Gestiegene Abhängigkeit: Forscher sehen Europas Erdgaspolitik doppelt gescheitert
Der kanadische Gasexplorer CanCambria Energy CA13740E1079 A3EKUB hat in seinem ungarischen Tiefengas-Lizenzgebiet Kiskunhalas (KCA) eine neue, rund 350 km² große Zone mit hohem Explorationspotenzial identifiziert.
Bislang ist der oberflächennahe Explorationstrend nicht durch die heute branchenüblichen 3D-Seismikdaten abgedeckt. Den Geologen gelang jedoch die Abgrenzung aussichtsreicher Lagerstätten und Explorationsgebiete anhand älterer 2D-Seismikmessungen.
CanCambria sieht bei Gasprojekt in Ungarn noch mehr Potenzial
Das Unternehmen analysiert derzeit über zwanzig historische Öl- und Gasfelder innerhalb und angrenzend an das KCA, die in der Vergangenheit mehr als 160 Mio. Barrel Öläquivalent gefördert haben. Es wurden Vorkommen identifiziert, in denen die Geologen Satellitenlagerstätten sehen. Diese stehen mit Entdeckungen aus den 1960er und 1970er Jahren in Verbindung.
CanCambria Energy CEO Dr. Paul Clarke erklärte: "Kohlenwasserstofffunde werden üblicherweise durch den Einsatz neuer Explorationstechnologien in bekannten Becken gemacht, und genau diese Chance sehen wir in Kiskunhalas." Chancen, wie sie bei Kiskunhalas entstehen, sind für die europäische Energieversorgung von größter Bedeutung. Eine Ausweitung der inländischen Förderung ist nahezu unumgänglich.
Die europäische Energiepolitik hat ihre postulierten Ziele bei der Erdgasversorgung des Kontinents bislang weitreichend verfehlt. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls das in den USA ansässige Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) in einer aktuellen Studie.
"Europas Umstellung von Pipelinegas auf LNG sollte Versorgungssicherheit und Diversifizierung gewährleisten. Doch die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Störungen und die übermäßige Abhängigkeit von US-amerikanischem LNG zeigen, dass Europas Plan in beiderlei Hinsicht gescheitert ist", sagte Ana Maria Jaller-Makarewicz, leitende Energieanalystin für Europa beim IEEFA.
Sie spricht von einer "Achillesferse der europäischen Energiesicherheitsstrategie": Flüssigerdgas habe in Europa zu hohen Gaspreisen und neuen Formen von Versorgungsengpässen geführt.
Aktuelle Daten des Gasmarktes zeigen eine Verdreifachung der europäischen Importe aus den USA zwischen 2021 und 2025. In diesem Zeitraum wurde die Abhängigkeit von russischem Pipelinegas reduziert. Gleichzeitig wurde jedoch eine neue Abhängigkeit – von den USA – geschaffen.
Zwei Drittel der EU-Flüssiggasimporte aus den USA – und Russland liefert immer noch
Zwei Drittel der EU-LNG-Importe werden demnach in diesem Jahr aus den USA kommen. Doch das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht: Angesichts der anhaltenden Störungen der LNG-Exporte aus Katar prognostiziert die IEEFA, dass die USA Norwegen im Jahr 2026 als größten Gaslieferanten Europas und der EU überholen und bis 2028 80 % der EU-LNG-Importe ausmachen könnten.
Ein wesentliches Problem: LNG aus den USA ist durchschnittlich die teuerste Ware auf dem europäischen Gasmarkt. Die Folgen sind bekannt: Hohe Gaspreise belasten Haushalte und Industrie und damit das Wirtschaftswachstum. Die Erdgaspreise diesseits des Atlantiks sind etwa dreimal so hoch wie jene in den USA.
Ein weiterer Punkt der IEFFA-Analyse ist besonders heikel. Die EU-Importe von russischem LNG stiegen im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 16 % und damit auf den höchsten Stand seit Moskaus Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Geliefert wurde vor allem nach Frankreich, Spanien und Belgien.
Dabei gehört der Ausstieg aus russischen Gas- (und Öl-) Lieferungen gewissermaßen zu den konstituierenden Elementen der EU-Energiepolitik seit Anfang 2022. Bis Ende 2027 soll der Bezug eingestellt werden. Bemerkenswert zudem: Die EU-Länder gaben im Jahr 2025 5,9 Milliarden Euro für russisches Pipelinegas und 6,7 Milliarden Euro für russisches Flüssigerdgas aus.
Europas Abhängigkeit wächst – inländische Förderung gefragt
"Der Krieg im Nahen Osten hat Europa stärker von seinen beiden größten LNG-Lieferanten, den USA und Russland, abhängig gemacht", sagt Jaller-Makarewicz.
Explorer wie CanCambria Energy profitieren von den hohen Gaspreisen in Europa. Das Unternehmen will die Exploration bei Kiskunhalas deshalb rasch vorantreiben. CEO Clarke verweist darauf, dass die erstmalige Erschließung des Gebiets Jahrzehnte zurückliege und die Branche seitdem erhebliche technische Fortschritte realisiert habe.
So könnten fortschrittliche Bildgebungsverfahren und Horizontalbohrungen die Erfolgsquoten und die Gesamtausbeute in der Region erhöhen. Das große Interesse an europäischem Gas macht sich Clarke zufolge bemerkbar. "Solche Projekte erleben in der gesamten Region und angrenzend an unsere Flächen eine Renaissance der Aktivitäten und Investitionen, angetrieben durch die hohen Rohstoffpreise."
Ein neues 3D-Seismikprogramm soll nun Größe, Geometrie und Risikoprofil der identifizierten Explorationsgebiete genauer bestimmen. Anschließend stehen Erschließung und Tests bei den vielversprechendsten, flacheren Zielen an. Zudem soll ein Bericht über die voraussichtlichen Ressourcen der neuen Explorationsziele angefertigt werden.
Die Realität am europäischen Erdgasmarkt steht unter starkem Einfluss der Politik. Diese wird unabhängig von sonstigen Entscheidungen nicht an Maßnahmen für mehr Inlandsförderung vorbeikommen. CanCambria Energy positioniert sich mit dem fortgeschrittenen und aussichtsreichen Kiskunhalas-Projekt daher für den EU-Gasmarkt der Zukunft, dessen "Sicherheit" aktuell nur aus der Beständigkeit hoher Preise und hoher Importquoten in einer zunehmend unsicheren Welt besteht. Der Aktienkurs des Unternehmens dürfte davon langfristig profitieren.