Erstellt im Auftrag von CanCambria Energy

Europas Gasmarkt: Anhaltende Verknappung macht EU-Projekte unverzichtbar

Europas Gasmarkt: Anhaltende Verknappung macht EU-Projekte unverzichtbar picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Dimitris Tosidis

Der Gasexplorer CanCambria Energy CA13740E1079 A3EKUB bewertet das Potenzial seines Tiefengasprojekts Kiskunhalas (KCA) in Südungarn seit einigen Monaten höher. Innerhalb des Konzessionsgebiets wurde im März ein 350 km² großer, oberflächennaher Trend mit hohem Potenzial identifiziert.

Während sich das Unternehmen weiterhin auf die Erschließung tiefer, dichter Gasvorkommen konzentriert, sieht man die sich abzeichnenden flachen Lagerstätten im nördlichen KCA zunehmend aussichtsreich. Solche Projekte erleben CanCambria CEO DR. Paul Clarke zufolge in der gesamten Region und angrenzend an das eigene Projekt "eine Renaissance von Aktivitäten und Investitionen" – angetrieben durch die hohen Rohstoffpreise.

CanCambria Energy sieht großes Potenzial bei Kiskunhalas

Diese Ziele, so Clarke, könnten kostengünstigere und schnellere Bohrungen ermöglichen und das Potenzial für mehrere Satellitenlagerstätten entlang eines breiteren Trends bieten. Er sieht "erhebliches Potenzial" in einem Gebiet, das zuletzt vor mehreren Jahrzehnten aktiv erschlossen wurde. "In diesem Zeitraum hat die Branche bedeutende Fortschritte bei der Erschließung von Onshore-Ressourcen erzielt."

Meldungen von europäischen Gasexplorern über neue Funde werden derzeit von Ökonomen und Analysten mit größter Aufmerksamkeit verfolgt und schaffen es in kürzester Zeit auf die Schreibtische ranghoher politischer Entscheidungsträger, denn der europäische Gasmarkt bleibt angespannt. Die Preise legten nach einer von Mitte März bis Mitte April dauernden Korrektur wieder deutlich zu. Aktuell notiert der Juli-Kontrakt für Erdgas am Knotenpunkt TTF bei 46,58 EUR pro MWh und damit deutlich über dem Schnitt der Vorjahre. Viele Hoffnungen ruhen auf einer Entspannung im Nahen Osten.

Doch dass eine dauerhafte Waffenstillstandsvereinbarung in Verbindung mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz rasch zu einer Entlastung des Marktes führt, ist unwahrscheinlich.  Im Mitte Mai erschienenen Quartalsbericht der auf Rohstoffe spezialisierten Investmentgesellschaft Goehring & Rozencwaig warnen die Verfasser, die Wiederöffnung der Meerenge "dürfte eine Welle von aufgeschobenem Konsum, Lager- und Reservenauffüllung auslösen" und damit den Markt erhöhter Nachfrage von Endverbrauchern, gewerblichen Betreibern und Regierungen aussetzen.

Nahost-Einigung führt nicht zu sofortiger Entlastung für Europas Gasmarkt

Das Angebot aber dürfte trotzdem noch eine Zeit lang beeinträchtigt bleiben. So wies etwa der Energieminister von Katar, Saad al-Kaabi, gegenüber der Financial Times darauf hin, dass Katar selbst bei einer sofortigen Beendigung des Konflikts in der Region Wochen bis Monate benötigen würde, um die Lieferungen nach der Stilllegung des LNG-Exportkomplexes Ras Laffan zu normalisieren.

Der deutliche Preisanstieg in den vergangenen Wochen jedenfalls passt nicht zur Erklärung der EU-Kommission, es gebe keine unmittelbaren Gasengpässe. Laut Gas Infrastructure Europe lagen die Füllstände der europäischen Speicher Anfang Juni bei rund 30 % und damit deutlich unter dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre. Für Deutschland etwa zeigten die Daten am 12. Juni einen Füllstand von 35,87 % an. Der durchschnittliche tägliche Zuwachs der vorangegangenen sieben Tage lag bei 0,28 Prozentpunkten. Alarmierend: Die Dynamik des Zuwachses war sehr stark fallend.

