Was in 2006 geschehen ist, könnte sich nun wiederholen: eine Verdreifachung des Nickelpreises. Denn das vom indonesischen Bergbauministerium ausgesprochene Ausfuhrverbot zeigt Wirkung. Nickel-Unternehmen außerhalb Indonesiens profitieren.

Indonesien führt seit Mitte Januar kein unverarbeitetes nickelhaltiges Erz mehr aus. Neben dem Ausfuhrverbot treibt zudem die starke Nickelnachfrage den Preis des für die Stahlindustrie sehr wichtigen Rohstoffs. Seit 2014 hat sich übrigens kein anderer Rohstoff preislich so nach oben orientiert wie Nickel. Zwar gibt es noch mehr Nickel auf Lager als zum letzten Preisboom 2006. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Vorräte werden in nächster Zeit aufgebraucht sein, möglicherweise schon im Sommer. Wenn es dann noch zu Lieferengpässen bei anderen Nickel-Lieferanten kommt, wie jüngst bei Vale in ihrer Mine auf Neukaledonien in der Südsee geschehen, wird Nickel knapp und der Preis schießt nach oben.

Nickel, in der eisenverarbeitenden Industrie unverzichtbar, wurde bisher in gewaltigen Mengen nach China verschifft. Das Erz kam vor allem aus den wichtigen Erzeugerregionen wie Südost-Sulawesi, Zentral- und Nord-Sulawesi Maluku. Ob legal oder illegal, jedenfalls rund 60 Millionen Tonnen Nickelerz und damit 55 Prozent des weltweiten Nickelangebots fanden so den Weg nach China seit 2007. Damit ist nun durch ein Gesetz Schluss. Und eine Rückkehr Indonesien zu den alten Ausfuhrgewohnheiten scheint unwahrscheinlich. Denn das Ausfuhrverbot tut dem aufstrebenden Land auch langfristig gut. Immerhin werden dort nun weiterverarbeitende Erzhütten errichtet, die Arbeitsplätze schaffen und Mehrwert im Land belassen. Die im Sommer anstehenden Präsidentschaftswahlen werden daher wohl an der Situation nichts ändern.

Auch Japan und Indien brauchen dringend Nickel und konsumieren enorme Mengen davon. 90 Prozent von diesen Mengen wurden nun ebenfalls durch das Ausfuhrverbot Indonesiens gestoppt. In 2014 werden nur noch knapp acht Prozent des weltweiten Nickels den Weg aus Indonesien zu den Verarbeitern finden.

Die chinesischen Hersteller müssen sich nun Nickel aus anderen Quellen besorgen. Nickelgestein von den Philippinen ist qualitativ nicht so hochwertig und können das nun fehlende Erz aus Indonesien nicht ersetzen. Wegen des niedrigen Nickelgehalts lag der Preis je Tonne für philippinische Lieferungen Ende 2013 bei 43 US-Dollar. Heute sind über 140 US-Dollar je Tonne zu zahlen. Brasilien, Samoa oder Papua-Neuguinea können die Nickel-Lücke auch nicht füllen, denn mit 0,8 bis 1,0 Prozent Nickelgehalt ist die Wirtschaftlichkeit auch bei heutigem Nickelpreis nicht gegeben.

Selbst wenn die Nickelpreise nicht auf 50.000 US-Dollar je Tonne wie in 2007 gehen, so wäre ein Preis von 30.000 US-Dollar je Tonne möglich. Dies nehmen zum Beispiel die Experten der Citigroup an. Von den heutigen 20.000 Dollar wäre dies ein enormer Anstieg für die Nickelproduzenten außerhalb Indonesiens.