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Appian plant Milliarden – von Marokko bis in die Anden

Appian plant Milliarden – von Marokko bis in die Anden

Appian berät private Rohstofffonds, die bevorzugt in fortgeschrittene Minenprojekte und Erweiterungen bestehender Anlagen investieren. Neben der Qualität der Lagerstätten zählen auch die Bedingungen, unter denen sich diese wirtschaftlich erschließen lassen.

Wie Firmenchef Michael Scherb gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, will Appian in den kommenden zwölf bis 24 Monaten weltweit 5 bis 7 Mrd. USD in Rohstoffprojekte investieren. Davon sind rund 2 Mrd. USD explizit für Afrika vorgesehen. Je nach endgültigem Gesamtvolumen entspräche der afrikanische Anteil knapp 30 bis 40 % der geplanten Investitionen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Zielgröße, konkrete Finanzierungszusagen für einzelne neue Projekte liegen noch nicht vor.

Kupfermarkt verspricht neue Investitionschancen

Mit dem Ausbau von Stromnetzen, der zunehmenden Elektrifizierung und dem Bau weiterer Rechenzentren wächst der Bedarf an dem leitfähigen Basismetall. Die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz verstärkt die Nachfrage mittelbar, weil sie zusätzliche Rechenleistung und Stromversorgung erfordert.

Scherb erwartet, dass die weltweite Kupferförderung mit dem Nachfrageanstieg nur schwer mithalten kann. Der Rohstoffausblick 2026 der Internationalen Energieagentur (IEA) stützt diese Einschätzung. Für 2035 errechnet die Organisation in ihrem Basisszenario eine mögliche Angebotslücke von rund 25 %. Dabei vergleicht sie den erwarteten Bedarf mit der Förderung aus bestehenden und angekündigten Minenprojekten.

Auch bei den Investitionsausgaben hebt sich Kupfer von anderen kritischen Mineralien ab. Laut IEA steigerten auf Kupfer ausgerichtete Unternehmen ihre Ausgaben 2025 um acht Prozent. Im gesamten Sektor kritischer Mineralien sanken die Investitionen dagegen um neun Prozent. Ein begrenztes Angebot bei wachsendem Bedarf könnte die wirtschaftlichen Aussichten neuer Kupferprojekte verbessern.

Appians Investitionsspektrum umfasst neben Kupfer auch Gold, Zink, Seltene Erden und weitere strategisch bedeutsame Rohstoffe.

Appians Standortauswahl in Afrika

Besonders attraktiv erscheinen dem Investor in Afrika derzeit drei Länder: Marokko, Namibia und Botswana. Weitere Möglichkeiten prüft Appian in Ghana, der Elfenbeinküste, Mauretanien und Senegal. Wie sich die jetzt angekündigten Investitionen auf diese Länder und mögliche Projekte verteilen, ist vorerst noch offen.

In Namibia hat Appian seine Präsenz bereits ausgebaut. Im Mai 2026 meldete das Unternehmen die Übernahme eines Anteils von 95 % am Kupferprojekt Omitiomire nordöstlich der Hauptstadt Windhoek. Mehr als 400 Mio. USD sollen in die Entwicklung der Lagerstätte bis zur Produktion fließen. Unklar ist allerdings, ob diese Summe bereits im aktuellen Afrika-Plan berücksichtigt ist.

Appian investierte bereits mehrfach in Afrika und hatte sich auch wieder aus Projekten zurückgezogen. Derzeit hält das Unternehmen drei aktive Beteiligungen auf dem Kontinent, drei weitere Engagements wurden bereits beendet. Zu den früheren Projekten gehören Beteiligungen in Burkina Faso und Tansania, deren Verkäufe zeitlich mit politischen Krisen zusammenfielen. Ein ursächlicher Zusammenhang ist allerdings nicht belegt.

Afrikas Rohstoffreichtum verteilt sich auf unterschiedliche Regionen und Lagerstättentypen. Während die Demokratische Republik Kongo und Sambia vor allem für ihre Kupfer- und Kobaltvorkommen bekannt sind, verfügt Ghana über bedeutende Gold- und Guinea über große Bauxitlagerstätten. Weiter nordwestlich finden sich im marokkanischen Anti-Atlas zahlreiche Kupfer-Silber-Vorkommen, die ebenfalls für die Exploration interessant sind.

