Zahlen, Zahlen, Zahlen. Mit einem Wust an Informationen lässt Thomson Reuters das Gold-Jahr 2013 Revue passieren. Im 47. GFMS Gold Survey werden die verschiedensten Aspekte des Edelmetalls unter die Lupe genommen.

So liegt der durchschnittliche Preis für eine Unze Gold 2013 bei 1.411,23 Dollar. Diese Preise wird man 2014 vermutlich nicht sehen. Die Experten erwarten für das laufende Jahr einen durchschnittlichen Preis von 1.225 Dollar je Unze. Im Sommer soll es ein Tief beim Kurs geben, danach wird eine deutliche Erholung prognostiziert.

Asien beherrscht den Gold-Markt

Das Jahr 2013 war von der Nachfrage aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Ostasien dominiert. China ist die Nummer 1 unter den Goldkonsumenten, das Land hat Indien an der Spitze der Rangliste abgelöst. Dort gibt es eine Reihe von Restriktionen. Sollten diese jedoch im Jahresverlauf gelockert werden, kann die Nachfrage vom Subkontinent wieder deutlich anziehen.

Die weltweite Gold-Förderung in den Minen ist 2013 um 6 Prozent auf 3.022 Tonnen nach oben gegangen, das ist ein neuer Rekord für die Branche. Noch deutlicher fällt das Plus bei den all-in-Kosten aus. Der Zuwachs liegt bei 27 Prozent auf 1.620 Dollar je Unze. Bei diesen Kosten werden alle Gewinnungskosten einschließlich der laufenden Investitionen aber auch der indirekten Kosten und der Gemeinkosten sowie alle Produktionskosten erfasst. Die Gesamtbetriebskosten steigen hingegen nur um 1,00 Dollar auf 767,00 Dollar je Unze an. Kostentreiber ist das Personal, während die Lizenzgebühren für eine Entspannung sorgen.

ETF haben 2013 deutlich an Anziehungskraft verloren. Deren Bestände erreichten am Jahresanfang fast 2.700 Tonnen, am Jahresende waren es etwa 800 Tonnen weniger. Deutlich zugelegt hat hingegen die Nachfrage nach Schmuck, vor allem in Asien. Das Plus liegt bei 21 Prozent. Um 43 Prozent steigt das Verlangen nach Investmentbarren aus Gold. Insgesamt werden Schmuck, Münzen und Barren im Volumen von 4.045 Tonnen gekauft, das ist ein Plus von 24 Prozent. Die gesamte Nachfrage nach physischem Gold liegt bei 4.957 Tonnen, noch nie war das Edelmetall so begehrt. Das Angebot war dabei rund 700 Tonnen niedriger als die Nachfrage.

Russland siegt im öffentlichen Sektor

Der öffentliche Sektor, also vor allem die Notenbanken, haben 2013 rund 409 Tonnen Gold erworben. 2012 stand die Nachfrage aus diesem Bereich bei 544 Tonnen. Größter Nachfrager war Russland mit 77 Tonnen. Diese Statistik muss jedoch mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. So meldet China traditionell nicht, wie hoch die Nachfrage der Notenbank ist. Auch andere Staaten könnten sich etwas zurückhalten. Vermutlich liegt der korrekte Wert somit klar höher.

Für 2014 sind die Experten von Thomson Reuters leicht zurückhaltend. Die Spannungen in der Ukraine können den Kurs stützen, die Wirtschaftserholung sollte hingegen andere Anlageformen, vor allem Aktien, attraktiver machen. Somit scheinen Kurse um 1.200 Dollar bis 1.300 Dollar realistisch zu sein. Zwischenzeitlich können jedoch auch die 1.400 Dollar je Unze in Sicht kommen, vor allem wenn in Indien die Hochzeitssaison naht und in Europa das Weihnachtsfest vor der Türe steht.