Ölkorridor im Visier: Kanadischer Energieentwickler ergänzt bekanntes Gasprojekt
CanCambria Energy CA13740E1079 A3EKUB hat eine technische und kommerzielle Bestandsaufnahme des sogenannten STA-Korridors vorgelegt, der den nördlichen Teil seiner 100 % gehaltenen Kiskunhalas-Konzessionsfläche in Südungarn umfasst. Der Korridor erstreckt sich über rund 320 Quadratkilometer und liegt vollständig innerhalb der bestehenden Lizenzfläche des Unternehmens. Das Besondere: Der Ölkorridor liegt in einem geologisch bewährten System und ist dennoch seit den 1990er Jahren praktisch unberührt geblieben.
Potente Öl- und Gasregion
Das Pannonian-Becken, in dem sich CanCambrias Konzessionsfläche befindet, gehört zu den am längsten erschlossenen Öl- und Gasregionen Mitteleuropas. Die Nachbarfelder des STA-Korridors wurden in den 1970er und 1980er Jahren mit damaligen Methoden erschlossen und haben seitdem kumuliert rund 160 Millionen Barrel Öläquivalent produziert. Was sie eint: Sie wurden mit vertikalen Bohrungen und ohne moderne 3D-Seismik entwickelt, was die Ausbeute strukturell begrenzte. Viele dieser Felder dürften deutlich mehr Öl enthalten, als je gefördert wurde.
CanCambria hat auf Basis älterer 2D-Seismikdaten aus den 1980er Jahren und vorhandener Bohrlochkontrolle zehn Ziele und Vorprospekte im STA-Korridor identifiziert, die auf Tiefen zwischen 1.400 und 2.000 Metern abzielen. Das Unternehmen schätzt den mittleren Zielgröße pro Feld auf rund 15 Millionen Barrel, basierend auf der Feldgrößenverteilung der bekannten Nachbaranlagen. CEO Dr. Paul Clarke kommentiert: "Wir glauben, dass durch den Einsatz moderner 3D-Seismiktechnologie erheblicher Wert für unsere Aktionäre freigesetzt werden kann. Dieses neue seismische Datenmaterial wird unser bestehendes Interessentenportfolio risikoärmer machen und weitere Möglichkeiten entlang des Trends identifizieren."
Schnell, günstig, infrastrukturell erschlossen
Was den STA-Korridor aus Anlegersicht besonders interessant macht, ist die Projektwirtschaftlichkeit. Das Unternehmen kalkuliert mit Bohrkosten zwischen 2,75 und 3,75 Millionen US-Dollar pro Vertikalbohrung, deutlich weniger als die tiefen Gasbohrungen, die das Kern-Gasprojekt erfordert. Die geplante Bohrzeit vom Bohrbeginn bis zur Produktion beträgt laut Unternehmensangaben rund einen Monat. Bei einem Ölpreis von 70 US-Dollar und auf Basis managementinterner Schätzungen soll die interne Rendite 40 % übertreffen, mit einer Amortisationszeit von unter 12 Monaten. Bestehende Infrastruktur aus der historischen Feldentwicklung ist im Gebiet vorhanden und senkt den Erschließungsaufwand weiter.
Noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 soll ein eigener 3D-Seismik-Survey über dem STA-Korridor durchgeführt werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen. Nahezu zeitgleich hat auch MOL, der ungarische Energieriese, unmittelbar nördlich der CanCambria-Fläche einen eigenen 3D-Survey abgeschlossen, was das wachsende Industrieinteresse an der Region unterstreicht. Auf Basis der neuen Seismikdaten plant CanCambria erste Bohrungen für das erste Halbjahr 2027.
CanCambria war bislang vor allem als Tight-Gas-Entwickler mit einem Milliarden-schweren Ressourcenpotenzial bekannt. Mit dem STA-Korridor kommt nun eine zweite, potenziell schnell monetarisierbare Komponente hinzu, die mit niedrigeren Kapitalkosten, kürzeren Zeitrahmen und attraktiver Wirtschaftlichkeit ausgestattet ist. Gelingt der Nachweis förderwürdiger Ölmengen im geplanten Bohrprogramm 2027, sollte die Aktie ihren aktuellen Bewertungsabschlag gegenüber dem Gesamtpotenzial der Konzessionsfläche wieder spürbar aufholen können.