Die Kostenspirale im Bergbausektor dreht sich immer weiter. Sie drückt auf die Margen, sie reduziert die Gewinne der Bergbaukonzerne. Dabei werden die großen Companies von ihren Aktionären immer stärker dazu angehalten, Werte zu schaffen, auf den Aktienkurs zu achten, vernünftige Dividenden auszuschütten. Die Unternehmenslenker stehen somit zunehmend unter Druck.

Die Kostenfrage wird für die gesamte Branche somit immer wichtiger. Man kann einerseits auf die altbekannten Mechanismen vertrauen. Dabei werden vor allem die Löhne überprüft, beim Personal lässt sich häufig Geld einsparen, es kann zu Entlassungen kommen. Zudem wird die Wirtschaftlichkeit von Projekten unter die Lupe genommen, lohnt sich ein profitabler Betrieb überhaupt noch?

Kosten können jedoch auch durch Innovationen und durch Kooperationen eingespart werden. Hier sehen die Experten von Deloitte in ihrer aktuellen Studie zum Bergbau einen der Trends für 2014. Für die Experten sind Automatisierungsprozesse sowie das Überdenken des Energiemanagements die entscheidenden Punkte dabei. Allein Strom, Diesel und Co. sorgen für bis zu 60 Prozent aller entstehenden Kosten. An dieser Schraube zu drehen, bringt somit häufig mehr, als sich auf Personalien zu fokussieren. Solche Überlegungen sollten nicht nur bei alten Projekten angestellt werden, auch bei neueren Projekten lohnt sich durchaus ein Blick in die Unterlagen, da sich die Technologie immer weiterentwickelt.

Häufig ist es ratsam, bei der Energieversorgung andere Wege zu gehen. Oftmals finden Rohstoffexplorationen in entlegenen Gebieten statt, sei es im australischen Outback oder im eiskalten kanadischen Norden. Die Versorgung der Areale via Stromleitung muss organisiert werden, über weite Strecken müssen neue Netze entstehen. Eventuell kann man jedoch auch vor Ort mit Alternativen aufwarten, das Stichwort lautet erneuerbare Energien. Zudem kann man sich mit anderen, konkurrierenden Gesellschaften aus der Nachbarschaft zusammenschließen, auch wenn dies in vielen Unternehmenszentralen häufig nicht gerne gehört wird. Der gemeinsame Bau einer Stromleitung ist trotz aller Konkurrenz billiger, als wenn man dies alleine durchführt.

Die gesamte Infrastruktur muss bei kostenintensiven Projekten auf den Prüfstand. Eine Kooperation mit anderen Gesellschaften kann die Kosten häufig deutlich drücken. So schlagen die Experten von Deloitte auch vor, Pipelines gemeinsam zu betreiben und zu nutzen. Gleiches gilt für die Wasserversorgung. Dabei müssen einige Vorstände zwar über ihren eigenen Schatten springen, da Unabhängigkeit oft ein hohes Gut ist. Wenn man sich jedoch danach die Entwicklung auf der Kostenseite ansieht, kann sich dies durchaus lohnen. Investoren werden es danken, da so die Margen nach oben gehen.

Selbst Politiker haben dies schon erkannt. Colin Barnett, der Premierminister von Westaustralien, weist auf diesen Faktor hin. Seiner Meinung nach stehen sich Rohstoffunternehmen oft selber im Weg. Der Eigensinn einiger Entscheider kann so manches verhindern, was die Kosten reduzieren könnte. Der Zugang zu oder der Bau von Eisenbahnlinien ist zwischen den Gesellschaften häufig ein Knackpunkt. Gleiches gilt für die Nutzung von Hafenanlagen. Auch die Verweigerung, gemeinsam die Infrastruktur zu verbessern, kann Projekte behindern, aufhalten oder zum Scheitern bringen. Hier sieht Barnett besonders hohen Hürden für die Bergbaukonzerne. Die Rolle der Politik wird dabei häufig überschätzt.

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