Liebe Leserinnen und Leser,

das Thema Währungskrieg ist mit dem gleichnamigen Bestseller von James Rickards Währungskrieg: Der Kampf um die monetäre Weltherrschaft zur Finanzkrise 2008/2009 in die breite Öffentlichkeit gekommen.

Doch bis Ende 2014 schien, mit einigen Ausnahmen wie z.B. Japan, Ruhe einzukehren. Die FED hat ihr Quantitative Easing (QE) eingestellt und will in 2015 vielleicht sogar den ersten Zinsschritt nach oben wagen.

Doch seit dem Entscheid der Schweizer Nationalbank, den Schweizer Franken nicht mehr mit dem Kauf von Euros zu deckeln, ist der Währungskrieg wieder ausgebrochen! Es war wie eine Initialzündung, die die kleine Schweiz ausgelöst hat.

13 Zinssenkungen und zwei Mega-Entscheidungen in den ersten Tagen des Jahres

Wie Sie alle wissen, hat die EZB im Januar beschlossen, monatlich Anleihen im Gegenwert von 60 Milliarden Euro aufzukaufen, um so für weitere Liquidität an den Märkten zu sorgen. Ein Schritt, der jegliche Versprechungen und Regeln, die bei der Euro-Einführung aufgestellt wurden, gebrochen hat.

Insgesamt wird die EZB bis September 2016 somit 1,08 Billionen Euro per Knopfdruck erzeugen. Doch die EZB und die Schweizer Nationalbank waren nicht die einzigen beiden Notenbanken, die das Vertrauen in die Zentralbanken zum Wanken gebracht haben.

Seit Januar 2015 haben wir weltweit 13 (!) Zinssenkungen von Zentralbanken gesehen! Nachfolgend finden Sie eine Aufstellung zu den bisherigen Zinsschritten der Notenbanken. Von 17 Entscheidungen waren 13 (76,47%) Zinssenkungen und damit der offene Kampf, um eine Abwertung der eigenen Währung:

  • 04.02. Rumänien senkt Leitzins auf 2,25 % (- 0,25)
  • 03.02. Australien senkt Leitzins auf 2,25 % (- 0,25)
  • 30.01. Trinidad und Tobago erhöht Leitzins auf 3,50 % (+ 0,25)
  • 30.01. Russland senkt Leitzins auf 15,00 % (- 2,00)
  • 28.01. Albanien senkt Leitzins auf 2,00 % (- 0,25)
  • 24.01. Pakistan senkt Leitzins auf 8,50 % (- 1,00)
  • 22.01. Armenien erhöht Leitzins auf 9,50 % (+ 1,00)
  • 21.01. Brasilien erhöht Leitzins auf 12,25 % (+ 0,50)
  • 21.01. Kanada senkt Leitzins auf 0,75 % (- 0,25)
  • 20.01. Türkei senkt Leitzins auf 7,75 % (- 0,50)
  • 19.01. Dänemark senkt Leitzins auf 0,05 % (- 0,15)
  • 15.01. Peru senkt Leitzins auf 3,25 % (- 0,25)
  • 15.01. Ägypten senkt Leitzins auf 8,75 % (- 0,50)
  • 15.01. Schweiz senkt SNB-Zielband auf -1,25 – -0,25 %
  • 15.01. Indien senkt Leitzins auf 7,75 % (- 0,25)
  • 09.01. Weißrussland erhöht Leitzins auf 25,00 % (+ 5.00)
  • 07.01. Rumänien senkt Leitzins auf 2,50 % (- 0,25)

Quelle: http://www.leitzinsen.info/zinsen.htm

Die jüngsten Zinsschritte sind in Rumänien und Australien erfolgt. Wenn Sie meine Beiträge schon etwas länger verfolgen, dann wissen Sie, dass ich die Zinssenkung in Australien bereits von einigen Wochen angekündigt habe: Die nächste wichtige Zinssenkung sehe ich hier!

GOLD bietet den optimalen Schutz

In der Liste sehen Sie, dass auch die Kanadier die Zinsen gesenkt haben. Somit haben mit Australien und Kanada gleich zwei wichtige Rohstoffförderländer die eigene Währung abgewertet, um sich entsprechende Wettbewerbsvorteile zu ergattern.

Deutlich wird dies vor allem im Vergleich zu der härtesten Währung der Welt – GOLD. Alle Aktionen der Zentralbanken zielen darauf ab, die Papierwährungen abzuwerten und Inflation zu schaffen. Gold bietet seit Jahrtausenden Schutz gegen diese beiden Feinde und bis heute hat sich daran nichts geändert.

Goldpreis im Kanadischen Dollar

http://www.dergoldreport.de/wp-content/uploads/Goldpreis_CAD.jpg

Goldpreis im Kanadischen Dollar in den vergangenen 10 Jahren; Quelle: www.goldprice.org

Goldpreis im Australischen Dollar

http://www.dergoldreport.de/wp-content/uploads/goldpreis_aud.jpg

Goldpreis im Australischen Dollar in den vergangenen 10 Jahren; Quelle: www.goldprice.org

Goldproduzenten sind die großen Gewinner – Nicht weil ich es hoffe, sondern weil die Fakten auf der Hand liegen

Gold sichert ab, erhält die Kaufkraft und “wer Gold hat, hat immer Geld.” Jedoch gibt es aktuell eine Anlageklasse, die ich noch viel stärker einschätze, als Gold selbst. Es sind die Goldminenaktien.

