Die Märkte für Industriemetalle marschieren weiter nach oben. Engpässe bei der Produktion und zunehmend knappe Lagerbestände lassen die Sorgenfalten bei Marktteilnehmern tiefer werden.

Das Jahr 2021 war von starken Preisanstiegen bei Industriemetallen wie Aluminium, Zink oder Nickel geprägt. Die Corona Pandemie hatte die Produktion ebenso erheblich gestört wie die weltweite Logistik. Gleichzeitig stieg die Nachfrage zeitweise deutlich an. Die Folge: Die für die Preisstabilität so wichtigen Lagerbestände an entscheidenden Börsen wieder London Metal Exchange (LME) oder in Singapur sanken. Dieser Rückgang hält bis heute an.

Knappe Lagerbestände treiben Kurse

Ein Blick auf die Charts spricht Bände.

  • Der Nickel Cash Future notiert aktuell so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.
  • Aluminium überstieg die psychologisch wichtige Marke von 3000 USD und befindet sich auf dem Weg in Richtung Allzeithoch (ca. 3250 USD – aktuell: 3025 USD).
  • Der Kupferpreis nimmt einen erneuten Anlauf in Richtung des Allzeithochs bei gut 10.000 USD.
  • Zink notiert am Spotmarkt bei mehr als 3500 USD. Dies ist noch ein Stück vom Allzeithoch – ca. 4500 USD – entfernt. Sollte der aktuelle technische Widerstand überwunden werden, wäre der Weg in Richtung Allzeithoch jedoch frei.
  • Zinn notiert bei knapp 41.500 USD und damit so hoch wie noch nie. Allein am 18. Januar konnte der Preis um 1000 USD zulegen.

Ein Blick auf die Terminpreiskurve an der London Metal Exchange zeigt, dass sich Industriemetalle nahezu durchgängig in einer Backwardation Situation befinden. Das bedeutet, dass in Kürze fällige Kontrakte über weiter in der Zukunft fälligen Kontrakten notieren.

Backwardation als Normalzustand?

Somit notiert etwa der Geldkurs des Zinn Cashkontraktees bei 42.450 USD. Dies entspricht einem Aufschlag von 400 USD gegenüber dem Kontrakt mit Fälligkeit in drei Monaten. Der in 15 Monaten fällige Kontrakt notiert bei 40.615 USD.

Ähnlich verhält es sich bei Nickel. Der Cash Kontrakt notiert bei 22.790 USD, während für den in drei Monaten fälligen Kontrakt lediglich 22.530 USD gezahlt werden. Erst nach dem im Dezember 2023 fälligen Kontrakt flacht die Kurve deutlich ab. Diese lange Zeitraum ist ein Hinweis darauf, dass Marktteilnehmer mit längeren Störungen des Marktes rechnen.

Eine Backwardation stellt sich typischerweise ein, wenn Lieferengpässe auftreten oder die Händler dies zumindest erwarten. Dann geht es darum, Zugriff auf die Ware zu erhalten – auch wenn damit ein deutlicher Preisaufschlag verbunden ist.

Für die Verknappung gibt es verschiedene Gründe. Bei Zink und Aluminium etwa kommt es durch die Energiekrise in Europa zu einer deutlichen Drosselung der Produktion. Auch in China bricht die Produktion ein, weil die Regierung Vorgaben zum Strom- und Energieverbrauch umsetzt und auch die Smogbelastung zu den Olympischen Winterspielen minimieren möchte.

Terminmärkte lassen längerfristige Schwierigkeiten erahnen

Jeremy Weir, Chief Executive Officer des Handelsgiganten Trafigura Group, wurde kürzlich durch den Nachrichtendienst Bloomberg zitiert: „Wir befinden uns weltweit auf kritischen Lagerbeständen, und die Preise beginnen sich zu bewegen, um dies widerzuspiegeln“. Man sehe nun, wie die Verbraucher aufwachten und die bestehenden Probleme sähen.

Die Nickel Lagerbestände an der LME fallen bereits seit rund acht Wochen kontinuierlich – einen so starken Rückgang der Lagerbestände hat es seit der Jahrtausendwende nicht gegeben. Auch in Shanghai schwinden die Lagerbestände. Ähnlich gering sind die Bestände bei Zink und Aluminium. Beide Märkte weisen einen starken Anstieg der Angebotsdefizite auf.

Auch bei Kupfer ist die Lage noch lange nicht wieder entspannt. Der Markt befindet sich seit Anfang 2021 in einer weiteren Konsolidierungsphase. Zuvor war der Kupferpreis jedoch von unter 5000 USD auf fast 11.000 USD pro Tonne gestiegen. Viele Marktteilnehmer erwarten einen deutlichen Nachfrageanstieg aus den Bereichen regenerative Energieerzeugung und Elektromobilität. Die Produktion ist bislang recht stabil – sollten hier Anzeichen für eine Verknappung auftreten, könnte der Kupferpreis jedoch rasch steigen. Die Vorräte sind zumindest in Shanghai jedenfalls so niedrig wie seit 2009 nicht mehr.

Unternehmen, die in die Produktion von Industriemetallen involviert sind oder neue Vorkommen explorieren bzw. entwickeln, könnten von der Hausse der Märkte profitieren. Ein Beispiel ist etwa der Kupfer-Developer Oroco Resource Corp. (TSX-V: OCO, WKN: A0Q2HB, ISIN: CA6870331007). Oroco fokussiert sich auf die Exploration und Entwicklung des Santo Tomás Porphyr Kupfer Projektes im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Santo Tomás beherbergt eine bedeutende Kupfer-Porphyr-Lagerstätte, die bereits durch historische Explorationen zwischen den späten Sechziger- und Mitte der Neunzigerjahre definiert wurde. Die Erprobung des Geländes beinhaltete mehr als 100 Umkehr- und Diamantbohrungen mit insgesamt etwa 30.000 Bohrmetern. Auf Basis der daraus ermittelten Resultate war 1994 eine historische Vormachbarkeitsstudie erstellt worden.