Perus Kupferausbau gewinnt Tempo
Peru will seine jährliche Kupferförderung binnen fünf bis sechs Jahren um rund eine Million Tonnen erhöhen. Diesen Zuwachs sollen neue Bergbauprojekte ermöglichen. Zugleich will die Regierung Genehmigungsverfahren straffen und festgefahrene Vorhaben schneller voranbringen.
Kurzfristig wächst die Produktion allerdings kaum. Energieminister Guillermo Shinno erwartet für 2026 zwischen 2,5 und 2,7 Mio. Tonnen Kupfer. Nach seinen Angaben bremsen sinkende Erzgehalte und wiederkehrende soziale Konflikte die Förderung. 2025 hatte Peru mit rund 2,77 Mio. Tonnen noch einen Produktionsrekord erreicht.
Peru will aus Projekten zusätzliche Tonnen machen
Das Land verfügt über eine umfangreiche Projektbasis. Das peruanische Energieministerium führt für 2026 insgesamt 66 Bergbauprojekte in 19 Regionen. Ihr geplantes Investitionsvolumen summiert sich auf rund 64,1 Mrd. USD. Nach Angaben Shinnos entfallen etwa 70 % der Projektpipeline auf Kupfer.
Daneben zählt das Ministerium 69 Explorationsprojekte mit geplanten Investitionen von zusammen 757 Mio. USD. Der Ausbau hängt damit nicht allein von milliardenschweren Vorhaben etablierter Produzenten ab. Neue Minen entstehen aus einer breiteren Entwicklungs- und Explorationsbasis.
Bislang schlägt sich diese Pipeline allerdings nur begrenzt in zusätzlicher Produktion nieder. Von den für 2026 erwarteten Bergbauinvestitionen von rund sieben Milliarden USD fließt ein großer Teil in bestehende Betriebe. Das Kapital dient unter anderem dazu, deren Förderung zu erhalten und Minenlaufzeiten zu verlängern. Für den angestrebten Produktionssprung braucht Peru deshalb zusätzliche Projekte.
Die Investitionstätigkeit hat bereits angezogen. 2026 wurden in den ersten fünf Monaten nach Angaben des Ministeriums mehr als 2,63 Mrd. USD investiert. Das waren 43,6 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Besonders stark wuchsen die Ausgaben für Infrastruktur sowie die Entwicklung und Vorbereitung von Bergbaubetrieben.
Parallel will die Regierung Genehmigungsverfahren vereinfachen. Rund 100 Anforderungen sollen überprüft und reduziert werden, 27 Genehmigungen könnten nach Shinnos Angaben entfallen. Die Umweltstandards sollen dabei ausdrücklich nicht abgesenkt werden.
Auch international ist das Interesse groß. Rund 20 Bergbauunternehmen haben seit dem Regierungswechsel Gespräche mit dem Ministerium geführt, darunter MMG HK1208013172 A0BLUG, den chinesischen Staatskonzern Chinalco, die US-Bergbaukonzerne Newmont US6516391066 853823 und Freeport-McMoRan US35671D8570 896476 sowie First Quantum Minerals CA3359341052 904604 aus Kanada.
MMG betreibt mit Las Bambas eine der sechs größten Kupferminen Perus, Chinalco mit Toromocho eine weitere. First Quantum will das Kupferprojekt La Granja in Cajamarca voranbringen. Dort laufen weiterhin Arbeiten zur Projektentwicklung und Machbarkeit. Die peruanische Regierung veranschlagt für die kommenden Jahre Investitionen von rund 2,4 Mrd. USD.
Chinalco übernahm im Juli das Kupfer-Molybdän-Projekt Los Calatos im südperuanischen Moquegua. Dort laufen Umweltstudien für die weitere Entwicklung. Die Regierung beziffert die erwarteten Investitionen auf 655 Mio. USD.
Aftermaths Silber-Kupfer-Mangan Projekt rückt in die nächste Entwicklungsphase
In diesem breiteren Projektumfeld arbeitet das kanadische Rohstoffunternehmen Aftermath Silver CA00831V2057 A2DMFN an seinem Berenguela-Projekt im südperuanischen Department Puno. Aftermath schloss die Übernahme der Projektgesellschaften am 29. Dezember 2025 ab und hält seither 100 % an Berenguela.
