LME und CME schließen russisches Metall aus Systemen aus

LME und CME schließen russisches Metall aus Systemen aus picture alliance / Yevgeny Yepanchintsev/TASS/dpa

Die LME informierte am Freitag über "ein geändertes Sanktionspaket in Bezug auf russisches Metall" durch die britische Regierung und kündigte an, dieses zusammen mit der hauseigenen Clearingabteilung umzusetzen. Die neuen Regeln gelten demnach für Metall aus Russland, das ab dem 13.04.24 produziert wurde.

Metall aus Russland: Ab 13.04. bei LME und CME nicht mehr erwünscht

Es handelt sich um einen mit der US-Regierung abgestimmten Schritt. Am Freitag hatte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) in den USA ebenfalls Sanktionen gegen russisches Aluminium, Kupfer und Nickel verhängt. Demnach hat das US-Finanzministerium "in Abstimmung mit dem Vereinigten Königreich" zwei neue Verbote erlassen. Das Ziel: Die Einnahmen Russlands aus dem Export von Aluminium, Kupfer und Nickel zu beeinträchtigen. 

Die Sanktionen stellen keine neue Herangehensweise, sondern eine Verschärfung bestehender Einschränkungen dar. Im Dezember hatte die britische Regierung ein Gesetz zum direkten Verbot der Einfuhr russischer Metalle, darunter Aluminium, Kupfer und Nickel, eingeführt.

Unabhängig davon führten die USA Zölle auf verschiedene russische Metallimporte ein. Im Februar hatten die G7-Staatschefs bereits beschlossen, auf geringere Einnahmen Russlands aus dem Metallgeschäft hinzuwirken.

Die neuen Maßnahmen verbieten nun den Import von Aluminium, Kupfer und Nickel russischer Herkunft auch in die Vereinigten Staaten und begrenzen den Handel dieser Metalle russischen Ursprungs an globalen Metallbörsen und im außerbörslichen Derivatehandel.

Anteil russischer Metalle in LME-Systemen hoch

Somit ist es der London Metal Exchange (LME) und der Chicago Mercantile Exchange (CME) ab sofort untersagt, neues Aluminium, Kupfer und Nickel aus russischer Produktion anzunehmen. Diese Annahme erfolgt ansonsten etwa durch die Lieferung an Lagerhäuser im LME-System. Vor dem 13.04. produzierte Metalle sind von den Sanktionen ausgenommen und können weiterhin gehandelt und aus den Lagern entnommen werden. Sowohl für die CME als auch für die LME gilt damit, dass vor dem 13. April produziertes russisches Metall weiterhin für Lieferungen gegen Terminkontrakte in Frage kommt.

Für die LME bedeutet die Verbannung russischer Metalle einen drastischen Einschnitt, da der Anteil russischer Metalle in ihren Systemen hoch ist. Der Anteil der verfügbaren Aluminiumbestände russischer Herkunft in den LME-registrierten Lagerhäusern lag im März bei 91%, der Anteil von Kupfer bei 62% und der Anteil von russischem Nickel bei 36% Die CME macht keine detaillierten Angaben zur Herkunft der Metalle in ihren Lagern.

Russland ist ein wichtiger Metallproduzent. Der Anteil des Landes an der Weltproduktion beträgt 5% bei Aluminium, 6% bei raffiniertem Nickel und 4% bei Kupfer. Die USA und Großbritannien setzen darauf, dass die Sanktionen zu einem Abschlag für den außerbörslichen Handel mit russischem Metall führen.

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Sanktionen sollen Preise für Russlands Metalle drücken

Es ist davon auszugehen, dass Russland seine Metallexporte nach Asien umleiten wird. So ist die durch China regulierte Shanghai Futures Exchange (SHFE) nicht von den Sanktionen betroffen. Die SHFR hat den Bezug von Metallen aus Russland seit 2022 deutlich ausgebaut.

Die Verbannung aus dem Börsenhandel dürfte deutlich stärkere Auswirkungen mit sich bringen als die Importverbote. So waren die physischen Lieferungen russischer Metalle nach Großbritannien bereits weitgehend versiegt, als das Land die Importe im Jahr 2023 verbot. Auch die Lieferungen in die USA waren zuletzt aufgrund der Zölle gering.

Die beiden großen russische Metallproduzenten Rusal und Nornickel haben seit 2022 einen erheblichen Teil ihrer Verkäufe aus den westlichen Ländern umgelenkt. Asien ist nun der größte Absatzmarkt von Nornickel und macht 38% des Umsatzes von Rusal aus.

Der Preis für eine Tonne Aluminium ist von 2.460 USD am Ende der vergangenen Woche auf aktuell 2.570 USD gestiegen. Der – weitgehend durch Indonesien dominierte – Nickelpreis zog in der vergangenen Woche leicht an, gab die Gewinne danach aber wieder ab. Der Kupferpreis legte dagegen in den vergangenen Tagen spürbar auf nunmehr 9.500 USD pro Tonne zu und setzte damit den unabhängig von den Sanktionen eingeschlagenen Aufwärtstrend fort.