Diese Aussage wirkt in Zeiten schwächelnder Rohstoffmärkte und gedrückter Rohstoffpreise fast schon zu euphorisch, um als real angesehen zu werden. Doch sie hat durchaus ihre Berechtigung, wenn man die Hintergründe und damit die Voraussetzungen ein wenig genauer betrachtet.

Immer wieder wurde betont und auch statistisch nachgewiesen, dass ein starker US-Dollar schlecht für die Kurse der Edelmetalle ist. Und wann immer die USA durch ihre lockere Geldpolitik den Markt mit frischem Kapital überschwemmten, ging der US-Dollar in die Knie und Gold setzte zu Höhenflügen an. Und genau vor dieser Erwartung stehen wir nun wieder, wenn man all den Experten rund um die Bank UBS, dem Researchhaus MacKenzie, IBISWorld und anderen Glauben schenken mag. Diese gehen mit felsenfester Überzeugung davon aus, dass die USA in den nächsten Quartalen wieder die Notenpresse anwerfen wird müssen, da sie offensichtlich erkannt hat, dass die bisherigen Geldmittel doch nicht für eine nachhaltige Gesundung der amerikanischen Wirtschaft ausgereicht haben.

Die erneut schwachen Arbeitsmarktdaten belegen, dass die USA bei Weitem noch nicht über dem Berg ist. Sollte sich nun ein erneutes „Quantitatives Easing“ bewahrheiten, so wird durch die folgende Geldverdünnung automatisch ein sich schwächelnder US-Dollar, was sich positiv auf die Edelmetalle auswirken sollte. Dies alleine als Argument für steigende Edelmetallpreise wäre zwar ausreichend, doch kommt hinzu, dass sich in den kommenden Jahren die Mengen der Goldproduktion rapide verringern wird. Genau diese Kombination sollte Sprengstoff für den Goldpreis sein.

Der nachfolgende Chart zeigt, wie die Neuentdeckungen bei Gold rapide zurückgingen (linke Seite des Doppelcharts) und folglich bereits ab 2016 die Produktionsmengen eine rückläufige Tendenz einschlagen (rechte Seite des Doppelcharts).

Peak Gold Goldman Sachs

Quelle: Goldman Sachs

Der abnehmende Trend seit dem Höchststand 1995 ist Besorgniserregend. Auch wenn wir in den Jahren 2002 bis 2007 eine regelrechte Hausse erlebten. Die Tiefstände der Jahre 2012 und 2013 lassen nichts Gutes für die kommenden Jahre erahnen. Was die Grafik nicht zeigt, ist die Tatsache, dass bei den Neufunden auch die Grade der Goldgehalte stetig abnahmen. Was ebenfalls ein Zeichen dafür ist, dass im heutigen Marktumfeld profitable Minen nur erschwert darstellbar sind. Eine wesentliche Verschlechterung am Abnehmermarkt ist nicht zu erkennen, somit sollten die rückläufigen Produktionen direkt auf den Marktpreis durchschlagen.

Was können Investoren erwarten?

All die Aussagen beziehen sich auf einen zu erwartenden Trend und sollten nicht als kurzfristige Anlageentscheidung gesehen werden. Noch wird Gold und Silber vom Tagesgeschehen beeinflusst, was eine hohe Volatilität in sich birgt. Wir sind der Meinung, dass eine nachhaltige Trendwende erst durch die tatsächliche Bekanntgabe neuer QEs aufgebaut werden kann, die jedoch zuerst einmal für die Dauer der Geldmengenflutung zu einer positiven Stimmung bei den Edelmetallen führen wird.

Erst wenn bei anhaltender Nachfrage, und daran sollte man nicht zweifeln, geringere Goldmengen ab 2016 die Produktionsstätten verlassen, so sollte sich dieser Trend verstärkt bestätigen. Dazwischen müssen wir immer mit Manipulationen der Märkte, Einflüsse durch Krisen und Entwicklungen aus weiteren Wirtschaftsregionen rechnen. Diese haben durchaus das Zeug sich im Laufe des Jahres 2015 noch bemerkbar zu machen, sollten aber langfristig nicht die Macht haben, sich gegen die stärker wirkenden Argumente (QE und Produktionsrückgang) behaupten zu können.

Für kurzfristig orientierte Anleger oder Trader sind chartorientierte Entscheidungen heute vielleicht sinnvoll, jedoch versagt die Charttechnik bei der Erkennung solcher künftigen Auswirkungen. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich bereits heute, wo noch ein sehr gedämpftes Marktsentiment mit guten Einstiegspreisen herrscht, günstige Anlageinstrumente auf Hinblick 2016 und danach auszuwählen. Und dazu zählen neben physischem Gold durchaus auch wieder gute Minenunternehmen.

Wie es scheint, so dürfte das Tal der Tränen im Edelmetallsektor in den nächsten Quartalen durchschritten sein und sich bessere Zeiten abzeichnen. Auch wenn jetzt vielleicht noch nicht wirklich erkennbar, wird sich auch für Gold und Silber der Spruch „the trend is your friend“ bewahrheiten. Und Freunden kann man durchaus folgen.