Dieser Artikel enthält Werbung

Neue Kupferachse über die Anden nimmt Form an

Neue Kupferachse über die Anden nimmt Form an Jens Peter Olesen / Unsplash

Argentinien und Chile schaffen konkrete Regeln für die Entwicklung grenzüberschreitender Bergbauprojekte. Die gemeinsame Verwaltungskommission genehmigte dazu neue Protokolle auf Grundlage des bereits 1997 geschlossenen Bergbau-Integrationsvertrags. Sie betreffen Vicuña von BHP AU000000BHP4 850524 und Lundin Mining CA5503721063 A0B7XJ, Filo Sur von Mogotes Metals CA6080111025 A3ENQ6 sowie NexoAndino mit Projekten von NGEx Minerals CA62930A1021 A41KP9 und Lundin Mining. Die Vorhaben zielen vor allem auf Kupfer, teilweise begleitet von Gold und Silber. Die neuen Vorgaben sollen ihre Entwicklung über die gemeinsame Grenze hinweg erleichtern.

Damit erhält ein lange bestehendes Vertragswerk wieder deutlich mehr praktische Bedeutung. Die wirtschaftliche Dimension ist erheblich: Chiles Bergbauminister Daniel Mas bezifferte das Investitionspotenzial der betroffenen Projektpipeline auf mehr als 20,7 Mrd. USD. Nach Angaben der chilenischen Seite könnten daraus perspektivisch rund 540.000 Tonnen zusätzliche jährliche Kupferproduktion entstehen.

Drei Projekte zeigen, wie Integration funktionieren kann

Die neuen Protokolle legen projektbezogene Bedingungen fest, unter denen Bergbauaktivitäten auf beiden Seiten der Grenze koordiniert werden können. Vicuña umfasst unter anderem Josemaría in Argentinien, Tamberías in Chile und das grenzüberschreitende Filo-del-Sol-System. NexoAndino verbindet Los Helados auf chilenischer und Lunahuasi auf argentinischer Seite. Bei Filo Sur laufen bereits Explorationsarbeiten beiderseits der Grenze, die künftig operativ zusammengeführt werden können.

Die wirtschaftliche Bedeutung reicht jedoch über einzelne Lagerstätten hinaus. Der Vertrag schafft grundsätzlich einen Rahmen, in dem Infrastruktur, Dienstleistungen, Personal und logistische Strukturen über die Anden hinweg besser koordiniert werden können. Speziell für Argentinien ist das von Bedeutung. Das Land besitzt auf seiner Seite der Anden geologisch aussichtsreiche Kupferregionen, verfügt bislang jedoch nicht über die über Jahrzehnte gewachsene Bergbau- und Exportinfrastruktur seines Nachbarn.

Chile ist der weltweit größte Kupferproduzent und besitzt entsprechend ausgebaute Infrastruktur mit Straßen, Versorgungsstrukturen, Bergbaudienstleistern und Pazifikhäfen. Für argentinische Projekte in Grenznähe kann diese bestehende Infrastruktur ein wichtiger Faktor bei der langfristigen Projektplanung sein. Auch Los Azules, das Kupferprojekt von McEwen Copper in San Juan, verfolgt die politischen Gespräche aufgrund seiner Grenznähe, obwohl derzeit weder eine Entsalzungsversorgung noch ein Export über Chile geplant sind.

Argentiniens Kupferseite der Anden gewinnt an Gewicht

Die Entwicklung trifft auf einen grundlegenden Wandel des argentinischen Bergbausektors. Seit der Schließung der Alumbrera-Mine im Jahr 2018 produziert das Land praktisch kein Kupfer mehr. Gleichzeitig befindet sich eine Reihe großer Projekte in Entwicklung. Analysten halten es für möglich, dass Argentinien bis 2030 in die Gruppe der zehn größten Kupferproduzenten aufsteigen könnte.

Auch Explorationsgebiete abseits der heute bereits weit fortgeschrittenen Milliardenprojekte in San Juan werden dadurch interessanter. Geologisch endet der Anden-Kupfergürtel nicht an der Landesgrenze. Der kanadische Explorer Argentina Metals CA04022C1095 A42CJA beschreibt diesen Gegensatz als Kern seiner Strategie: Auf chilenischer Seite wird die Formation seit Jahrzehnten intensiv erschlossen, während große Teile der argentinischen Seite bislang vergleichsweise wenig untersucht wurden.

Argentina Metals hat seine Position in Mendoza jüngst ausgebaut. Anfang August genehmigte die Bergbaubehörde der Provinz die Übertragung von vier weiteren Liegenschaften. Das Portfolio umfasst damit nun 26 Projekte über rund 146.700 Hektar und ist weitgehend konsolidiert. Abgesehen von Abgaben an die Provinz Mendoza bestehen nach Unternehmensangaben keine privaten Förder- oder Netto-Schmelzerlösabgaben, keine Rechte Dritter auf einen späteren Wiedereinstieg in die Projekte und keine Verpflichtungen, Beteiligungen durch weitere Investitionen zu erwerben.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

Las Estrellas liegt nahe an der chilenischen Kupferwelt

Firmenflaggschiff ist Las Estrellas im Westen Mendozas. Das Kupfer-Gold-Projekt liegt rund 15 Kilometer von der Grenze zu Chile entfernt und damit in jener Andenregion, in der die räumliche Nähe zwischen argentinischer Exploration und der etablierten chilenischen Kupferindustrie besonders bedeutsam ist.

Operativ befindet sich Las Estrellas derzeit in der Zieldefinitionsphase. Kartierungen, Probenahmen und Magnetikarbeiten haben nach Angaben des Unternehmens zwei unterschiedliche Zielbereiche herausgearbeitet. Im Norden interpretiert Argentina Metals die bisherigen Daten als Hinweis auf eine kupferhaltige Mineralisierungszone. Im Süden deuten geochemische und geophysikalische Merkmale auf den Randbereich eines möglichen Porphyrsystems hin. Eine Ressourcendefinition steht noch aus. Zunächst sollen die aussichtsreichsten Strukturen für weiterführende Arbeiten eingegrenzt werden.

Jetzt rückt die Arbeit im Gelände in den Vordergrund

Nach der Phase des Portfolioaufbaus soll der Schwerpunkt stärker auf die technische Exploration wechseln. Argentina Metals kündigte für das vierte Quartal 2026 den Beginn seiner kommenden Feldsaison im argentinischen Sommer an. Dabei sollen die Ziele innerhalb des Portfolios systematisch weiterentwickelt und priorisiert werden. Auch die jüngste Neubesetzung der Unternehmensführung wurde ausdrücklich mit der Vorbereitung dieses Arbeitsprogramms verknüpft.

Der neue grenzüberschreitende Rahmen kann die Zusammenarbeit bei Infrastruktur und Projektentwicklung erleichtern. Ob die einzelnen Zielgebiete tatsächlich Lagerstätten enthalten, wird die Exploration klären, hinzu kommen die jeweiligen Genehmigungsverfahren. Zugleich wird die Andengrenze bei der Entwicklung neuer Kupferprojekte zunehmend auch als Raum für gemeinsame Strukturen betrachtet. Für Unternehmen wie Argentina Metals wird sich in den kommenden Monaten entscheiden, welche der zahlreichen Ziele in Mendoza sich durch die nächste Feldsaison geologisch weiter verdichten lassen.