Talisman Metals baut seine Kupferexploration in Marokko aus

Zu den dort tätigen Unternehmen gehört der irische Rohstoffexplorer Talisman Metals IE000XRZAWV1 A421QR. Das Unternehmen untersucht mehrere Kupfer-Silber-Vorkommen. Zum Portfolio gehören die Projektgebiete Tirzzit, die Tizert-Gruppe mit Fougnar sowie Argana.

Im Mittelpunkt der aktuellen Arbeiten steht das Kupfer-Silber-Projekt Tirzzit, rund 225 Kilometer östlich der Küstenstadt Agadir. Anfang September begann dort eine Bohrkampagne mit ursprünglich 33 geplanten Bohrlöchern und einer Gesamtlänge von 2.770 Metern. Die Untersuchungen sollen Ausdehnung, Metallgehalte und geologischen Aufbau der Kupfermineralisierung genauer bestimmen.

In der vergangenen Woche veröffentlichte Talisman erste Laborergebnisse. In einem der vier zuerst untersuchten Bohrlöcher enthielt ein zwei Meter langer Abschnitt durchschnittlich 1,56 % Kupfer und 64 Gramm Silber je Tonne Gestein. Auch in weiteren Bohrabschnitten wurde Kupfer nachgewiesen. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen damit lokale Mineralisierungen. Für eine wirtschaftliche Bewertung der Lagerstätte sind allerdings noch weitere Untersuchungen erforderlich.

Parallel erweitert Talisman seine Position in der Region. Ende September erhielt das Unternehmen drei zusätzliche Explorationslizenzen mit insgesamt 47 Quadratkilometern Fläche unmittelbar neben dem ursprünglichen Tirzzit-Gebiet. Die dortige Lizenzfläche wächst dadurch auf rund 63,5 Quadratkilometer.

Auch beim Projekt Fougnar südwestlich von Tirzzit kommen die Arbeiten voran. Die beiden Explorationslizenzen für das insgesamt 30,6 Quadratkilometer große Gebiet wurden bis Mai 2030 verlängert. Dort plant Talisman ebenfalls Bohrarbeiten, die noch im vierten Quartal 2026 beginnen sollen. Bei Tirzzit sollen die Ergebnisse der laufenden Kampagne langfristig die Grundlage für eine mögliche Ressourcenschätzung schaffen.

Bergbaugesetze beeinflussen den Wettbewerb um Kapital

Mit höheren Förderabgaben und Vorgaben für lokale Beteiligungen wollen einige afrikanische Regierungen einen größeren Teil der Rohstofferträge im Land halten. Für internationale Investoren können solche Änderungen allerdings die langfristige Kalkulation erschweren. Zwischen einer Investitionsentscheidung und dem Förderbeginn können bei Bergbauprojekten Jahre liegen. Ändern sich in dieser Zeit Steuern, Abgaben oder Genehmigungsvorgaben, verschieben sich die erwarteten Kosten und Erträge. Das kann die Finanzierung erschweren, selbst wenn eine Lagerstätte wirtschaftlich interessant erscheint.

Scherb hält deshalb planbare staatliche Entscheidungen und zügige Genehmigungsverfahren für wesentliche Voraussetzungen, um mehr internationales Bergbaukapital anzuziehen. Auch in Appians veröffentlichter Anlagestrategie werden verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen und eine unterstützende staatliche Politik als Auswahlkriterien genannt. Solche Anforderungen beeinflussen die Verteilung des Kapitals zwischen den verschiedenen Investitionsregionen.

Die Verteilung der Rohstofferträge und die langfristige Verlässlichkeit der Regeln sind dabei getrennte Aspekte der Standortpolitik. Für Investoren zählt, ob sich die wirtschaftlichen Bedingungen eines Vorhabens langfristig ausreichend einschätzen lassen. Regierungen müssen dagegen abwägen, wie sie zusätzliche Investitionen gewinnen und zugleich angemessen an den Erträgen ihrer Rohstoffe beteiligt werden.

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Südamerika bietet weitere Möglichkeiten für Bergbaukapital

Appian hält derzeit außerdem vier aktive Beteiligungen in Lateinamerika, die meisten davon in Brasilien. Die steuerlichen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen schätzt das Unternehmen dort insgesamt als beständiger ein als in vielen afrikanischen Bergbauländern. Damit bietet sich Lateinamerika als Alternative an, falls afrikanische Projekte aus Investorensicht zu große politische Risiken aufweisen.