Berenguela befindet sich in der technischen Entwicklungsphase, eine aktuelle Ressourcenschätzung liegt bereits vor. Mit einer Vormachbarkeitsstudie soll die mögliche spätere Minenentwicklung nun genauer untersucht werden.
Berenguela vereint Silber, Kupfer und Mangan
Die im Dezember 2025 veröffentlichte Ressourcenschätzung weist 51,55 Mio. Tonnen in den Kategorien "gemessen und angezeigt" aus. Darin enthalten sind 122,5 Mio. Unzen Silber, 717,1 Mio. Pfund Kupfer und 2,93 Mio. Tonnen Mangan. Weitere 14,33 Mio. Tonnen werden als abgeleitete Ressource ausgewiesen.
Gegenüber der Ressourcenschätzung von 2023 stieg die Tonnage der gemessenen und angezeigten Ressourcen um 28,3 %. Das 2024 und 2025 durchgeführte Verdichtungsbohrprogramm hatte einen erheblichen Teil zuvor abgeleiteter Ressourcen in höhere Vertrauenskategorien überführt. Die laufende Vormachbarkeitsstudie untersucht auf dieser Basis die technische und wirtschaftliche Tragfähigkeit einer möglichen Minenentwicklung.
Berenguela besitzt damit eine definierte Rohstoffbasis, bei der Kupfer neben Silber und Mangan eine wesentliche Rolle spielt. Die Lagerstätte beginnt oberflächennah und gilt als potenziell im Tagebau erschließbar. Straßen-, Bahn- und Strominfrastruktur befinden sich weniger als sechs Kilometer vom Projekt entfernt. Damit liegen wichtige Anschlüsse für Transport und Energie in unmittelbarer Nähe.
Vormachbarkeitsstudie soll Anfang 2027 vorliegen
Die Vormachbarkeitsstudie für Berenguela wurde im Februar 2026 aufgenommen. Vorausgegangen waren eine Eigenkapitalfinanzierung über 20 Mio. CAD und das umfangreiche Bohrprogramm zur Verbesserung der Ressourcengrundlage. Mit der Leitung der Studie wurde das Ingenieurunternehmen DRA Global beauftragt.
Seitdem hat Aftermath den für die Studie noch benötigten Informations- und Untersuchungsbedarf in Geologie, Ingenieurplanung, Metallurgie, Geotechnik und Umwelt ermittelt. Geotechnische und hydrogeologische Bohrungen liefern Informationen für die Minenplanung und spätere Genehmigungsverfahren. Parallel hat das Projektteam verschiedene Varianten für Anlagendurchsatz und -standort, die Versorgung mit chemischen Reagenzien für die Erzaufbereitung sowie die benötigte Infrastruktur verglichen.
Auch die Exploration läuft weiter. Bis Juli 2026 hatte Aftermath rund 4.000 Meter seiner dritten Diamantbohrkampagne abgeschlossen. Ein Teil der Arbeiten untersucht östliche und südöstliche Bereiche, in denen sowohl Aftermaths Bohrkampagne 2024/2025 als auch historische Bohrungen höhere Kupfergehalte durchschnitten hatten. Weitere Bohrungen dienen der Ressourcenumwandlung und den technischen Studien.
Ende August lag die Vormachbarkeitsstudie im Zeit- und Kostenplan. Die Veröffentlichung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Sie soll die bevorzugte Entwicklungskonfiguration genauer bestimmen und eine fundiertere Grundlage für die weiteren Projektentscheidungen schaffen.
Zwischen geologischer Ressource und zusätzlicher Produktion liegt in Peru weiterhin ein langer Entwicklungsweg. Die Regierung versucht, einen Teil der administrativen Hürden abzubauen. Bei Berenguela liegt der nächste konkrete Prüfstein in der technischen und wirtschaftlichen Ausarbeitung des Projekts. Die für Anfang 2027 erwartete Vormachbarkeitsstudie wird zeigen, wie dieser nächste Entwicklungsschritt ausgestaltet werden kann.