Eine Branche, die in den vergangenen drei Jahren regelrecht abgeschlachtet wurde. Es fand ein Bereinigungsprozess statt, den nur die stärksten Unternehmen überlebt haben. Genau diese Gold-Veteranen sollte man sich als smarter Anleger aktuell genauer ansehen.

Die Gründe liegen auf der Hand. Der Goldpreis im Australischen Dollar notiert aktuell bei ca. 1.615 AUD im kanadischen Dollar bei ca. 1.580 CAD.

Jetzt haben wir bei den australischen und kanadischen Goldproduzenten plötzlich deutlich höhere Einnahmen als noch im 4. Quartal 2014 und zeitgleich sind die Energiekosten massiv gefallen.

Durch den Umstand, dass viele Rohstoffunternehmen die vergangenen 3 Jahre Baisse nicht überstanden haben, gibt es auch ausreichend gutes und qualifiziertes Personal zur vernünftigen Preisen. Dies war von 2009 bis 2011 nicht mehr der Fall und selbst Geologen oder Minen-Ingenieure mit geringer Berufserfahrung kassierten Traumgehälter. Aktuell können sich die Unternehmen wieder gute Bewerber zu guten Konditionen einkaufen, was zum einen die Kostenseite schont und zum anderen die Qualität deutlich nach vorne bringt.

Analysten haben noch die „alten Preise“ auf der Rechnung Ein weitere spannender Punkt sind die aktuellen Goldpreisprognosen der Analysten, die für die Bewertung der Goldminenunternehmen herangezogen werden. Das Gros der Broker und Banken kalkuliert noch mit Goldpreisen von ca. 1.400 AUD/CAD. Der letzte Sprung von über 200 AUD oder rund 180 CAD wurde bei den Bewertungen noch gar nicht berücksichtigt.

Goldminen bauen Stärke auf

Warum ich derzeit optimistisch bin, ist auch der Stärke der Goldminenaktien zuzuschreiben. Aktuell konsolidiert der Goldpreis oberhalb der 200-Tagelinie. Trotz dieses Rücksetzers von gut 50 USD halten sich die Goldminenaktien erstaunlich gut.

Dies war von 2012 – 2014 nicht der Fall. Jede, auch noch so kleine Korrektur, führte zu herben Verlusten bei den Goldunternehmen. Die Angst, dass Gold bald unter 1.000 USD notiert veranlasste viele Anleger zum Verkauf.

Doch es hat ein wichtiger Umverteilungsprozess stattgefunden. Ich habe diesen wichtigen Sell-Off Ende 2014 hier ausführlich behandelt: Zwingend notwendiger Ausverkauf und smarte Käufer und Sie sollten sich den Beitrag als Ergänzung ansehen.

Die Käufer, die Anfang November, in der miesesten Stimmung der letzten 14 Jahre Goldaktien gekauft haben, waren keine Kleinanleger oder nervöse Händler. Es waren strategische Investoren und große Fonds, die sich die Panik zu Nutze gemacht haben.

Eine völlig neue Klientel, die in der bereits gesehen Aufwärtsbewegung eher Positionen aufbauen, als die Aktien für schnelle Gewinnmitnahmen zu verkaufen!

Sie sehen die Ausbildung der Stärke in der HUI-GOLD-Ratio. Nach dem Paniktief mit erneutem Test arbeiten sich die Goldminenaktien im Vergleich zum Goldpreis stärker nach oben und verteidigen das jüngste Ausbruchsniveau. Ein Anstieg der Ratio über 0,164 (200-Tagelinie) wird den nächsten Schub auslösen:

http://www.dergoldreport.de/wp-content/uploads/hui_gold.png

HUI-GOLD-Ratio

Fazit

Wir haben mit den hektischen Entscheidungen der Notenbanken einen wichtigen Richtungswechsel gesehen. Die großen Anleger werden nervös und wissen nicht mehr, in welcher Währung sie ihr Geld parken sollen. Es drohen Einschläge, wo man noch gestern wohl behütet investiert hat.

Mit 13 Zinssenkungen in 2015 und den beiden wichtigen Entscheidungen der EZB und SNB gerät die US-Notenbank FED am stärksten unter Druck. Sie wollte eine Vorbildrolle übernehmen und den anderen Zentralbanken zeigen, wie sie nun zur Tagesordnung zurückkehrt.

Doch die Zentralbanken der anderen Länder lockern die Geldpolitik, senken die Zinsen und werten ihre eigenen Währungen gegen den US-Dollar ab.

Dieser starke US-Dollar ist aber die größte Gefahr für die USA. Die Exporte werden leiden, die US-Konsumenten werden statt eines Fords lieber einen Mercedes kaufen oder japanische Elektronikartikel zu Schnäppchenpreisen ergattern!

Somit steht die FED aktuell unter gewaltigem Druck. Sie will offiziell die Geldpolitik straffen, doch die niedrige Inflation, der eingebrochene Ölpreis und der viel zu starke US-Dollar machen ihr einen Strich durch die Rechnung.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die FED zum nächsten Schlag ausholt. Vermutlich wird sie dann alle bisherigen geldpolitischen Maßnahmen in den Schatten stellen! Genau zu diesem Zeitpunkt wird das Vertrauen der Anleger in die Macht der Zentralbanken endgültig zusammenbrechen.

Gold wird durch die Decke gehen und die Unternehmen, die aktuell auf hohen Goldreserven sitzen und Gold produzieren, werden die neuen Stars an der Börse!

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