Umweltprüfung verzögert Neustart der CATL-Lithiummine
Der chinesische Batteriehersteller CATL CNE100003662 A2JQNK muss länger auf den Neustart seiner Lithiummine Jianxiawo warten. Die Mine bei Yichun in der Provinz Jiangxi bleibt vorerst stillgelegt, weil sich das laufende Umweltverfahren weiter verzögert.
Streit um die Öffentlichkeitsbeteiligung
Auslöser sind Zweifel daran, ob die vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung ordnungsgemäß erfolgt ist. Chinesischen Wirtschaftsmedien zufolge betrifft die Kritik Veröffentlichungen auf kommerziellen Internetseiten. Die lokale Behörde zog deshalb vergangene Woche die geplante Annahme des Umweltberichts zurück. Nach erneuter Prüfung soll das Verfahren fortgesetzt werden, sobald die Voraussetzungen erfüllt sind.
Zugleich steht hinter dem laufenden Verfahren eine grundlegendere regulatorische Änderung. Die Lagerstätte wurde von lithiumhaltigem Keramikton zu Lithiumerz umklassifiziert. CATL musste daraufhin eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bergbau vorbereiten. Die Mine war bereits seit August 2025 außer Betrieb, nachdem ihre damalige Bergbaulizenz ausgelaufen war.
Ende Juni 2026 erhielt die zu CATL gehörende Projektgesellschaft Yichun Times New Energy Mining eine Sicherheitsgenehmigung und überwand damit eine wichtige regulatorische Hürde. Für einen dauerhaften Neustart blieb jedoch die Umweltfreigabe erforderlich.
Die Förderprognose zeigt die wirtschaftliche Größenordnung
Das Rohstoffanalysehaus Benchmark Mineral Intelligence hält einen Abschluss des neuen Verfahrens im vierten Quartal für möglich, sieht aber auch eine Verschiebung bis 2027. Zugleich senkte Benchmark seine Förderprognose für Jianxiawo 2026 von 62.500 auf 32.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent, kurz LCE. Damit fällt die Erwartung um 30.500 Tonnen oder knapp die Hälfte niedriger aus als noch im Juli. Für 2027 hält Benchmark bislang an rund 99.000 Tonnen fest. Die geplante Verarbeitungskapazität von 150.000 Tonnen LCE jährlich soll erst bis 2029 erreicht werden.
Neue Hinweise zum Zeitplan können den Markt entsprechend stark bewegen. Am 28. August stieg der Januar-2027-Kontrakt für Lithiumcarbonat in Guangzhou um 4,8 % auf 159.600 CNY (rund 23.700 USD) je Tonne. S&P Global führte die Bewegung neben Jianxiawo auch auf Wartungen bei Produzenten und sinkende Bestände zurück.
Am vergangenen Mittwoch schlug die Stimmung wieder um. Der Metallmarktdatenanbieter Shanghai Metals Market meldete einen Tagesverlust von 3,2 % auf 154.800 CNY (rund 23.000 USD) je Tonne. Am Spotmarkt nahm die Kaufbereitschaft unterhalb von 155.000 CNY je Tonne wieder zu.
Für einen Neustart reicht die Mine allein nicht aus
Die öffentlich ausgelegte Umweltprüfung betrifft nur den Abbau. Für Aufbereitung und Rückstandsanlagen laufen separate Umweltverfahren. Erst wenn auch diese abgeschlossen sind, kann die gesamte Produktionskette wieder anlaufen. Bis dahin bleibt offen, wann größere Lithiummengen zurückkehren.
Hinzu kommen behördliche Prüfungen von Bergbaulizenzen weiterer Minen in Jiangxi. Andere Betriebe der Provinz sollen 2026 zusammen rund 108.000 Tonnen LCE fördern. Sollten diese Prüfungen ebenfalls genehmigungsrechtliche Mängel oder Defizite bei Abfall- und Rückstandsanlagen aufdecken, könnten weitere chinesische Fördermengen ausfallen. Das Verfahrensproblem bei Jianxiawo bleibt damit ein relevanter Taktgeber für das kurzfristige Angebot.

