Argentiniens Kupfer-Pipeline nimmt Kurs in Richtung Produktion
Große Zusammenhänge auf einen einfachen Nenner bringen: So lässt sich die Philosophie des Kupferexplorers Argentina Metals CA04022C1095 A42CJA beschreiben. Die Führungsetage um CEO Roger Clegg und Chairman Dr. Titus Gebel (Deutsche Rohstoff AG) verweist auf eine auffällige Diskrepanz in den Anden. Chile und Argentinien teilen sich große Gebiete des metallreichen Gebirges. Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt. Argentinien produziert seit 2018 kein Kupfer mehr.
So unglaublich diese Diskrepanz auch scheint, so einfach ist sie zu erklären. Argentinien hat sich gegenüber ausländischen Investoren über Jahrzehnte weitgehend abgeschottet. Dazu trugen komplexe bis prohibitive Kapitalverkehrs- und Devisenkontrollen, hohe Steuern und langwierige Bürokratie bei.
Unter der Regentschaft des aktuellen argentinischen Präsidenten Javier Milei haben sich die Verhältnisse aus Investorensicht grundlegend verändert. Argentina Metals ist gewissermaßen eine Reaktion darauf: Das Unternehmen hat frühzeitig einen breiten Fuß in die Tür der kupferreichen Region Mendoza gestellt.
Argentina Metals sichert sich XXL-Portfolio in Mendoza
Knapp 150.000 Hektar Land hat sich der Explorer in der Gegend gesichert – aufgeteilt auf 26 Projekte. Der Vorteil eines Early Birds in dieser Konstellation: Es gibt keine privaten Lizenzgebühren, NSRs, Rückkaufsrechte oder Earn-in-Verpflichtungen mit Ausnahme der an die Provinz Mendoza zu zahlenden Lizenzgebühren. Im vierten Quartal soll die erste Feldsaison beginnen.
Der Aufschwung im argentinischen Bergbau ist mit den Händen zu greifen (und oft genug in Form von Lithium-Verdunstungsbecken, Terrassierungen und Abraumhalden auch aus dem Weltraum zu sehen). Lange wurde über das geologische Potenzial des Landes geschrieben, nun können Analysten das zukünftige Metallangebot aus argentinischer Produktion jeden Tag ein Stück genauer einschätzen.
Das Joint Venture Vicuña von BHP AU000000BHP4 850524 und Lundin Mining CA5503721063 A0B7XJ in der Provinz San Juan im Westen des Landes ist ein Beispiel für die Fortschritte, die der Sektor derzeit regelmäßig vermeldet. Der gestaffelte Entwicklungsplan sieht für Phase 1 Investitionen in Höhe von rund 7 Mrd. USD vor, die erste Produktion ist für 2030 geplant. Im zweiten Quartal 2026 konzentrierten sich die Arbeiten auf die Detailplanung, die Ausführungsplanung und erste Erdarbeiten. Ein Fuhrpark von 24 Lkw war im Einsatz und transportierte im Laufe des Quartals 1,1 Millionen Tonnen Material.
Ein weiteres Beispiel: Los Azules von McEwen Copper, das sich ebenfalls in San Juan befindet. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2025 schätzte die anfänglichen Investitionskosten auf 3,2 Mrd. USD. Zur Fortsetzung der Planungs- und Vorarbeiten wurde ein 240 Mio. USD schwerer Kredit aufgenommen. Die Planung der wichtigsten Prozessanlagen wurde an einen Dienstleister vergeben, die Ausschreibung für die Minenflotte befindet sich in der Endphase. 2030 soll die Kupferproduktion starten.
72 Projekte 50 Mrd. USD in der Pipeline
Die Bergbaukammer CAEM zählt 72 Projekte mit Investitionen von über 50 Mrd. USD in der Pipeline. Darunter sind sechs prominente Kupferprojekte: Neben Vicuna und Los Azules auch Taca Taca von First Quantum Minerals CA3359341052 904604 in der Provinz Salta, PSJ Cobre Mendocino in Mendoza von Zonda/Alberdi sowie MARA in Catamarca und El Pachon in San Juan von Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV. Diese sechs Projekte streben bis 2040 eine jährliche Kupferproduktion von 1,25 Mio. Tonnen an.
