Rund 20 Millionen Tonnen Kupfer sind 2012 nach bisherigen Erkenntnissen weltweit verbraucht worden. Das war ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zu 2011. Im neuen Jahr soll der Verbrauch auf rund 20,9 Millionen Tonnen ansteigen, das Plus liegt bei fast 4 Prozent. Einsamer Spitzenreiter in der Statistik war und ist China. Etwa 40 Prozent der Weltproduktion gehen in das asiatische Reich. Rund 8 Millionen Tonnen werden dort benötigt. An den Verhältnissen wird sich auch im laufenden Jahr nichts ändern. Dann soll sich der chinesische Verbrauch noch weiter steigern, Experten rechnen mit einem Plus von fast 6 Prozent.

Wie gewaltig diese Summe ist, zeigt ein Vergleich mit den Industrienationen. Europa benötigt 2013 laut Prognose rund 3,2 Millionen Tonnen Kupfer, die USA und Japan kommen jeweils auf etwa 1 Million Tonnen Kupfer. Die Nachfrage wird 2013 somit vor allem aus Asien und den Schwellenländern getrieben werden. Denn hier wird besonders viel Kupfer benötigt, da die Infrastruktur weiter verbessert werden muss, die Urbanisierung fortgesetzt wird, typische Einsatzgebiete für Kupfer.

Der Kupferpreis wird von dieser klar steigenden Nachfrage voraussichtlich aber wenig profitieren können. Die Experten sind sich dabei nicht ganz einig, der Konsens bei Bloomberg liegt bei 9.000 Dollar je Tonne, oft ist auch ein Preis von etwas mehr als 8.000 Dollar zu hören. Der steigenden Nachfrage steht ein ebenfalls deutlich ausgeweitetes Angebot gegenüber.

2013 wird eine Reihe von Minen in Betrieb gehen, andere Produktionsstätten werden ausgeweitet werden. Die riesige Mine von Oyu Tolgoi in der Mongolei wird die Angebotsstatistik klar nach oben bringen. Größere Kapazitäten in Chile, Peru und Mexiko sorgen für ein Lieferplus von 0,5 Millionen Tonnen. Auch afrikanische Minen werden ihre Produktion erneut ausweiten. Hier hat sich die Kupferproduktion in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Doch Afrika birgt auch Gefahren. Die politischen Instabilitäten und die großen Entfernungen lassen den Kupfernachschub aus Afrika bisweilen als unsicher gelten. Lieferunterbrechungen werden nicht ausgeschlossen. Das könnte dem Kupferpreis zumindest kurzfristig einen weiteren Schub geben.