Besonders betroffen sind europäische Länder, die viel LNG importieren und/oder stark von Lieferungen aus Katar abhängen. Laut dem Brüsseler Thinktank Bruegel importierte die EU im Jahr 2025 über 140 Milliarden Kubikmeter LNG. 58 % davon stammten aus den USA. Die größten LNG-Importeure in der EU sind Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Belgien. Unter diesen Ländern ist Italien mit einem Katar-Anteil von 30 % an den LNG-Importen besonders betroffen.

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Globale LNG-Exporte seit Januar um 23 % gesunken

Die Hoffnungen der europäischen und weltweiten Gaskäufer ruhten in den vergangenen Jahren maßgeblich auf dem Wachstum am LNG-Markt. Doch dieses Wachstum ist durch den Krieg in Nahost zum Erliegen gekommen. Die weltweiten LNG-Exporte sanken laut ING im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 7 % und lagen 23 % unter dem Rekordniveau vom Januar 2026. Damit erreichten die Exportmengen den niedrigsten Stand seit Juni 2023.

Brüssel diskutiert verschiedene Optionen, darunter koordinierte Nachfragereduzierungsziele, beschleunigte gemeinsame LNG-Einkaufsprogramme, vorübergehende Preissicherungen und Finanzhilfemechanismen für die am stärksten betroffenen Mitgliedstaaten. ING-Analyst Warren Patterson warnt: "Der europäische Gasmarkt scheint die Auswirkungen der Lieferengpässe aus dem Persischen Golf weiterhin zu unterschätzen." Er verweist auf zunehmende Abnehmerkonkurrenz aus Asien. So habe sich die Differenz zwischen JKM (Japan Korea Marker)- und TTF-Preis, dem dem wichtigsten europäische Referenzpreis für Erdgas, zuletzt vergrößert, da  asiatische Käufer verstärkt auf den Spotmarkt umstiegen. Je länger die Versorgungsengpässe anhielten, desto wahrscheinlicher sei ein verstärkter Wettbewerb zwischen Asien und Europa um Erdgasvorräte.

Patterson verweist dabei auf die Terminpreiskurve in Europa. Das Problem für den europäischen Markt besteht darin, dass die Terminkurve wenig Anreiz für die Einspeisung von Erdgas für den Winter bietet. Die Sommerpreise liegen über den Winterpreisen.  Daher könnte der Druck, die Speicher zu füllen, im dritten Quartal zunehmen und die Preise weiter in die Höhe treiben. Sollten die Lieferengpässe am Persischen Golf im dritten Quartal anhalten, werde dies zu verstärkten asiatischen Käufen auf dem LNG-Spotmarkt führen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Europa weiterhin versucht, seine Speicher für den Winter 2026/27 aufzufüllen.

Analysten sehen Beginn eines neuen Verknappungszyklus

Analysten von SeekingAlpha sehen die aktuelle Rallye als Beginn eines neuen Verknappungszyklus im europäischen und globalen Gasmarkt. Selbst bei einer Produktionssteigerung im Permian-Becken und in Haynesville erwarten Analysten, dass die LNG-Nachfrage einen erheblichen Teil des neuen Angebots absorbieren wird. "Eine Verschärfung der Hitzewelle in den USA, Versorgungsengpässe bei LNG oder eine geopolitische Eskalation im Nahen Osten könnten den TTF-Preis rasch wieder über 60 EUR/MWh treiben", heißt es in einem Ende Mai veröffentlichten Bericht.

Nicht zuletzt muss Europa den Anteil weiterhin fließenden russischen Gases ersetzen, um erklärte politische Ziele zu erreichen. So sind die europäischen Importe von Flüssigerdgas aus dem russischen Yamal-Projekt in den ersten fünf Monaten des Jahres offenbar um knapp 18 % auf 8,3 Mio. Tonnen gestiegen, wie aus Daten der NGO Urgewald und des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht.

Projekte wie Kiskunhalas von CanCambria Energy bleiben in diesem Umfeld unverzichtbar: Jede MWh Erdgas, die nicht via Pipeline oder Tanker importiert werden muss, verringert die Vulnerabilität gegenüber den Marktentwicklungen. Entsprechend günstig sind die langfristigen Perspektiven des Unternehmens: Zeichnet sich ein Übergang zur Produktion in den nächsten Jahren ab, dürfte auch die mit aktuell knapp 25 Mio. EUR zurückhaltende Bewertung der Aktie mit deutlichen Kursaufschlägen profitieren.