Eine wichtige Rolle für den Sektor spielt Präsident Javier Milei, dessen Reformen – allen voran der RIGI-Gesetzesrahmen für Großinvestitionen – das Interesse ausländischer Investoren zum Leben erwecken konnten. Doch Milei kann auch auf die Unterstützung der Provinzgouverneure setzen.
Auf einer Gouverneursdiskussion in Buenos Aires im Rahmen des US-Argentinien-Forums für kritische Mineralien betonte etwa der Gouverneur von Mendoza, Alfredo Cornejo, das gegenwärtige Umfeld vereine zwei Bedingungen, die Argentinien nicht immer gleichzeitig erreichen konnte. Er führte aus: Eine Volkswirtschaft, die bestrebt ist, ihre wichtigsten Variablen zu stabilisieren, und Provinzregierungen, die bereit sind, um Investitionen im Bergbau zu konkurrieren. Neben makroökonomischer Stabilität – zu der etwa eine moderate Inflation und eine stabile Währung gehören – sieht er Provinzregierungen, die in der Lage sind, Investitionen zu erleichtern, Verfahren zu vereinfachen und Vorhersehbarkeit zu gewährleisten, als entscheidend für den Sektor an.
Mendoza meldet sich mit PSJ Cobre im Bergbau zurück
Mendoza will nach Jahrzehnten wieder an Boden im Bergbau gewinnen. Die Genehmigung von PSJ Cobre Mendocino im Rahmen des RIGI-Programms gilt in der Provinz als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu diesem Ziel. Das Projekt umfasst einen Tagebau und eine Aufbereitungsanlage, die jährlich rund 10 Millionen Tonnen kupfer- und goldhaltiges Erz verarbeiten kann.
Doch auch aus Buenos Aires kommt weiter Rückenwind. Argentinien und Chile haben ein Bergbauabkommen aus dem Jahr 1997 faktisch wiederbelebt, um eine neue Generation von Kupferprojekten voranzutreiben. Die Regierungen Milei und Kast wollen rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen vorantreiben, die es Unternehmen ermöglichen, Infrastruktur und Ressourcen über die Anden hinweg zu teilen.
Bei einem Treffen Ende August genehmigten die beiden Länder die Betriebsprotokolle für die Bergbauprojekte Vicuña, NexoAndino und Filo Sur, deren Mineralvorkommen sich über die Grenze zwischen San Juan und der chilenischen Region Atacama hinweg erstrecken.
Abkommen mit Chile senkt Kosten argentinischer Bergbauprojekte
Durch die Kooperation können argentinische Projekte nahe der Andengrenze Zugang zu chilenischen Häfen erhalten und die Infrastruktur der weltweit größten Kupferproduktionsindustrie zu nutzen, wodurch Kosten gesenkt, Transportwege verkürzt und neue Minen schneller in Betrieb genommen werden können.
Argentina Metals ist vom Potenzial Argentiniens und Mendozas überzeugt. Im August konnte ein 20.000 Hektar großes Landpaket ins Portfolio aufgenommen werden. "Wir sind bestens aufgestellt, um die nächste Wachstumsphase des Unternehmens einzuleiten und uns auf unsere erste Feldsaison im argentinischen Sommer vorzubereiten", sagt der CEO. Und fügt hinzu: "Unser erstes Explorationsprogramm konzentriert sich auf die systematische Weiterentwicklung und Priorisierung von Zielen in unserem Portfolio."
Die Feldsaison wird erste Explorationsergebnisse hervorbringen. Fallen diese positiv aus, hat der Aktienkurs angesichts des bemerkenswert potenten Projektportfolios bei der aktuellen Bewertung von rund 17 Mio. EUR noch viel Luft nach oben. Argentina Metals ist damit eine Option für Investments in den Milei-Trade, wenn der nötige Risikoappetit vorhanden ist.