Förderung um jeden Preis ist heute nicht mehr die Devise von Bergbaukonzernen. Man wird sehr viel wählerischer und legt auch einmal Projekte still, die keinen oder nicht genügend Gewinn abwerfen. An der Börse beobachten die Anleger diesen Trend sehr genau und reagieren entsprechend.

Nicht umsonst verlieren Börsengesellschaften weltweit immer mehr an Wert. Dabei gibt es teils große Diskrepanzen zwischen dem eigentlichen Verlust und dem Minus bei der Marktkapitalisierung. Besonders gut kann man dies in Australien beobachten. Dort haben die Top 50 der mittelgroßen Bergbauunternehmen im Vorjahr einen Verlust von 1 Milliarde Dollar eingefahren. Der Schock der Börse sitzt tief, die Kurse gehen auf Talfahrt. Als Konsequenz verlieren diese 50 Unternehmen rund 17 Milliarden Dollar an Wert. Dies hat PwC in einer aktuellen Studie errechnet.

Die Börse will Unternehmen sehen, die Gewinne machen, bei denen die Rendite stimmt. Das macht Entscheider vorsichtiger, sie wägen genau ab, wo und wie sie investieren. Viele Projekte werden in einen Schwebezustand versetzt, Investitionsentscheidungen werden verschoben, Erneuerungen bleiben aus.

Für die Zukunft ist dies jedoch kein guter Zustand. Denn die jetzt fehlenden Investitionen können in der Zukunft nicht so rasch nachgeholt werden. Es dauert Jahre, bis eine Mine anläuft, selbst wenn sie vorübergehend außer Betrieb genommen wird, kann man sie nicht am nächsten Tag wieder in Produktion bringen. Entsprechend muss man sehr gut prüfen, was man stilllegt.

In den vergangenen Wochen und Monaten ist ein Trend zu erkennen, dass es wieder zu vorsichtigen, wohlüberlegten Investitionen kommt. Vorreiter sind dabei die großen Konzerne wie BHP Billiton (ISIN: GB0000566504) und Rio Tinto (ISIN: GB0007188757). Dabei stehen Wertsteigerungen an erster Stelle.

BHP will in Port Hedland (Westaustralien) die Kapazitäten der Hafenanlagen ausbauen. Zwei Schiffslader werden zu diesem Zweck ersetzt. Die alten Geräte haben 40 Jahre lang ihren Dienst getan, jetzt kommen neue Lader zum Einsatz. Dafür werden rund 300 Millionen Dollar ausgegeben. Die Investition soll sich lohnen. Die bisherigen Schiffslader können rund 10.000 Tonnen Eisenerz pro Stunde umschlagen. Die neuen Maschinen sollen diese Kapazitäten erweitern. Geplant ist, dass der Hafen künftig bis zu 270 Millionen Tonnen Erz jährlich umschlagen kann. Dabei werden durch die neuen Schiffslader die Kosten deutlich reduziert.

Ähnlich sieht es bei Rio Tinto aus. Der Konzern gibt 400 Millionen Dollar aus, um die Kapazitäten an seinem Umschlagplatz für Eisenerz zu vergrößern. Der Bergbauriese will seine Kapazitäten damit auf 400 Millionen Tonnen ausweiten. Dies deutet zugleich an, dass beide Konzerne von einer weiter steigenden Nachfrage nach Erz ausgehen, sonst würden die Manager solche Investitionen in diesen Tagen nicht riskieren. Allerdings, dies machen die Verantwortlichen bei Rio Tinto ebenfalls deutlich, schaut man sich genauer an, wie viel man in welches Projekt steckt. Denn die aktuellen Investitionsvorhaben liegen 3 Milliarden Dollar unter den bisherigen Planungen. Dieser Trend ist nicht nur bei Rio Tinto zu beobachten.

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