Batteriemetalle: Preise bleiben unter Abwärtsdruck

Batteriemetalle: Preise bleiben unter Abwärtsdruck picture alliance / Westend61 / Maria Maar

Wie der Branchendienst Fastmarkets berichtet, lag der durchschnittliche Preis für Nickelsulfat in China im April bei 4.072 USD pro Tonne und damit um 15,2 % höher als durchschnittlich im Dezember. Im Vergleich zu März ergab sich allerdings ein Rückgang um 0,25 %.

Kobaltsulfat kostete im März durchschnittlich 32.861 Yuan pro Tonne und damit 3,7 % mehr als im Dezember. Im April gab der Preis jedoch gegenüber dem Vormonat um 3,42 % nach. Dieses Muster lässt sich auch bei anderen Batteriemetallen erkennen.

Lagerbestände frühzeitig aufgestockt

Die Konsolidierung der Preise im ersten Quartal ist Händlern zufolge nicht auf einen substanziellen Anstieg der Nachfrage durch die Industrie zurückzuführen. Tatsächlich wurden die Lagerbestände im Auftaktquartal aufgestockt. Dies ist jedoch eher auf ein Vorziehen der Nachfrage aus dem zweiten Quartal zurückzuführen – ein Effekt, der bereits jetzt wieder nachlässt.

Fastmarkets zitiert Quellen, die auf Saisonalitäten hinweisen. Demnach sei normalerweise Ende Mai sowie im Juni mit verstärkten Käufen von Batterierohstoffen zu rechnen. In diesem Jahr habe der Verbrauch bereits im ersten Quartal das Niveau der Hochsaison erreicht. Auch diese Quellen gehen jedoch davon aus, dass es sich um einen Vorzieheffekt handelt.

"Die Aufstockung der Lagerbestände hat uns überrascht, aber das wird nicht immer der Fall sein, und irgendwann wird es wieder zur Normalität zurückkehren", wird eine Quelle zitiert. Die Quelle merkte zugleich ein, dass bei Kathoden- und Batterieherstellern bereits ein Rückgang der Aufträge für die kommenden Monate zu verzeichnen sei.

Marktteilnehmer bezeichnen die Entwicklung jedoch als fragmentiert. So arbeiten einige Kathodenhersteller offenbar bei voller Kapazität, andere leiden unter Auftragsmangel. Dies wird auf die Einführung einiger neuer Automodelle zurückgeführt. Insbesondere Fahrzeuge von Autoherstellern wie Xiaomi, Huawei und Li Auto kommen bei den Konsumenten offenbar gut an. Die Zulieferer dieser Hersteller verfügten deshalb über recht gut gefüllte Auftragsbücher.

Chinesische Autohersteller liefern sich derzeit einen Preiskampf, der die Preise für Elektrofahrzeuge unter die Preise von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gedrückt hat. Der Preiskampf in Kombination mit den zeitweise niedrigen Notierungen am Terminmarkt hat offenbar einige Akteure dazu veranlasst, die Lager aufzufüllen.

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Märkte leiden unter Überschüssen

Doch mittelfristig spricht weder die Angebots- noch die Nachfrageseite für steigende Preise bei Batterierohstoffen. "Da sich der nachgelagerte Verbrauch nicht grundlegend ändert, werden alle Impulse nur von kurzer Dauer sein", wird eine Quelle von Fastmarkets zitiert.

Viele Märkte leiden unter Überschüssen. Für den Nickelmarkt etwa werden 2024 und 2025 Überschüsse von 47.000 t bzw. 86.000 t erwartet. Auch wenn die früheren Prognosen höhere Überschüsse vorhergesehen hatten, spricht dies gegen nachhaltig steigende Preise.

Ganz ähnlich verhält es sich bei Kobalt. Hier sind in China deutliche Kapazitätserweiterungen zu verzeichnen, die Marktteilnehmer zu pessimistischen Prognosen veranlassen. Ein chinesischer Kobalthändler äußerte gegenüber Fastmarkets: "Die Marktfundamentaldaten sind der Hauptgrund für die niedrigen Preise. Das inländische Angebot an Kobaltmetall übersteigt die derzeitige Nachfrage bei weitem. Da für die zweite Jahreshälfte weitere Kobaltmetallprojekte erwartet werden, ist die Marktstimmung aufgrund des erwarteten Überangebots besonders pessimistisch geworden".

Der Dienst schätzt, dass das chinesische Kobaltmetallangebot im Jahr 2024 auf 32.000 t ansteigen wird – nach 21.000 t im vergangenen Jahr. Der Anstieg geht auf die steigende Verfügbarkeit des Rohstoffs Kobalthydroxid zurück. Mehrere chinesische Metallproduzenten planen eine Ausweitung der Kobaltproduktion.

Das chinesische Überangebot hat längst Europa erreicht. So wurden im März laut chinesischen Zolldaten 988 t Kobaltmetall ausgeführt – ein Anstieg von 237 % im Vergleich zum Vorjahr.