Erstellt im Auftrag von CanCambria Energy

Hoffnung auf milden Winter: Europas Gasversorgung im Krisenmodus

Hoffnung auf milden Winter: Europas Gasversorgung im Krisenmodus

Der Öl- und Gasexplorer CanCambria Energy CA13740E1079 A3EKUB beschafft sich neues Kapital: 6 Mio. CAD sollen im Wege einer Privatplatzierung aufgenommen werden. Bei vollständiger Ausübung der Erweiterungsoption steigt das Volumen auf 6,9 Mio. CAD. Der Abschluss ist für diese Woche vorgesehen. Benötigt wird dieses Kapital für die Weiterentwicklung des Öl- und Tiefengasprojekts Kiskunhalas im Süden Ungarns. Es geht um die Abgrenzung und Risikominimierung von zehn identifizierten oberflächennahen Ölprojekten und um Bohrungen in besonders aussichtsreichen Gebieten des Projekts.

CanCambria Energy drückt bei Kiskunhalas aufs Tempo

CanCambria betont die Vorzüge des eigenen Portfolios: 1.080 km² zusammenhängende Fläche, die "Zugang zu den aktuellen Preisen der TTF" bieten – gemeint ist der europäische Gas-Knotenpunkt. Kiskunhalas soll den europäischen Markt künftig mit Öl und Gas beliefern. Öl ist in Europa wie auf dem gesamten Weltmarkt teuer. Gas ist knapp – und sehr teuer.

Die New York Times bringt auf den Punkt, was auf höchster Ebene in Brüssel, Berlin und anderen Machtzentren des Kontinents herbeigesehnt wird. "Warum Europa dringend einen milden Winter braucht", lautet der Titel des Beitrags, der sich mit dem Zustand des europäischen Gasmarktes befasst. Und dieser Zustand ist zum Beginn der Heizperiode besorgniserregend. Der ICE-Novemberkontrakt notierte am 2. Oktober bei 76,35 EUR pro MWh. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Preis unter 32 EUR. Der Preisanstieg ist so hoch, dass er die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck setzt und angesichts anziehender Inflationsraten die Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Zinsen erhöht.

Iran-Krieg und leere Gasspeicher setzen Markt unter Druck

Zwei Hauptgründe bewegen den Markt: Der Krieg im Iran und die niedrigen Füllstände europäischer Speicher.  Im Zuge des Iran-Kriegs ist die LNG-Versorgung aus der Golfregion erheblich eingeschränkt worden. Die Straße von Hormuz bleibt ein Nadelöhr für die weltweiten Gaslieferungen. Erste wieder ausfahrende LNG-Tanker aus Katar ändern nichts daran, dass die Transporte deutlich unter dem Vorkriegsniveau liegen. Europa benötigt jedoch LNG – auch, da Pipeline-Gas aus Russland aus dem inländischen Energiemix verschwinden soll.

Der Wegfall der Lieferungen am Golf kann nicht durch die wachsenden LNG-Exporte der USA ausgeglichen werden, die im ersten Halbjahr aufgrund vergrößerter Kapazitäten um 23 % zulegten. Die Unterversorgung während des zweiten und dritten Quartals und die damit einhergehenden, höheren Preise haben das Tempo der Einspeicherung drastisch verlangsamt. Anfang Oktober sind die europäischen Erdgasspeicher nur zu rund 72 % gefüllt. Der Fünfjahresdurchschnitt liegt zu dieser Jahreszeit bei rund 87 %.

Besonders betroffen ist Deutschland: Nach der Lagebewertung der Bundesnetzagentur vom 2. Oktober sind die Speicher lediglich zu 58 % gefüllt. Die Behörde sieht die Gasversorgung zwar als stabil an. Die Vorräte liegen aber deutlich unter den Füllständen der Vorjahre. Schon auf der Gastech-Konferenz in Bangkok hatten Wood Mackenzie und Rystad Energy vor dem knappen Speicherpolster gewarnt.

David Lewis, leitender europäischer Gas- und LNG-Analyst bei Wood Mackenzie, sagt: "Die Kombination aus Versorgungsengpässen in Hormuz und unterdurchschnittlichen Speicherkapazitäten lässt Europa in diesem Winter kaum Spielraum für Fehler."

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Muss Großbritannien wegen Gasmangel Industrie abschalten?

Sorgen bereitet auch die Situation in Großbritannien. Sir Jim Ratcliffe, Gründer des Petrochemiekonzerns Ineos, erklärte gegenüber der BBC: "Bei einer wirklich starken Kältewelle besteht die Möglichkeit, dass uns das Gas ausgeht und wir die Industrie abschalten müssen. Unsere Speicher sind nicht voll."

Der deutsche staatliche Energiekonzern SEFE soll nun zusätzlich 8 Terawattstunden Erdgas beschaffen und bis zum 15. Dezember einspeichern. Die Bundesregierung erhöht damit kurz vor der Heizperiode den Druck auf die Wintervorsorge. Dass die deutschen Speicher vor dem Winter noch einen Füllstand von 80 % erreichen, hält der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, für kaum noch machbar.  So schätzten Führungskräfte der Energiekonzerne Equinor und Shell auf der Gastech, dass die europäischen Erdgaslager bis zur ersten Novemberwoche einen Füllstand von maximal 75 % erreichen könnten. Das Ziel von 80 % könne sich jedoch als schwer erreichbar erweisen.

Ein kalter Winter würde Europa zum verstärkten Import von LNG auf dem Weltmarkt zwingen. Doch der Kontinent konkurriert hier mit Abnehmern aus Asien, die bereits sehr hohe Preise zu zahlen bereit sind. Der asiatische LNG-Benchmark JKM liegt Anfang Oktober bei rund 25,70 USD pro mmBtu – deutlich unter den zwischenzeitlichen Spitzen, aber weiterhin weit über den rund 10 USD pro mmBtu vor dem Iran-Krieg. Im Fall eines Wettbietens zwischen Europa und Asien um die Lieferungen auf den Ozeanen halten Analysten Preise von bis zu 45 USD pro mmBtu für möglich. Eine leichte Entspannung im Spotmarkt ist deshalb noch keine Entwarnung für den Winter.

CanCambria plant erste Produktion 2027

Für Öl- und Gasunternehmen wie CanCambria Energy bietet die Situation auf dem europäischen Energiemarkt die Chance auf hohe Margen. Das Projekt Kiskunhalas gilt als eines der größten unerschlossenen Onshore-Gasvorkommen Europas. Die kombinierten besten Schätzungen der bedingten Ressourcen sehen 1,1 Billionen Kubikfuß Erdgas und 116,6 Millionen Barrel Kondensat vor.

Auf 2,04 Mrd. USD wird der mit 10 % diskontierte Nettogegenwartswert der zur Entwicklung vorgesehenen bedingten Ressourcen im risikogewichteten Fall geschätzt – ausgehend von langfristigen Erdgaspreisen von 12 USD pro mmBtu, in etwa auf der Hälfte des heutigen Niveaus. Das Feldentwicklungsmodell sieht die erste Produktion ab Mitte 2027 und den Ausbau auf sechs Bohrungen pro Jahr ab 2028 vor.

CanCambria ist damit ein europäischer Öl- und Gasproduzent in den Startlöchern. Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise in Europa und dem Preisumfeld erscheint die Börsenbewertung von rund 25 Mio. EUR zum Handelsschluss Anfang Oktober sehr moderat. Spätestens der für Ende 2026 angestrebte Abschluss des Joint-Venture-Prozesses und der geplante Beginn der Entwicklungsbohrungen Anfang 2027 sollten Katalysatoren für eine Neubewertung darstellen.