Starke Nachfrage aus China rückt neue Silberprojekte in den Fokus

Starke Nachfrage aus China rückt neue Silberprojekte in den Fokus picture alliance / CFOTO

Chinas Silberimporte sind im März auf rund 836 Tonnen gestiegen und haben damit laut Kitco News unter Verweis auf den "Kobeissi Letter" den höchsten Monatswert aller Zeiten erreicht. Das entspricht einem Plus von 78 % gegenüber dem Vormonat und liegt 173 % über dem saisonalen Zehnjahres-Durchschnitt für März. Seit Jahresbeginn summieren sich die Einfuhren demnach auf etwa 1.626 Tonnen. Getrieben wurde der Sprung von zwei Faktoren zugleich: einer lebhaften Nachfrage nach kleinen Silberbarren als günstigere Alternative zu Gold und einer vorgezogenen Beschaffung der Solarindustrie vor dem Wegfall chinesischer Exportsteuer-Vergünstigungen zum 1. April.

Das trifft auf einen Markt, der nach Einschätzung des Silver Institute und von Metals Focus auch 2026 unterversorgt bleibt. Im am 15. April veröffentlichten World Silver Survey 2026  heißt es, dass der Silbermarkt 2025 zum fünften Mal in Folge ein Defizit aufwies. Für 2026 stellt das Institut zugleich eine weiterhin starke Investmentnachfrage vor dem Hintergrund eines sechsten Defizitjahres in Aussicht. Dieses erwartete Defizit wird für 2026 mit 46,3 Mio. Unzen beziffert. Die Grundbotschaft ist in beiden Fällen dieselbe: Die Lagerbestände stehen weiter unter Druck, und der Markt bleibt anfällig für Volatilität und regionale Liquiditätsengpässe.

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Der Markt sucht verstärkt nach neuen Silberquellen

Wenn physisches Silber knapper wird, verlagert sich der Fokus nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Frage, wo künftig zusätzliches Angebot herkommen könnte. Das verleiht Unternehmensmeldungen über Bohrprogramme, Projektstudien oder neue Akquisitionen wieder mehr Gewicht, auch wenn daraus noch keine kurzfristige Produktionsausweitung folgt.

Aftermath Silver Ltd. CA00831V2057 A2DMFN steht in diesem Umfeld für den fortgeschrittenen Entwicklungsansatz. Das kanadische Unternehmen fokussiert sich auf Silberprojekte in Peru und Chile. Im Zentrum steht derzeit das Silber-Kupfer-Mangan-Projekt Berenguela in Peru. Nach Einreichung eines technischen Berichts Mitte Januar schloss Aftermath am 5. Januar die Übernahme des Projekts ab, startete am 12. Februar die Vormachbarkeitsstudie und meldete am 25. März Bohrkernergebnisse aus dem laufenden Programm mit weiteren hochgradigen Silber- und Kupferabschnitten. Berenguela rückt damit einen Schritt weiter in Richtung technischer Reife.

Während Aftermath stärker auf Projektentwicklung und den Fortschritt der Studien setzt, konzentriert sich Silver Hammer Mining Corp. CA8277331069 A3C4PX auf die Explorationsseite. Kanadier wollen mehrere frühere Silberreviere wie Silver Strand, Silverton, Eliza und die Fahey Group in den USA weiterentwickeln. Operativ war die Nachrichtenlage in den vergangenen Wochen sehr dicht: Ende Februar schloss das Unternehmen eine Privatplatzierung über rund 4 Mio. CAD ab, Anfang März gab es den Explorationsausblick für 2026 bekannt und kündigte kurz darauf ein Bohrprogramm auf Eliza an. Anfang April meldete Silver Hammer eine hochgradige Silbermineralisierung unter historischen Abbaubereichen auf dem Silverton-Projekt in Nevada.

Aftermath Silver und Silver Hammer Mining stehen für zwei unterschiedliche Zugänge zum gleichen Thema: Entwicklung & Exploration in Richtung Silber. Chinas Rekordimporte allein machen aus keinem Explorer einen Gewinner. Doch in einem Markt, in dem neue Nachfrage auf knappe Verfügbarkeit trifft, steigt die Aufmerksamkeit für Projekte mit frischen Daten, technischer Reifung oder neuen Akquisitionen.