Das Kartellamt in Deutschland hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von Geldbußen ausgesprochen, weil Unternehmen Preisabsprachen getroffen haben. Immer wieder hört man auch von DAX-Konzernen, die Entscheidungsträger geschmiert haben, um an Aufträge zu kommen. Keine Branche ist wirklich porentief rein, überall gibt es weiße und schwarze Schafe. Das trifft auch auf die Bergbaubranche zu.

Hier gibt es einige Staaten, in den Korruption und Bestechung besonders stark angesagt sind. Die „Hitlisten“ von NGOs geben bisweilen darüber Auskunft, wo der kleine Briefumschlag sehr gerne gesehen wird. Im Ranking von Transparency International haben Venezuela, Zimbabwe, die Demokratische Republik Kongo, Kirgisien und Guinea die hinteren Plätzen. All diese Nationen sind zugleich Bergbaustaaten. Das Weltwirtschaftsforum führt in seiner Statistik Länder auf, bei denen die Wirtschaftsentwicklung besonders stark von Korruption beeinträchtigt wird. Hier fallen Staatennamen wie Kolumbien, Mexiko, Russland, Kenia und die Philippinen. Ob dabei nationale oder regionale Behörden die Hand aufhalten, ob ein Sachbearbeiter nach Zuwendung ruft oder ein Bürgermeister ein neues Dach braucht – alles ist möglich.

Doch nicht nur in Schwellenländern sind Betrug und Korruption ein großes Problem. Davon bleiben auch die G7-Staaten nicht verschont, wie aktuelle Beispiele zeigen. Mehr und mehr Länder gehen aber dazu über, diese Art der Vorteilsnahme zu bekämpfen – mehr oder weniger wirksam. In Kanada, den USA und der Europäischen Union gibt es entsprechende Gesetze. So verlangen EU-Regularien, dass Gesellschaften Zahlungen an Regierungen melden müssen. Dabei wird zwischen den einzelnen Zahlungen unterschieden, auch muss erläutert werden, für welches Projekt die Zahlungen erfolgen.

Ähnliche Pläne gibt es in den USA, hier muss aber noch die Implementierung erfolgen. Summen ab 100.000 Dollar, die an Regierungen gezahlt werden, müssen demnach in Zukunft gemeldet werden. Die Unternehmen bereiten sich derzeit auf die neue Situation vor. Selbst Länder wie Brasilien, China oder Indonesien, die bisweilen einen besonderen Ruf haben, verstärken inzwischen ihre Antikorruptionsmaßnahmen. Man hat erkannt, dass die Korruption oft das eigentliche Geschäftsleben lähmt, dass die so verursachten Zusatzkosten Projekte bisweilen unrentabel werden lassen, dass der eigene Ruf deutlich leidet. Es ist also auch im Interesse der Staaten, Korruption möglichst rasch zu unterbinden.

Allerdings gibt es von Land zu Land unterschiedliche Voraussetzungen, es existieren unterschiedliche Meldepflichten. Ein globales System oder allgemein gültige Regularien wären da eventuell hilfreicher. Für die Experten von Deloitte steht die Bekämpfung der Korruption 2014 im Vordergrund, sie ist in ihrer aktuellen Studie ein Trend des Jahres.

Dabei sollen vor allem solche Mitarbeiter der Bergbaukonzerne sensibilisiert und entsprechend ausgebildet werden, die im ständigen Kontakt mit Regierungen und Behörden stehen. Es soll eine Null-Toleranz-Politik aufgebaut werden, wenn sie nicht bereits existiert. Eine eigene Abteilung für Compliance soll für zusätzliche Sicherheit sorgen und Projekte unter die Lupe nehmen. Notfalls sollen so existierende Lücken im System entdeckt und geschlossen werden. Wichtig ist es zudem, Risikogebiete zu entdecken. Diese Risikoareale müssen besonders sorgfältig beobachtet werden, ggfs. müssen spezielle Due Diligences durchgeführt werden. All dies hilft jedoch wenig, wenn die Mitarbeiter nicht dahinter stehen. Auch bei ihnen muss bisweilen ein Umdenken erfolgen.

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Bergbautrends 2014: Teil 9 – Die Todesgefahr unter Tage

Bergbautrends 2014: Teil 10 – Die Suche nach fähigen Mitarbeitern