BHP schlägt Prognosen, Dividende auf Vierjahreshoch

BHP schlägt Prognosen, Dividende auf Vierjahreshoch BHP

Der australische Rohstoffkonzern BHP AU000000BHP4 850524 hat im Geschäftsjahr 2026 mehr verdient als erwartet. Der bereinigte zurechenbare Gewinn stieg auf 13,20 Mrd. USD, nach 10,16 Mrd. USD im Vorjahr. Kupfer steuerte 54 % des bereinigten EBITDA bei und wurde erstmals auf Jahressicht BHPs größter Ergebnisblock.

Hohe Kupferpreise verschieben die Gewichte bei BHP

Dass Kupfer an die Ergebnisspitze rückt, liegt vor allem am Preis. BHP erzielte im Geschäftsjahr durchschnittlich 5,74 USD je Pfund Kupfer, 35 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Kupferproduktion um 3 % auf rund 1,95 Mio. Tonnen. Beim Eisenerz stieg der realisierte Preis dagegen nur um 3 %, während BHP eine Rekordproduktion erreichte.

Schon im ersten Halbjahr hatte Kupfer 51 % des bereinigten Konzern-EBITDA beigesteuert, nach 39 % im Vorjahreszeitraum. Bis zum Jahresende baute es diesen Vorsprung weiter aus. Einschließlich Nebenprodukten erzielte Kupfer 18,19 Mrd. USD bereinigtes EBITDA, Eisenerz kam auf 14,53 Mrd. USD.

Die starke Ertragslage zeigt sich auch bei der Ausschüttung. BHP hebt die Jahresdividende auf 1,72 USD je Aktie, den höchsten Wert seit vier Jahren. Zugleich sank die Nettoverschuldung zum Geschäftsjahresende auf 8,69 Mrd. USD. Das vergrößert den finanziellen Spielraum für Investitionen und Ausschüttungen.

Kupferausbau trifft zunächst auf Gegenwind

Langfristig soll Kupfer bei BHP eine noch größere Rolle spielen. Der Konzern will seine zurechenbare Produktion bis 2035 auf etwa 2 Mio. Tonnen jährlich steigern. Dafür setzt BHP vor allem auf bestehende und geplante Projekte in mehreren wichtigen Kupferregionen.

Kurzfristig bewegt sich die Produktion allerdings in die andere Richtung. Für 2027 erwartet BHP nur 1,65 bis 1,80 Mio. Tonnen Kupfer. Hauptgrund sind niedrigere Erzgehalte in der Kupfermine Escondida in Nordchile. Dort sinkt der Kupferanteil im verarbeiteten Gestein planmäßig, wodurch bei gleichem Materialeinsatz weniger Metall gewonnen wird.

Der Markt liefert dennoch einen starken strategischen Anreiz. BHP veranschlagt die weltweite Kupfernachfrage derzeit auf rund 34 Mio. Tonnen jährlich. Bis 2050 soll sie auf mehr als 50 Mio. Tonnen steigen. Bereits bis 2035 wären nach BHPs Prognose etwa 10 Mio. Tonnen zusätzliche, bislang nicht fest zugesagte Minenförderung nötig. Das strategische Problem liegt damit weniger bei der Nachfrage als bei der künftigen Versorgung. Bestehende große Lagerstätten und Erweiterungen gewinnen für BHP entsprechend an Wert.

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Eisenerz bleibt stark, Port Hedland bleibt ein Risiko

BHP meldete für das Geschäftsjahr 2026 eine Rekordproduktion bei Eisenerz. Das Geschäft bleibt weiterhin eine zentrale Ertragssäule, auch wenn Kupfer inzwischen einen höheren Beitrag zum bereinigten EBITDA leistet.

Ein operatives Risiko besteht derzeit in Port Hedland, wo BHP mehr als 800 Menschen beschäftigt. Über das weltgrößte Eisenerz-Exportdrehkreuz in Westaustralien wickelt BHP einen wichtigen Teil seiner Verschiffungen ab. Nach Angaben von Reuters exportiert der Konzern dort täglich Eisenerz im Wert von rund 80 Millionen USD. Beim jüngsten zweitägigen Arbeitskampf beteiligten sich rund 150 Beschäftigte an Ladeverbot und Arbeitsniederlegung. Trotz der Bestreikung wurden nach Unternehmensangaben weiterhin Schiffe beladen.

BHP-Chef Brandon Craig erwartet bislang keine Belastung der Unternehmensleistung durch den Arbeitskampf. Für BHP wird nun entscheidend, ob hohe Kupferpreise den erwarteten Produktionsrückgang 2027 auffangen und den langfristigen Ausbau finanzieren.