Allerdings bestehen auch dort Unsicherheiten. In Chile, Peru und Mexiko gibt es ebenfalls Bestrebungen, den staatlichen Einfluss auf die Nutzung heimischer Rohstoffe auszuweiten. Mögliche Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen Investoren daher auch in diesen Ländern einkalkulieren.

Argentinien wiederum versucht, mit gesetzlichen Reformen neue Anreize für internationale Bergbauinvestitionen zu schaffen. Dazu gehört eine im April 2026 verabschiedete Änderung der Gletscherschutzregeln. Die Provinzen erhalten dadurch größeren Einfluss bei der Festlegung geschützter Gletscherflächen und frostgeprägter Hochgebirgsgebiete.

Buenos Aires will damit die Entwicklung bislang schwer zugänglicher Rohstoffprojekte erleichtern. Umweltorganisationen kritisieren dagegen mögliche Folgen für wichtige Wasserressourcen. Auch unter dem neuen Regelwerk bleiben deshalb wissenschaftliche Untersuchungen, Umweltprüfungen und mögliche juristische Auseinandersetzungen relevant.

Argentina Metals bereitet Kupferbohrungen in Mendoza vor

Für kleinere Explorationsgesellschaften ist das veränderte Investitionsumfeld in Argentinien besonders interessant. Zu ihnen gehört der kanadische Rohstoffexplorer Argentina Metals CA04022C1095 A42CJA, der sich auf Kupfer- und Goldprojekte in der westargentinischen Provinz Mendoza konzentriert.

Seine Aktivitäten bündelt das Unternehmen im Bergbaubezirk Malargüe nahe der chilenischen Grenze. Geologisch gehört die Region zum Andengürtel, in dem auf chilenischer Seite zahlreiche große Kupferlagerstätten vorkommen. Das Konzessionsportfolio des Explorers umfasst dort rund 146.700 Hektar, verteilt auf 26 Projektgebiete.

Als Flaggschiff entwickelt Argentina Metals das Kupfer-Gold-Projekt Las Estrellas. Erste Geländeuntersuchungen umfassten geologische Kartierungen, Gesteinsproben und magnetische Messungen, mit denen sich unterschiedliche Gesteinsstrukturen erkennen lassen. Dabei wurden mehrere Bereiche mit auffälligen Kupfergehalten identifiziert.

Die Arbeiten lieferten bislang Hinweise auf zwei unterschiedliche Explorationsziele. Im nördlichen Projektbereich untersucht das Unternehmen eine mögliche Kupfer-Silber-Mineralisierung. Im Süden deuten geochemische Daten auf den Randbereich eines möglichen porphyrischen Kupfersystems hin. Bei solchen Lagerstätten ist Kupfer über größere Gesteinsvolumina verteilt.

Für die weitere Entwicklung benötigt Argentina Metals zusätzliche Untersuchungen und Kapital. Am 23. Oktober 2026 kündigte die Gesellschaft deshalb eine Privatplatzierung von bis zu 3 Mio. CAD an. Mit dem angestrebten Emissionserlös sollen unter anderem weitere Gelände- und geophysikalische Untersuchungen in Mendoza finanziert werden. Diese Arbeiten sollen eine für 2027 angestrebte erste Bohrkampagne bei Las Estrellas vorbereiten. Der Zeitplan steht weiterhin unter Finanzierungs- und Genehmigungsvorbehalt. Ein möglicher Minenbau ist derzeit noch kein Gegenstand der Planungen.

Kupferprojekte konkurrieren weltweit um Investitionsmittel

Während Appian mit seinen Fonds bevorzugt in fortgeschrittene Minenprojekte investiert, befinden sich die Vorhaben von Talisman Metals und Argentina Metals noch in der geologischen Erkundung. Talisman will die laufende Bohrkampagne bei Tirzzit fortsetzen und auch in Fougnar weitere Bohrungen aufnehmen. Argentina Metals arbeitet unterdessen auf die erste Bohrkampagne bei Las Estrellas im Jahr 2027 hin. Beide Unternehmen verfolgen damit konkrete nächste Schritte, um ihre Kupfervorkommen genauer zu untersuchen und die Grundlage für deren weitere Entwicklung zu schaffen.