstudie für Mt Chalmers bis Ende 2026 würde QMines den nächsten zentralen Entwicklungsschritt auf dem Weg zu einer möglichen endgültigen Investitionsentscheidung erreichen.