Wie das Platinum Investment Council (WPIC) in seinem Vierteljahresbericht meldet, dürfte die Nachfrage nach Platin 2017 das sechste Jahr in Folge höher liegen, als das weltweite Angebot. Während das Angebot um vier Prozent sinken dürfte, werde auch die Nachfrage um sechs Prozent nachgeben. Trotz der leichten Verschiebung der Marktverhältnisse stehen die Zeichen für den Platinpreis auch weiterhin gut. Für 2017 erwarten die Marktkenner ein Angebotsdefizit von 120.000 Unzen. Den Wert für 2016 korrigierte das Platinum Investment Council auf 270.000 Unzen nach oben.

Weltweites Platin-Angebot sinkt

„Die Anpassung des Angebotsdefizits für 2016 und auch die Prognose für den im laufenden Jahr erwarteten Fehlbetrag zeigen, dass der Platin-Markt immer enger wird. Dies liegt in erster Linie an einer soliden Nachfrage und einem kontinuierlich knapper werdenden Angebot“, erklärt WPIC-Chefanalyst Trevor Raymond gegenüber einer US-amerikanischen Branchenpublikation. Das weltweite Platin-Angebot sei 2016 lediglich um ein Prozent auf 7,96 Millionen Unzen angestiegen, während die Nachfrage minimal auf 8,2 Millionen Unzen zurückgegangen sei.

Für 2017 erwarten die Marktbeobachter, dass das weltweite Platin-Angebot um vier Prozent auf 7,66 Millionen Unzen sinkt. Die Ursache dafür liege sowohl in einer geringeren Produktion seitens Verarbeitungsbetrieben (-2% auf 5,92 Mio Oz) einem Rückgang der Sekundärversorgung (-6% auf 1,76 Mio. Oz). Das gesamte Angebot aus Minen soll nach Einschätzung des WPIC um drei Prozent auf 5,9 Millionen Unzen zurückgehen.

Für den Rückgang des Angebots machen die Analysten in erster Linie geringere Produktionszahlen in Afrika verantwortlich. Während das Angebot in Südafrika um ein Prozent auf 4.18 Millionen Unzen im laufenden Jahr zurückgehen dürfte, sinke die Produktion in Simbabwe um sieben Prozent auf 445.000 Unzen. Auch das Angebot an recyceltem Platin schwindet: Aus der Schmuckindustrie dürften 2016 20 Prozent weniger Platin wiederverwendet werden. Dieser Rückgang reicht nicht aus, um höhere Recycling-Quoten aus ausrangierten Auto-Katalysatoren wettzumachen.

Investment-Nachfrage als Zünglein an der Waage

Die für 2017 geringer erwartete Nachfrage ist nach Ansicht des WPIC in erster Linie auf den geringeren Platin-Bedarf in der Öl-Industrie und die sinkende Investment-Nachfrage zurückzuführen. Während die Nachfrage aus der Autoindustrie vergleichsweise stabil bleiben dürfte, rechnen die Platin-Experten zudem mit einem Rückgang der Schmuck-Nachfrage um ein Prozent auf 2,53 Millionen Unzen. Hauptursache hierfür sei eine geringere Nachfrage in China, die von steigenden Nachfragen in Indien, Nordamerika und Europa nicht kompensiert werde.

Am schwersten dürfte 2017 jedoch der Rückgang der Investment-Nachfrage wiegen, welche von den Analysten mit 50 Prozent auf 250.000 Unzen prognostiziert wird. Sollte diese Nachfrage wider Erwarten steigen und auf dem Niveau von 2016 liegen, wäre der gesamte für 2017 prognostizierte Rückgang der Platin-Nachfrage hinfällig.